KalkBlog2018-12-10T21:37:44+02:00
1910, 2019

642. Die Angst vor dem Kind (TVS 22/19)

19. Oktober 2019|Kalkofes letzte Worte, Kalkofes letzte Worte 2019, 4. Quartal|

Vorsicht! Menschen mit schwachen Nerven, kurzer Lunte und Hang zum überreizten Aufbrausen sollten an dieser Stelle besser nicht weiterlesen. Gleich folgen zwei Vokale und drei Konsonanten, die tausende besonnen erscheinender Homo Sapiens in Sekundenschnelle zu hetzerischer Häme und unkontrollierten Wutausbrüchen provozieren können: GRETA! Einige fühlen sich von diesem (auf den ersten Blick heuchlerisch harmlos erscheinenden) Namen in ihrer gewohnten Lebensweise persönlich angegriffen oder glauben gar durch dessen dreifache Nennung vor dem Rückspielgel im SUV direkt vom linksgrün versifften Teufel in die vegane Klimahölle gezogen zu werden. Andere wiederum fühlen sich durch die genau gleichen Lettern hoffnungsvoll inspiriert oder üben kritische Selbstreflexion. Ein Name also, der ebenso euphorisiert wie verängstigt, auf jeden Fall aber hochgradig polarisiert.

Was ich selbst erfahren durfte als ich bei einem kleinen Facebook-Experiment einfach nur ‚Greta‘ ohne jede weitere Aussage veröffentlichte. Innerhalb weniger Minuten sammelten sich darunter hunderte extrem emotionaler Beiträge von Personen, die sich wild bepöbelten und verbal zerfleischten wie aggressiv aufgeheizte Kommentar-Kampfhunde, die man mit rektalem Elektroschock beschleunigt geifernd aufeinanderhetzt. Übrigens von allen Seiten des Meinungsspektrums, wobei sich von Anfang an Links, Mitte, Rechts, Anhänger, Gegner und Unentschlossene in Wortwahl und Wutstärke kaum voneinander unterscheiden ließen.

Nur fragt man sich: warum eigentlich? Woher kommt dieses massive Gefühl der Bedrohung und Furcht? Handelt es sich doch bei der genannten Person lediglich um ein 16-jähriges Mädchen aus Schweden mit Zöpfen und Asperger-Syndrom, also quasi noch minderjährig und theoretisch schutzbedürftig, das unerwartet schnell zu einem internationalen Medienstar avancierte. Allerdings nicht durch das bei Alterskolleginnen sonst übliche Posten inhaltsleerer Arsch-und-Duckface-in-the-Sun-Selfies am Swimmingpool, sondern mit ihrem Versuch, die sonst eher motivationslos bis desinteressiert erscheinende Jugend zum Kampf für die eigene Zukunft und gegen eine mögliche Klimakatastrophe zu inspirieren. Also eigentlich kein Grund, deswegen gleich auszurasten – wäre sie nicht so unverschämt erfolgreich damit. Und würde sie dabei vielleicht nicht ganz so böse gucken und etwas demütiger reden, vor allem weniger. Denn von der selbst gezeugten Generation der stinkfaulen, saudummen und ignoranten Kinder plötzlich vollkommen respektlos bewiesen zu bekommen, dass man sich in puncto Klimaschutz jahrzehntelang stinkfaul, saudumm und ignorant verhalten hat, das muss man sich als fleißiger, intelligenter und aufmerksamer Erwachsener ja wohl wirklich nicht sagen lassen. Schließlich ist man damals nicht der starrsinnigen Sturheit der Eltern zum Trotz demonstrierend auf die Straße gezogen, um jetzt bei der gleichen unsinnigen Argumentation den eigenen Kids gegenüber ertappt und in den Medien bloßgestellt zu werden. Dann doch lieber in gerechter Rage oben Augen und Ohren zuhalten und unten kräftig treten – mit etwas Glück hat man sich dann schon rechtzeitig gegenseitig erledigt, bevor das Wetter wirklich schlechter wird.

Spätschicht

Zwei wichtige Erkenntnisse für Reality-TV-Formate: Menschen in ulkigen Tierkostümen funktionieren nicht ohne Singen und wildfremde Leute auf Inseln nicht ohne Bumsen! Einfach nur so sinnfreies Hinfallen oder banales Überleben ist halt nicht genug, deshalb floppte WILD IM WALD bei RTL2 ebenso wie SURVIVOR auf Vox (wie auch schon auf Pro7 und RTL2 zuvor). Und so wurden beide ambitionierten Großprojekte noch vor der dritten Folge ins Spätprogramm verbannt, wo sie jetzt vom Publikum ungestört machen können was sie wollen. Gute Nacht und auf Nimmerwiedersehen!

Kinderqual

Willkommen zur Rückkehr der klassischen Family-Gameshow auf Vox, in der sich Eltern und Kinder gemeinsam vor dem Publikum entblöden und entblößen (rein seelisch gemeint) und fröhlich im freundlichen Fremdscham-Schaumbad suhlen. Denn in HERRLICH EHRLICH – KENNST DU DEIN KIND? müssen Eltern in heiter-peinlichen Schmunzelspielen Mirja Boes beweisen, wie gut sie ihre Kleinen kennen und was sie alles über sie wissen. Klingt nach altbackener Rührungs-Fertigmischung aus DINGSDA, AM LAUFENDEN BAND und Was-auch-immer-gerade-noch-im-Privatfernseh-Papierkorb-für-Familien-Formate zu finden war. Mit Kids-Garantie zum Bitter-Bereuen in der Pubertät.

Königinnen-Casting

Wenn eine Frau im deutschen Fernsehen aus ganzem Herzen von Menschen jeglicher geschlechtlicher Identität vergöttert und verehrt wird, dann ist das fraglos Heidi Klum. Behauptet jedenfalls Pro7 immer wieder vehement. Für das Privatfernsehen ist sie nämlich reines Quotengold, weil sie aus gewöhnlichen gutaussehenden Menschen wunderschön willfährige Model-Money-Maschinen macht und uns mit hässlichen Charakter-Langweilern erst gar nicht belästigt. Und da sie einfach alles castet, was nicht schnell genug fliehen kann, peitscht sie jetzt Deutschlands Nachwuchs-Travestiekünstler durch die Manege und sucht zusammen mit Hotel-Schwager Bill die QUEEN OF DRAGS. Was die seriöse Queer-Community fast so sehr freuen dürfte wie nässender Achselherpes plus juckendem Fußpilz in zu engen High Heels. Willkommen im Zirkus Klum!

1610, 2019

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