Über Oliver Kalkofe

Hier schreibt der Chef.

615. Erfolg durch Versagen (TVS 21/18)

Wirtschaft und Politik haben stets demonstriert, dass sämtliche naiven moralischen Werte, die uns in der Schule vorgebetet wurden, in der Realität keinerlei Bedeutung haben. Als Kind lernt man brav zu sein, zu gehorchen und gute Leistungen zu bringen, sonst gibt es schlechte Zensuren oder es droht im schlimmsten Fall der Rauswurf. Später im echten Leben Fuß spielt das alles keine Rolle mehr. Na gut, vielleicht noch für den so genannten ‚Dienstleister’ oder ‚unteren Befehlsempfänger’, der kriegt bei Problemen immer von oben auf die Mütze und einen Tritt ins Kreuz beim Rausgehen. Je höher man allerdings steigt desto unantastbarer wird man, denn die eigenen Fehler können generös auf die Untergebenen verteilt werden. Und je größer die gebaute Scheiße, desto besser die Chancen dass man schnell und unbürokratisch mit Säcken voller Abfindungskohle verabschiedet oder auf einen höheren Posten versetzt wird. Denn auch wenn einen jeder los sein möchte – wichtig ist dass der Vorgesetzte für die Verkackung des betreffenden Trottels nicht mit zur Rechenschaft gezogen werden kann. Ein Rausschmiss wäre da viel zu auffällig und würde einem Schuldeingeständnis gleichkommen, da entsorgt man den dummen Elefanten lieber in einem anderen Porzellanladen. Eine Art ‚Reise nach Jerusalem’ für Versager, bei der alle Schuldigen gewinnen.

Deutlich erkennen kann man diese Taktik beim Fernsehen. Je beschissener und dümmer das Programm, desto höher das Gehalt des Programmdirektors, und je weniger der sich überhaupt für das Medium interessiert, desto schneller sein Aufstieg in den Aufsichtsrat. In der Politik ist es sogar noch leichter, dort galt stets die Devise: Wer nichts kann, geht in den Bundestag. Wer wirklich absolut gar nichts kann, wird Minister. Und wer in einem vollgefurzten Zimmer am längsten stillsitzen kann ohne zu husten, wird Kanzler.

Doch auch wenn diese Strategie spätestens seit dem Banken-Crash, Stuttgart 21 und dem Neverending Neubau BER jedem bekannt sein dürfte, erlangte sie bei uns dennoch erst durch die Affäre Maaßen neue Popularität. Der einstige Chef des Verfassungsschutzes hatte seine Aufgabe dahin missverstanden, die schlechte Verfassung seiner Behörde schützen zu müssen, und im Zuge dessen durch einige Verbalausrutscher mit leichtem Rechtsdrall den Unmut der meisten GroKo-Clubmitglieder auf sich gezogen. So einigte man sich in einer Krisensitzung darauf, ihn knallhart mit einer Beförderung ins Heimatministerium plus zünftiger Gehaltserhöhung zu bestrafen. Viele SPD-Mitglieder und andere kleingeistige Bürger aus den unteren Wichtigkeitsschichten zeigten sich verärgert, weil ihnen das Prinzip ‚Karrieresprung als ultimative Demütigung’ nicht geläufig war, weshalb die versprochene Gehaltszulage dann doch wieder feige zurückgenommen und auf später verschoben wurde.

Sollten Sie also demnächst eine fristlose Kündigung erhalten, so nehmen Sie diese mit Stolz und Würde. Bietet man Ihnen einen beruflichen Aufstieg mit mehr Geld an, schämen Sie sich und denken Sie einmal in Ruhe darüber nach, was Sie alles falsch gemacht haben, Sie Loser!

Trennungs-Test

Wenn sich nicht genügend Promi-Paare trennen und für knackige Fremdbums-Affären sorgen, muss man eben nachhelfen. Deshalb bringt RTL2 jetzt bekannt erscheinende Celebrity-Couples in Versuchung mit 48H SINGLE – PROMIS TESTEN IHRE LIEBE. Geplant ist in diesem Experiment, vormals glückliche Pärchen zwei Tage lang gewaltsam zu trennen und zum Außerhaus-Knattern zu animieren, unter Aussetzung aller Beziehungsregeln und ohne Konsequenzen. Jedenfalls bis sie die Aufzeichnung sehen – dann gibt’s hoffentlich ordentlich Zoff, Tränen und Trennungen mit fetten Schlagzeilen! Geilomat!

Jury-Shuffle

Wir müssen jetzt ganz stark sein: laut gut informierter Klatschquellen wird es in der nächsten Staffel keine feste Jury mehr bei GERMANYS NEXT TOP MODEL geben! Oh mein Gott, hör ich Sie rufen, das kann, nein das darf doch nicht wahr sein! Seid Ihr des Wahnsinns? Kann Heidi Klum die schwere Last des Mädel-Beglotzens und der Gerhorsams-Bewertung denn ganz allein auf ihren zarten Brüsten tragen? Darf man diese wichtigen Entscheidungen wechselnden Gast-Juroren überlassen? Kennt denn Pro7 keine Verantwortung? Und wie lange kann ich meine Tränen der Verzweiflung zurückhalten?

Meis-Scheiss

Endlich haben die Götter uns erhört! RTL-Dauergrins-Beauty Sylvie Meis bekommt ihre eigene Model-Such-Show passend zur persönlichen Schlübber-Kollektion: SYLVIES DESSOUS MODELS! Darin sucht sie eine ‚neue Sylvie’, also einen offiziellen jungen neuen Vorführkörper für ihre verspielten Frauen-Unterhosen und Brusthalter. Außerdem sollen wir aber auch die ‚wirkliche’ Miss Meis kennenlernen: als Mutter, taffe Business-Bitch, Smile-Roboter und clevere Wäschefrau. Auch als Mann darf man sich über so eine tolle neue Sendung ruhig freuen! Man muss es aber nicht. Nicht mal als Frau.

615. Erfolg durch Versagen (TVS 21/18)2018-10-09T03:37:42+00:00

614. Das verlorene Rudel-Feeling (TVS 20/18)

Der Mensch ist ein Herdentier. So richtig wohl fühlt er sich nur in der Gruppe. Selbst der nörgeligste Querulant und vorgebliche Individualist braucht die Gemeinschaft, denn sonst hätte er ja nichts wovon er sich so leidenschaftlich abgrenzen könnte. Der Rest der Menschen sucht die Wärme der Meute, um dort ein Gefühl der Zugehörigkeit zu entwickeln, zu was auch immer. Ist er nicht durch genetisch bedingte Arschlöchrigkeit dauernd auf Krawall gebürstet, wünscht sich der Homo Sapiens im Grunde stets die Zustimmung und Akzeptanz seiner Umgebung. Auch wenn man die anderen noch gar nicht kennt – das Entdecken gemeinsamer Vorlieben, Meinungen, Erfahrungen oder auch bloß (derzeit bei kollektiven Gruppenmärschen wieder sehr angesagt) die gleiche Hautfarbe oder zufällig gleiche Nationalität, verbinden einfach irgendwie.

Früher gehörte auch das Fernsehen zu solch einem Quell der Verbundenheit. Nicht weil es damals besser war, sondern weniger. Bei nur zwei Sendern und einem eher beschränkten Angebot an Fun-und-Freizeit-Aktivitäten lag die Chance, dass der andere TV-Nutzer am Vortag die gleiche Sendung wie man selbst gesehen hatte, bei knapp fünfzig Prozent. (Zumindest bis zur bundesweiten Empfangbarkeit der Privatsender war auch bei Nachbarn und Kollegen kaum von einem so aufregenden Leben auszugehen, dass ein freiwilliger Verzicht auf das Fernsehen als möglich erschien. Und wer wirklich damit prahlte, lieber ‚ein gutes Buch zu lesen’ gehörte eh zur Gruppe der langweiligen Mittelschullehrer und Außenseiter, mit denen man nichts zu tun haben wollte.) Selbst heute, diverse Jahrzehnte später, können die früh genug Geborenen noch ihre nostalgisch verklärten Erinnerungen teilen. Auch wenn vieles davon – mit neutralem Abstand betrachtet – im Grunde recht popelig, spießig, albern oder nichtssagend war: es prägte unser Weltbild und schaffte Gemeinsamkeiten, denn durch das streng begrenzte Angebot nahm man einfach alles dankbar auf. Rosenthals Spitze-Sprung, Wums Thoelke-Ruf, die brennende Bonanza-Karte, ‚Gute Nacht, John-Boy!’ oder ‚Der Weltraum. Unendliche Weiten…’ – es gab kaum jemanden, der nicht sofort wusste wovon man sprach. Und am Tag nach DALLAS oder DENVER hatte man stets ausreichend Gesprächsstoff – was in den Achtzigern nicht immer selbstverständlich war.

Eine nicht immer großartige, aber dennoch innige Möglichkeit zum Gleichklang der Menschen untereinander, die heute fehlt und es nachfolgenden Generationen schwer machen wird, im schwärmerischen Schwarm der Nostalgiker mitzusummen. Große Familienshows sind out, und an die kurzzeitig gehypten Casting-Nulpen wird sich in zwanzig Jahren niemand mehr erinnern, an die meisten noch nicht mal mehr nach 20 Minuten. Heute können wir netflixen, amazonprimen, maxdomen, internetzen, i-tunen und bingestreamen – aber halt jeder zu einer anderen Zeit und mit unterschiedlichen Inhalten. Die Qualität und die Wahlfreiheit mögen gesiegt haben, das unschuldige Kollektivgefühl durch den eklatanten Unterhaltungsmangel haben wir jedoch verloren. Denn gemeinsames Leid kann auch zusammenschweißen.

Klum-Klum-Geschoss

Bisher boten die Streamingdienste vor allem eine willkommene, qualitativ hochwertige Alternative zu den übertriebenen Glamour-Grinsefressen der Privatfernseh-Shows und Castingformate. Jetzt aber plant ausgerechnet amazon ein neues internationales Format mit GNTM-Gruselmutti Heidi Klum, das einen ‚ganz besonderen Mix aus packenden Inhalten und Shopping’ bieten soll. Das macht vor allem uns Männern Angst. Ist man denn wirklich nirgends sicher vor der blondgefährlichen Klumisierung?

Programmliche Vollverblödung

Dass RTL2 für hochwertigen Journalismus oder innovative Informationsformate bekannt wäre, kann man dem Sender wahrlich nicht vorwerfen. Das nochmalige Zusammenkürzen der Feigenblatt-Fun-Tagesschau genannt RTL2-NEWS lässt jetzt allerdings die Aufsicht der Landesmedienanstalten prüfen, ob man sich dort immer noch als ‚Vollprogramm’ bezeichnen darf, da ein solches laut Definition ‚einen angemessenen Anteil an Information, Kultur und Bildung’ liefern soll. Wobei gerade diese drei Begriffe bei RTL2 schon immer als Beleidigung angesehen wurden und unter Strafe strengstens verboten waren. Wieso also etwas ändern, wenn das bisher doch noch nie offiziell gestört hat?

TV-Tanz-Duelle

Wenn ein Sender immer wieder Erfolge mit einem Show-Genre hat, lässt das die Konkurrenz meist nicht lange auf sich sitzen. Deshalb beschloss Pro7, das Tanzformatfeld nicht weiter allein RTL zu überlassen. Geplant ist nun der ultimative Einzeltänzer-Battle MASTERS OF DANCE, bei der alle antretenden Hoppel-Mover mindestens ein Jury-Mitglied überzeugen müssen, in dessen ‚Company’ aufgenommen zu werden. Quasi eine Art THE VOICE ohne Singen für die Füße. Nicht wirklich neu für den Kopf, aber locker in den Hüften!

614. Das verlorene Rudel-Feeling (TVS 20/18)2018-09-25T00:48:20+00:00

Kalkofes Klartext – SPOTT ÜBER DANIEL KÜBLBÖCK – Nachtrag

Da meine Worte zum (mutmaßlichen) Suizid und der daraus resultierenden Tsunami-Welle an (meiner Ansicht nach) gefühl- und geschmacklosen Witz-Posts und Häme-Meldungen dazu eine derart große und nicht enden wollende Resonanz hervorgerufen haben, muss und möchte ich mich dazu noch einmal abschließend zu einigen Punkten äußern.

ACHTUNG – es wird ein langer Text!
Könnte daher anstrengend werden – aber manchmal braucht man halt ein paar Worte mehr, um Dinge differenzierter zu erklären.

1.
Zahlreiche Menschen warfen mir Heuchelei vor und meinten, ich würde mich mit meinen Zeilen nur reinwaschen wollen, da ich selbst ja der schlimmste Hetzer sei.
Dazu ganz klar und eindeutig:
Von mir ein klares Nein.
Aber jeder darf natürlich denken und glauben, was er möchte.
Ich stehe aber weiterhin zu jedem Scherz, Spruch und Witz, den ich selbst über Küblböck oder andere Künstler in meiner langen Karriere als Satiriker und Humorist gemacht habe.
Ja, sicherlich haben einige davon einige der ‘Opfer’ auch getroffen, vielleicht auch verletzt, das liegt in der Natur der Sache.
Das tut Kritik irgendwie immer, weiß ich ja selbst.
Aber trotz allem sind meiner Ansicht nach Humor und Satire wichtig und notwendig (dazu aber gleich noch mehr in Punkt 2).
Allerdings habe ich mir immer die größte Mühe gegeben, nicht die Menschen an sich und auch nicht ihr Privatleben als Zielscheibe zu nehmen, sondern ihre Performance und ihr öffentliches Auftreten.
Klar, dazu gehören auch Aussehen, Attitüde, Stimme, etc etc – aber zwischen Privatperson und Bühnenmensch besteht trotzdem ein sehr großer Unterschied.
Deshalb versuchen wir in der Mattscheibe auch bei Casting-Formaten und Scripted Reality fast immer herauszuarbeiten, wer hinter den Kulissen für das Vorführen der Personen verantwortlich ist und beschränken uns nicht nur auf das offensichtlich Lächerliche, auch wenn es natürlich dazu gehört und nicht komplett davon getrennt werden kann.
Auch das wird jetzt wieder nicht jeder glauben und das genaue Gegenteil behaupten (davon vor allem die meisten Menschen die gleichzeitig angeben, meine Sendung nicht anzuschauen – es aber trotzdem genau wissen) – und das darf auch jeder gerne tun oder lassen.
Dies ist trotzdem genau so meine Einstellung und Meinung.

2.
Gleichzeitig zeigten die Kommentare zwei weitere Lager zum Thema HUMOR und SATIRE an sich:
A) Man sollte überhaupt nicht über jemand Witze machen, denn das könnte der Person wehtun
B) Witze über den Tod von Daniel sind freie Meinungsäußerung, auch nicht schlimmer als das was ich oder andere Comedians gemacht haben
Auch hierzu versuche ich noch einmal eine differenzierte Klarstellung.
PUNKT A –
Meiner Ansicht nach ist das absolut falsch.
Humor und Satire sind wichtig und müssen sein.
Jeder Künstler, Schauspieler, Sänger, Komiker, Politiker und jede sonstige Person des öffentlichen Lebens darf und muss kritisiert werden dürfen, sowohl mit Seriosität als auch mit Spott.
Es hat sogar jeder ein Recht darauf.
Allerdings hat auch jeder Mensch der Öffentlichkeit ein Recht auf sein Privatleben, auf seine Probleme und sein persönliches Schicksal – hier sollten sich sowohl Kritiker wie auch Komiker, die Boulevardpresse oder private Internet-Poster besser raushalten.
Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass man sehr wohl Witze über Menschen der Öffentlichkeit machen und ihnen den Spiegel vorhalten kann und ihnen dennoch respektvoll gegenübertreten.
Achim Mentzel war und ist das beste Beispiel – ich habe nicht an Spott über ihn gespart, aber er hat verstanden damit umzugehen, den Spieß umgedreht und stand am Ende stets als Gewinner da.
Und wir wurden persönlich sehr enge Freunde.
So habe ich zu vielen der Prominenten, die ich mir vorgenommen habe, durchaus gute Kontakte und bin mit einigen sogar befreundet – genau so wie mich selbstverständlich viele dafür auch hassen.
Das darf und muss jeder selbst entscheiden.
Dennoch kann ich auch den Menschen gegenüber, deren Auftritte ich parodiert oder kritisiert habe, sowohl im Leben wie auch nach ihrem Tod respektvoll gegenüber treten.
Ich bedaure keineswegs meine Witze zu Moik, Heck oder Küblböck zu ihren Lebzeiten – und kann trotzdem oder genau deswegen ihr Ableben und ihre persönlichen Schicksale betrauern und ernst nehmen.
Ist vielleicht nicht für jeden verständlich, aber ja, das ist möglich!
PUNKT B –
Schwarzer Humor ist gut und wichtig.
Ja, man darf über den Tod Witze machen. Sollte man sogar, dann ist er leichter zu ertragen.
Auch über Tote an sich darf man sich humorvoll äußern, denn allein durch ihren Tod werden sie nicht zu besseren, schlechteren oder unangreifbaren Menschen.
Der Unterschied besteht darin, dass es keinen Grund und keine Rechtfertigung gibt, sich darüber lustig zu machen DASS jemand tot ist oder WIE er gestorben ist.
Der Tod einer Person an sich, die dazu gehörigen Umstände und das Leid der Angehörigen sollten niemals die Zielscheibe für Spott und Witze sein.
Zu sehen wie jemand leidet, warum auch immer, und sich daneben zu stellen und HA-HA! zu rufen ist immer falsch und unmenschlich.
Die Posts zu Küblböcks (mutmaßlichem) Suizid empfinde ich persönlich als empathielos, boshaft und menschlich einfach widerwärtig.
Der Unterschied zwischen schwarzem Humor und Sarkasmus zu boshaftem Zynismus und Herzlosigkeit ist für viele leider anscheinend nur schwer zu verstehen, dennoch existiert er.

3.
IN EIGENER SACHE.
Es sollte im Grunde allen klar sein: auch als Comedian/Satiriker/Kritiker/wasauchimmer stehe ich selbst jederzeit im Kreuzfeuer der Kritik, des Spotts und der Anfeindungen.
Ob ich meine Meinung sage, mich politisch äußere oder einfach nicht lustig bin – überall und gerade im Internet werde ich dafür rund um die Uhr nicht nur gelobt, sondern auch kritisiert, übel beschimpft und beleidigt.
Äußere ich mich beispielsweise politisch, komme ich noch nicht mal bis zum D hinter der Af und habe bereits Dutzende Kommentare, in denen ich als ‘ekelhaft linksgrünrechtsversiffter Merkelbückling vom verlogenen Staatsfernsehen und fettes dummes Judenschwein’ etc beschimpft werde – obwohl ich gar nicht fett bin!!!!
Na und?
Wenn ich mich mit einer Gefühlsäußerung melde, bin ich ein selbstgerechter Heuchler.
Ganz generell mache ich ja eh alles nur für Kohle und Klicks, da ich ja sonst nicht mehr in den Medien stattfinde.
Und ja, früher war ich mal lustig, jetzt schon lange nicht mehr.
Stimmt alles. Für irgendwen.
Und auch, wenn viele dieser Äußerungen böse, bescheuert und verletzend sind – ich nehme sie eher als Zeichen dafür, die richtigen getroffen zu haben.
Deshalb gönne ich mir jedesmal, die schönsten/bösesten/dümmsten/orthografisch kühnsten davon als Screenshot noch einmal zu veröffentlichten, im Original zu löschen und den Schreiber ggf zu sperren.
Ein wunderbares und sehr befreiendes Gefühl.
Und nein, für mich ist das Veröffentlichen kein ‘an den Pranger stellen’, denn alle diese Äußerungen waren öffentlich und meist dennoch hinter falschen Namen feige versteckt – also ist es nur legitim, diese erneut würdig zu präsentieren und die Poster mit ihren Äußerungen noch einmal zu konfrontieren.
Deshalb auch hier im Anhang
einige der herausragenden Posts zu meinem Küblböck-Statement, um vielleicht einmal zu zeigen, wie die ‘Fifty bzw Fivethousand Shades of Hate and Stupidity’ so aussehen können – damit keiner sagen kann:
ach so schlimm hab ich mir das gar nicht vorgestellt….
ABSCHLIESSEND:
So, das war ein langer Text.
Sorry für die Mühe.
Schon jetzt lese ich vor dem geistigen Auge die zahlreichen Kommentare, die mir hier erneut Dummheit, Heuchelei, Rechtfertigung, generelle Fettheit, linksgrünrechtsverseuchte Staatstreue oder was auch immer vorwerfen.
Bitte schön – die Kommentarleiste ist geöffnet.
Ich werde mich jetzt nicht mehr weiter dazu äußern, denn ich habe erst mal mehr als genug gesagt.
Wer es verstehen möchte, findet im Text genügend Ansätze.
Wer es falsch verstehen möchte, der wird es eh tun.
Viel Spaß dabei.

Gepostet von Oliver Kalkofe am Donnerstag, 13. September 2018

Gepostet von Oliver Kalkofe am Donnerstag, 13. September 2018

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Gepostet von Oliver Kalkofe am Donnerstag, 13. September 2018

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Gepostet von Oliver Kalkofe am Donnerstag, 13. September 2018

Kalkofes Klartext – SPOTT ÜBER DANIEL KÜBLBÖCK – Nachtrag2018-09-13T15:44:14+00:00

613. Anleitung zur gespielten Natürlichkeit (TVS 19/18)

Das diesjährige Langzeit-Langeweile-Sommerspektakel namens PROMI BIG BROTHER, in dem ein Rudel bislang eher unbekannter Zeitgenossen, die sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen als sogenannte ‚Prominente‘ ausgaben, in einen überwachten Blödenbunker eingesperrt wurden, bescherte uns wie immer weder gute Unterhaltung noch Überraschungen, dafür aber eine allgemeingültige Studie zum Thema: Wie verhalte ich mich in öden belanglosen Furzformaten, in denen berühmt-behauptete Randexistenzen ohne Talent mit Kameras beim Wohnen beobachtet werden? Denn im Grunde ist es ganz einfach dort zu gewinnen, man muss sich nur an folgende zehn simple Regeln halten:

  1. Merk Dir deinen Mantra-Satz, den Du in Varianten mehrmals täglich aussprechen solltest: ‚Ich bin wie ich bin‘. Benutze die hohle Existenzbestätigung als Erklärung, Entschuldigung und Pausenfüller, ebenso als falsches Lob an deine Mitbewohner: ‚Du bist halt wie du bist und das finde ich toll!‘ 2. Wenn jemand gerade die theatralische Selbstzweifelnummer abzieht oder die ‚Ich glaub ich geh freiwillig raus‘-Charade spielt, sag ihm immer wieder: ‚Du bist eine so starke Frau/…ein ganz toller Mensch!‘, auch wenn Du Dir dabei am liebsten die Zunge abbeißen möchtest.  3. Rede von Dir und den anderen Pissnelken stets als ‚große Familie‘ und tu so als ob Dir ihr Wohl total am Herzen läge, auch wenn sie Dir natürlich meilenweit am Arsch vorbeigehen und genauso gut tot auf dem Teppich liegen könnten.  4. Wenn Du jemand rauswählen musst, nimm den der Dich am meisten bei Deiner Performance stört oder ein kritischer Gegner im Finale werden könnte, behaupte aber Trauer heuchelnd, Du würdest die Person nur in ihrem eigenen Interesse wählen, weil Du fühlst, dass er/sie jetzt eigentlich ‚viel lieber zuhause wäre‘.  5. Redet jemand besonders viel Dünnschiss und ist zu jedem biestig und fies, bestätige ihn mit dem falschen Kompliment: ‚Du sagst halt was Du denkst, und das bewundere ich an Dir!‘ 6. Bei einem Streit wähle für einen verbalen Einlauf immer als Einstieg den Satz: ‚Okay, Du hast Deine Meinung und ich akzeptier das…‘ 7. Vergiss dass Du mit Deiner unerwünschten penetranten Präsenz im Doofen-Puff 99% der Menschen gehörig auf den Sack gehst, sondern rede Dir und allen anderen immer wieder ein, Du würdest Deutschland gut unterhalten!  8.  Wenn Du eine Frau bist und nicht fett oder alt: Zeige Deine Titten, verdammt noch mal! So oft und unbedeckt wie möglich!  9.  Überlege dir vorher gut, welche intim-emotionalen Geständnisse Dir während des Aufenthalts entweichen und wann genau dies ganz spontan geschehen soll. Trainiere vor dem Spiegel Betroffenheit, Erschütterung und möglichst ungehemmten Tränenfluss (besonders wirksam in Verbindung mit starkem Make-Up), das macht Dich menschlich und keiner traut sich mehr, Dich zu kritisieren. 10. Versuch während der harten Zeit unter Dauerbewachung Dich einfach nie so zu benehmen wie zuhause und tu so, als wärst Du das komplette positive Gegenteil von dem nervigen Arschloch, als das Dich Deine Freunde und Familie kennen! Kurz gesagt, egal was Du tust: Sei bloß nie so wie Du bist!

Zeitverlust

Selten hat man eine neue Primetime-Show gesehen, die so mit Karacho bzw. im Schneckentempo an die Wand gefahren wurde wie TIME BATTLE auf Pro7. Es bleibt ein mediales Rätsel, wie eine eigentlich originelle Idee derart langweilig, altbacken und öde mit solchem Schmackes in den Sand gesetzt werden kann. Allerdings hätte mit Sicherheit geholfen, nicht ein so roboterhaft blutleeres Moderatorenpaar mit eingeschnitzter Grinsestarre genommen hätte. Typischer Fall von D.O.A. – Dead On Arrival. Wiederbelebungsversuche zwecklos.

Hundestaffel

Da SAT1 gerade dabei ist, aus Verzweiflung sämtliche Erfolge aus vergangenen Tagen zu reanimieren, musste natürlich in Gedenken an KOMMISSAR REX auch eine knuffig-kauzige Serie mit einem cleveren Köter-Ermittler her! Freuen wir uns also auf Jens Atzorn in DER BULLE UND DAS BIEST – so wie Rex, nur mit mehr ‚Coolness, Schnelligkeit und Männlichkeit‘. Also beim Hund jedenfalls. Der Rest dürfte der gleiche kringelige Krimikot auf dem Gehsteig der ewig gleichen Schnarch-Unterhaltung werden. Wuff und Ende.

Inselbums

Es ist soweit: die Türen des Geschlechtsverkehr-Anbahnungs-Camps von LOVE ISLAND auf RTL2 werden wieder geöffnet! Was bedeutet, dass erneut eine Horde rammelwilliger Jungdeppen mit Triebstärke und Hirnschwäche unter heißer Sonne aufeinander losgelassen wird, um vor den offen versteckten Kameras hoffentlich viel Frischfleisch zu zeigen und ab und zu ein kleines Nümmerchen zu schieben. Großes Entertainment für die kleinen Bedürfnisse. Hand in die Hose, Bier auf, Verstand ausschalten – that’s modern TV!

613. Anleitung zur gespielten Natürlichkeit (TVS 19/18)2018-09-13T02:02:16+00:00

#Küblböck #RIP

Ich habe mich nicht früher geäußert, weil ich keinen falschen Spekulationen Vorschub leisten wollte, aber jetzt scheint es ja doch traurige Tatsache zu sein, dass Daniel Küblböck auf der Aida Suizid begangen hat…
sollte er nicht doch noch an Bord gefunden werden, was derzeit allerdings nicht realistisch erscheint.
Dieser Selbstmord stimmt mich unendlich traurig.
Und wenn ich die unglaublich vielen dummen, abartigen und emotionslosen Witze lese, werde ich wütend.
Ja, er war eine schrille und bisweilen irrwitzig erscheinende Gestalt, er polarisierte und viele seiner Performances waren diskussionswürdig.
Na und?
Ja, ich habe auch sehr oft über ihn gespottet und Witze gemacht, sowohl in der #Mattscheibe wie auch bei #SchleFaZ.
Jedoch nicht über ihn als Person, sondern nur über seine Aktionen und Auftritte – wo er natürlich auch bewusst zu solchen Reaktionen provozierte.
Und glücklicherweise gehörte er zu den Menschen, die auch selbst über sich lachen konnten, was seine tollen Reaktionen auf Twitter bewiesen, als wir DANIEL, DER ZAUBERER auseinandernahmen.
Er gehörte zu den Menschen, die bunt und anders sind, die ihr Publikum begeistern und auch nerven können.
Doch wo wären wir ohne genau diese seltsamen und verrückten Figuren, die uns zumindest Emotionen schenken statt immer gleicher Langeweile?
Achim hat uns bewiesen, wie wertvoll gerade diese auf den ersten Blick etwas merkwürdigen Gestalten für die Medienwelt und Menschheit sind.
Wir dürfen dankbar sein, über solche Künstler lachen, diskutieren oder auch uns über sie aufregen zu dürfen.
Nur warum all die Wut und all der Hass, weil jemand anders ist?
Wieso fällt es uns so schwer, Menschen mit anderem Aussehen, anderer Hautfarbe oder Herkunft als dennoch ebenbürtig zu akzeptieren?
Hier sehen wir auf tragische Weise die Auswirkungen der Casting-Shows und des immer seelenloser werdenden Fernsehens.
Junge Menschen, die Bestätigung suchen, werden innerhalb kürzester Zeit zu gefühlten Superstars, werden bejubelt oder auf einmal ausgebuht, urplötzlich lieben oder hassen sie Tausende oder gar Millionen von Menschen.
Und genauso schnell sind sie wieder vergessen, werden nicht mehr beachtet und von anderen für ihr kurzes Kratzen am Ruhm ausgelacht und abgelehnt.
Je schräger und polarisierender sie sind, kommt auf jeden neuen Fan mindestens eine Person, die sie aus vollem Herzen hasst und dieses Gefühl im Netz auch offen auslebt.
Doch niemand hilft den jungen Kurzzeit-Celebrities damit umzugehen, die Sender und Redaktionen machen sie zu Helden, Witzfiguren oder quotensteigernden Hassobjekten – letztlich aber zu Opfern.
Kaum einer, der unbeschadet aus der Superstar-Topmodel-SonstwasSuch-Mühle herauskommt.
Und kaum ist die Abschlussmusik der letzten Folge verklungen, sind sie von den Verantwortlichen für immer vergessen.
Doch egal, ob man jemand mochte oder nicht und ob man ihn zu Lebzeiten ernst nahm oder nicht – nach dem Tode dümmlich ausgelacht zu werden, vor allem wenn man gerade an diesem Umgang mit der eigenen Person gescheitert ist und deshalb das Leben aus Verzweiflung beendet hat, hat niemand verdient.
Und jeder, der sich in die Reihe der Suizid-Scherzbolde und Meer-Witzereißer einreiht, sollte sich nicht wundern, wenn beim nächsten Morgenschiss ein Blitz in die Schüssel schlagen sollte.
Lebewohl, Daniel, Du warst ein lustiger Verrückter, der diese Welt zumindest bunter und vielfältiger gemacht hat.
Und uns einen der wirklich schlimmsten SchleFaZe bescherte, mit dem wir alle sehr viel Freude und Verzweiflung erfahren durften.
Danke für alles – und verzeih denen, die zu dumm oder empathielos sind und waren, auch mit dir statt nur über dich lachen zu können.
Ruhe in Frieden.

#Küblböck #RIP2018-09-11T03:33:49+00:00