Kalkofes letzte Worte

566. Der grosse Big Bang Promi-Break-up (TVS 24/16)

Wie wir alle wissen, gibt es inzwischen unzählige Möglichkeiten im TV-Gewerbe berühmt zu werden – und nur die wenigsten davon haben mit Können oder Talent zu tun. Was einst als minimale Grundvoraussetzung für den Prominenz-Status angesehen wurde, gilt heutzutage als grobe Überqualifizierung mit Hang zur Angeberei. Die bloße Behauptung einer zumindest eingebildeten Bedeutung, ein Hauch von Inselbegabung mit mediokrem Unterhaltungsfaktor, große Brüste/Fresse, medienwirksamer Fremdschamfaktor – wenn man dazu noch bereit ist, den letzten Rest Selbstachtung im Scheißhaus des Schicksals beherzt durch den Orkus zu spülen, ist das mehr als ausreichend, um wenigstens einen warmen Platz in der Kanalisation bei PROMI BIG BROTHER zu bekommen. Oder sogar eine eigene Doku-Soap, wenn man sich nicht zu schade dafür ist, die schleimigen Kamera-Crawlers der belanglosen Boulevard-Brägen-Beluller auch bis in die intimsten Winkel des eigenen Lebens kriechen zu lassen. Vor allem für Paare eröffneten sich hier ungeahnte Präsenz-Perspektiven, wenn man die einzelnen Unfähigkeiten zusammenlegte und die Summe der addierten Dummheit in heiter-charmanter Einigkeit zelebrierte. Denn bekanntermaßen lautet eine der wirksamsten Formeln aus dem Gleichungsbuch der Einheitsbreiformate: (Überflüssig + Uninteressant) hoch 2 = (Neugier durch Scheißegal) mal (Billig + Willig).

Klar, schön ist das nicht, den grinsenden Geissens beim sinnfreien Geld verbrennen zuzuschauen oder den pausenlos gackernden Großhupen-Kleinhirn-Hohlraum Verona Pooth und ihren schmierhaarigen Insolvenzverschlepper Franjo beim schamlos prolligen Power-Protzen zu ertragen. Oder wochenlang Giovanni & Jana-Ina-Whothefuck bei der Schwangerschaft, Pizzeria-Eröffnung, Haus-Suche und Zehennagel-Zwischenraum-Säuberung begleiten zu müssen. Doch auch wenn das alles im Grunde niemals irgendjemand wirklich interessiert, so lässt sich selbst aus den dusseligsten Pseudoprominulpen durch das reine Abfilmen der künstlich überinszenierten Existenz immer noch ein letzter Rest Quote aus dem Kothaufen pressen. Sarah Connor und ihrem rechtmäßig längst vergessenen Lebensabschnittsbegatter Marc Terenzi mit der albernen Igelfrisur war damals nach einer Staffel Embarrassment-Sit-Com ‚In Love’ zumindest noch eine relativ saubere fernsehfreie Scheidung vergönnt, was allerdings spätestens nach dem international so mega-erfolgreichen Brangelina-Split-Up nicht mehr ganz so einfach durchgehen dürfte.
Weshalb wir nun auch demnächst auf RTL2 endlich Zeuge der ersten großen Auseinandergeh-Doku von Pietro Lombardi & Sarah werden dürfen. Da nämlich nach all den unerklärlich erfolgreichen Geburts-/Hauskauf-/Urlaubs-/Morgenstuhl-Begleitungen bereits die nächste Fun, Love & Boredom – Serie mit den Beiden beim Erdbeerpflücken und Hornhauthobeln geplant war, müssen das singende Happy Hippo und seine mutmaßlich untreue Zweitstimme nun halt separat vor die Kamera und versuchen, uns auch mal die heiteren Seiten einer tragischen Trennung unterhaltsam zu präsentieren. Sicherlich bereits prophylaktisch in Planung: die große Super-Scheidungs-Show von Daniela Katzen-Burger und ihrem Lucas-Griechen. Mit etwas Vorbereitung kann man die dann als Serie und fetten Live-Event mit Pöbel-Poetry-Slam, Schlamm-Catchen und neuer Single von Papa Costa inszenieren. Soll sich ja auch lohnen so ein Drama!

Bundeswehrbung

Das marode Militär hat jede Menge Probleme: Waffen, die noch schlechter schießen als die kaputten Hubschrauber fliegen, mieses Image, nix zu tun und immer weniger Freiwillige. Daher gibt es nun DIE REKRUTEN – die erste von der Bundeswehr produzierte Internet-Reality-Doku-Soap. Jeden Tag eine neue Mini-Folge bei YouTube, zappelig-crazy im Sekunden-Schnitt-Tempo inszeniert, so wie gerade wohl angesagt bei allen konzentrationsdefizitären Netz-Glotzern mit der Aufmerksamkeitsspanne einer zu locker geschraubten Tretmine. So überdreht wie überflüssig, dafür aber schön teuer. Und auf jeden Fall cooler als mit der Kohle die gammeligen Gerätschaften zu reparieren.

Satzsuche

Vielleicht hat sich das Problem inzwischen bereits erledigt, aber zum Zeitpunkt dieser Zeilen ist der neue Tagesthemen-Anchor Ingo Zamperoni noch immer ohne personalisierten Abschiedssatz. Weshalb Millionen Deutscher täglich nur unpersönlich verabschiedet ins Bett gehen müssen und sehr unruhig schlafen. Dabei wurde schon viel ausprobiert, von Träumen Sie schön, am besten von mir! über Bye-Bye-Bingo, Euer Ingo! bis Gute Nacht, ich geh auf’n Schacht! – aber nichts wollte so richtig zünden. Selbst Licht aus, Micky Maus! und Hände auf die Decke, Jungs! schienen nicht zu funktionieren. Die ARD hat deshalb nun ein paar Beutel Gebührengold aus dem Geldspeicher geholt und mehrere hochqualifizierte PR-Agenturen damit beauftragt, den passenden Zamperoni-Rausschmeißer zu kreieren. Weit vorne liegen derzeit Jetzt aber mit dem D-Zug ins Schlummerland, Ihr Süßen! und Fresse halten, Augen zu – der Ingo gibt jetzt endlich Ruh! während er eine Handvoll Schlafsand in die Kamera pustet.

Umzugshilfe

Panik bei RTL, denn einschlägigen Berichten zufolge will der Besitzer der abgewrackten Grünanlage aka Dschungel-Camp demnächst die Verträge mit dem deutschen und englischen Fernsehen nicht mehr verlängern, weil ihm die Idioten so langsam einfach alle nur noch auf den Sack gehen. Was dann? Wo bitte sollen wir unsere televisionären Castor-Behälter alljährlich entsorgen? Könnte also gut sein, dass demnächst ein paar Gummibäume und Kakerlaken-Kolonien in einer Kieskuhle bei Castrop Rauxel oder einem FKK-Campingplatz bei Köln-Nippes angesiedelt werden. Egal, geguckt wird’s ja trotzdem!

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20:00 Berlin Theater am Kurfürstendamm
Wenn's denn sein muss: Frohes Fest!
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Das Leben ist eine Deponie
20:00 Göttingen Deutsches Theater

Oliver Kalkofe

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