Arschkrampen

    • On Air: 1993-…?
    • Autor: Dietmar Wischmeyer
    • Sprecher: Oliver Kalkofe (Jürgen „Gürgen“ Ferkulat), Dietmar Wischmeyer (Kurt Krampmeyer)

 

Wissenschaftlich gesehen geht es um Folgendes, und besser als die Wikipedia – ja genau: die Wikipedia – kann man es nicht zusammenfassen. Dort ist man nämlich augenscheinlich einem Aufruf der Frühstyxradio-Website gefolgt und hat Kurt und Gürgen einen kompletten Artikel gewidmet. Wissenschaftlich. Also:

„Die Arschkrampen“ ist zunächst eine Kritik an Alkoholismus und Gesprächen in Kneipen auf Stammtischparolen-Niveau. In späteren Publikationen gewinnt „Die Arschkrampen“ an satirischen und gesellschaftskritischen Ansätzen. Hauptspielort ist die fiktive mittelständische Schankwirtschaft „Bei Gertrud“, an deren Tresen die Arbeitslosen Kurt Krampmeyer und Gürgen Ferkulat täglich Bier mit verschiedenen unüblichen Zusätzen wie Tsatsiki oder Erdbeerjoghurt komsumieren und über verschiedene Themen diskutieren. Einige Folgen sind Persiflagen auf Filme, z.B. auf Dinner for One.

Die Reihe fingiert das Zusammentreffen eines zurückhaltenden Mittelschulabsolventen mit einem von sich selbst eingenommenen Angehörigen aus der Unterschicht, der durch raue Sprüche und Beschimpfungen, Einschüchterung, später auch durch fadenscheinige Argumentationen oder Verwirrungsstrategien auch bei sehr absurden Behauptungen meistens Recht behält. Wikipedia]

Beim Frühstyxradio klingt das… nicht ganz so akademisch:

„Das Arschrampen-Universum ist schwer zu beschreiben, es beinhaltet eine Mischung aus Stammtischparolen, Alkohol und Philosophie, mithin alle Aspekte des Lebens. Die Endzeitpropheten Kurt und Gürgen halten sich meist in der frei beweglichen Schankwirtschaft “Bei Gertrud“ auf, die von der gleichnamigen Wirtin geführt wird. Dort konsumieren sie Bier mit Tzaziki, auch Ballerbrühe oder Rintintinjauche genannt, und Alster mit Erdbeerjoghurt und philosophieren über reale oder eingebildete Gegebenheiten des Alltags. Den Hauptteil der Unterhaltung bestreitet Kurt, der weitgehend in seiner eigenen Welt lebt und einen recht eigenwilligen Jargon pflegt. Ihm verdanken wir Wortschöpfungen wie Fickstadt für Hannover, Ponygezuppel für Fury in the Slaughterhouse, Brägen für Kopf oder Hirn, Göbeln für sich übergeben und ähnlich schöne Wendungen. Oft dreht sich das Geschehen um den mysteriösen Albert Brettermeier, auch „Brettermeier, die Pottsau“ genannt. Es handelt sich hier höchswahrscheinlich um Kurts ehemaligen Vorgesetzten. Er wird von den Arschkrampen gejagt, um zu verhindern, dass er die Weltherrschaft erringt. Eine Besonderheit der Arschkrampen ist die Tatsache, dass sie frei in der Zeit und in den Dimensionen springen können, so trifft man sie zum Beispiel in Stalingrad (was dann stilecht Göbelgrad heißt), am D-Day in der Normandie oder bei der Flucht aus Ostpreußen in einem U-Boot. Auch vor Klassikern der Filmgeschichte machen die Beiden nicht Halt, so gibt es Arschkrampenversionen von Casablanca (Göbelblanca), Dinner for one, King Kong (Kurt Kong) und anderen.

Schon 1989 entwickelt Dietmar Wischmeyer mit Oliver Kalkofe, damals noch Frühstyxradio-Praktikant, Arschkrampen, die schnell zu den wiederkehrenden Figuren des Formats gehören.

Den Arschkrampen verdanken die Bewohner der Stadt Syke bei Bremen einen ganz besonderen Besucheransturm. Zwischen Weihnachten und Silvester 1991 wird „Is mir schlecht“, die erste CD der Arschkrampen, ausschließlich an Gäste der Gaststätte Bei Gertrud verkauft (das Format spielt in einer fiktiven Kneipe gleichen Namens). Trotz dieser Erschwernis werden innerhalb von vier Tagen 2.000 CDs verkauft.

Die Verkaufserfolge der CDs von Kalkofe und Wischmeyer ermutigen zur Gründung des Tonträgerlabels Frühstyxradio (kurz: FSR, im Vertrieb von rough trade), das zum Start als „limitierte Prachtausgabe“ gleich eine Box mit vier CDs unter dem Titel „Zum 750jährigen Jubiläum des größten Kulturmagazins der Welt“ herausbringt, auf denen Kurt und Gürgen natürlich auch präsent sind.

1993 sind die Arschkrampen schon so populär, dass das FSR-Label gleich eine Doppel-CD mit ihnen vorlegt.

Nachdem die deutschen Soldaten während des Somalia- Einsatzes ihr Verpflegungszelt nach der legendären Arschkrampen-Kneipe „Bei Gertrud“ benannten, gibt das Frühstxyradio-Label die CD „Is’ mir schlecht – Arschkrampen Live bei Gertrud“ als Feldausgabe für den deutschen Unterstützungsverband für Belet Weyne erneut heraus.

Im Oktober 1996 erscheinen im Abstand weniger Monate gleich zwei CDs von Gertruds Stammkunden: „Zicken & Würmer, Teil 1“ und „Zicken & Würmer, Teil 2“.

Mit „Satanziege“ entstand 2002 auch nach Ende der Frühstyxradio-Zeit eine weitere Krampen-CD und seitdem fragen sich immer wieder Fans, ob und wann es vielleicht doch mal wieder etwas Neues von Kurt und Gürgen gibt. Dietmar Wischmeyer sagt dem Journalisten Fabian Pfaffendorf dazu im Juni 2006 in dessen Weblog:

„Wenn ich den Oliver Kalkofe überreden kann und er Zeit dafür hat, bin ich sofort dabei. Lust habe ich schon. Mal sehen, was nächstes Jahr zum 20. Jubiläum des „Frühstyxradio“ alles passiert. Bei der letzten CD „Satanziege“ hatte ich ihn ja zwei Jahre lang angefragt, bis er endlich mal Zeit gefunden hatte, die mit mir aufzunehmen. Man merkt bei der CD auch recht deutlich, dass sie zwischen ICE und Taxi entstanden ist. Wir hatten da keine Zeit zum Proben und ein Track wird auch mit Lachanfällen unsererseits unterbrochen. Das ist mehrfach passiert und wir haben das ebenso draufgelassen, wie auch die Taxibestellung für den Kalkofe.“ [Fabsors Medien- und Gezuppelwelt]

2017-02-10T01:40:09+00:00

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