523. Wir werden Weihnachtsmeister! (TVS 07/15)

523. Wir werden Weihnachtsmeister! (TVS 07/15)

Die FIFA möchte noch einmal deutlich mit einem gerüttelt Maß an Empörung darauf hinweisen, dass die Vorwürfe der Bestechung bei der WM-Vergabe für 2022 in Katar vielleicht inhaltlich logisch, aber dennoch eine Unverschämtheit sind. Fußball ist eine filigrane und wissenschaftlich hoch entwickelte Form der Körper-Ertüchtigung, bei der finanzielle Aspekte keinerlei Rolle spielen, sondern das Wohl der Spieler und Zuschauer im Vordergrund stehen. Die Entscheidung, die WM 22 bei unmenschlicher Hitze in der Wüste stattfinden zu lassen und dann auf den gerade noch erträglichen Winter zu schieben, ist deshalb aus Gründen reiner Vernunft und Nächstenliebe getroffen worden. Der auf den ersten Blick noch geisteskrank absurd erscheinende Termin sorgt für eine willkommene Abwechslung im längst vor Langweile erstarrten Bundesliga-Rhythmus. Ein wenig unnötiges Chaos und gezielte Verwirrung von Fans und Spielern sorgt stets für intellektuelle Belebung und finanzielle Verluste, die wiederum bei den Clubs die Kreativität ankurbelt, auf welche Art man diese vom Publikum wieder ausgleichen lassen kann. Public Viewing auf dem Weihnachtsmarkt statt in der prallen Sonne verringert die Gefahr auf Sonnenbrand und Hautkrebs, Glühwein hat wertvolle Kräuter und schmeckt weniger herb als Bier, und das W in WM steht eh für ‚Weihnachten’. Durch das Finale am Heiligabend erübrigen sich viele der jährlichen Probleme wie von selbst: man muss nicht die öden Krippenshows im Fernsehen gucken, kein großes Familienessen organisieren, da Papa eh zu strulle ist, und die Bewohner des Siegerlands müssen sich nicht um Geschenke kümmern, da der Titel ja wohl genug ist.

Eine WM im Winter ist ein großer kollektiver Traum, den wir bislang nur noch nie zu träumen gewagt haben: mit kleinen Fußbällen behängte Christbäume, gemütliche Tischgrill-Abende mit Freunden bei Kakao und Spekulatius, Nationalspieler als Schneemänner bauen, dribbelndes Weihnachtsmann-Ballett im Fußballfest der Volksmusik und statt der stets gleichen stinklangweiligen Laientheater-Aufführung von der Christkind-Geburt läuft das spannende Endspiel in der Kirche und alle können mit beten. Verzichtet man also auf billige Häme und unreflektierten Spott, so erkennt man leicht was für ein unglaublicher Segen diese Weihnachtsmeisterschaft für alle darstellt. Sollten die FIFA oder einzelne bedürftige Mitglieder wirklich einen minimalen finanziellen Millionen-Bonus als kleines Merci für ihre grandiose und mutige Entscheidung erhalten haben (so lächerlich dieser Vorwurf auch erscheinen mag!), so war es mehr als verdient. Falls nicht, sollten wir über eine private Kollekte als Zeichen unserer Dankbarkeit nachdenken.

STARS AM ENDE

Ausgemodelt

Und wieder geht eine Sendung von uns, die eigentlich keiner je haben wollte und die dann seltsamerweise auch fast niemand anschaute: BERLIN MODELS – UNSER LEBEN, UNSERE TRÄUME. Bei RTL ist man ratlos: lieblos hingeschludert, mies gespielt, kein wirkliches Drehbuch und dazu spielt es noch in der hohldoofigen Blödnuss-Welt Berliner Möchtegern-Models. Also alles Zutaten, die sonst immer super funktionieren! Aber außer ganz jungen Mädels, die selbst RTL nicht als Stammzuschauer wollte, zeigte kaum jemand Interesse, die billige Fernsehkotze mit seinen Augen aufwischen. Erst Verschiebung auf den Samstag Vormittag, dann raus ins Internet und Tschüß! Wie gesagt: über das Ende muss man nicht weinen, höchstens darüber dass es überhaupt anfing.

Jugendstadl

Borg mehr bieten. Erst recht nicht in seiner hippen Twitter- & Social Media-Vorzeigeshow MUTANTENSTADL, wo die Youngsters über 70 einfach etwas mehr Pep und Pfeffer erwarten dürfen. Deshalb hat DAS ERSTE entschieden, dass der überalterte Borg jetzt ins Heim muss, und man sucht nach verrückten neuen Moderations-Kids für die Next Generation der Volksmusik-Lovers. Yo, crazy shit, man – lasst es rocken, Ihr Stadl-Babos!

Baubegleitung

Lust auf ein wenig Langeweile? Da hätten wir was für Sie: SARAH & PIETRO BAUEN EIN HAUS! Genau so öde wie es sich anhört, nur blöd noch dazu: die zwei ziemlich wenig bekannten Ex-DSDS-Teilnehmer Sarah Dings und Pietro Bums werden mit der Kamera begleitet, wie sie ein Haus bauen lassen und ein Baby erwarten. Toll. Es gibt doch nichts Spannenderes, als uninteressanten Menschen bei alltäglichen Dingen zuzuschauen und dabei zu entdecken, dass Langeweile nicht aufregender wird, wenn sie von unbekannten Promis präsentiert wird. Ich leg mich noch mal hin…

2017-02-10T01:40:03+00:00
Hier schreibt der Chef.

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