400. Germanys next BUPRÄSI (TVS 14/10)

Mann, das war echt ein Schock, als unser überaus geschätzter Hotte Köhler ohne Vorwarnung die Klotten hin schmiss, gerade als wir noch im Lena-Jubel durch die Botanik hüpften. So ganz genau hat immer noch keiner verstanden, warum eigentlich. Irgendwie dachte er wir hätten ihn nicht mehr lieb und fand es voll doof, dass ein paar Leute ihn fies kritisiert hatten, was auch echt ziemlich gemein ist. Jedenfalls brauchen wir jetzt ganz schnell einen neuen Bundespräsi. Nur wer soll ihn suchen? Bohlen hat keinen Bock, weil die Regierung zu schlecht bezahlt und die Kandidaten für den Job nicht vorbestraft sein dürfen. Raab kann echt nicht alles machen und Heidi Klum castet grundsätzlich nur nach schulpflichtigen dürren Grinsemädels, die ihr Maul nicht aufmachen dürfen. Also mussten die Politiker selber suchen, was ja meistens mit Volldampf in die Hose geht. Die Top-Kandidaten sind momentan CDU-Ruhigblut Christian Wulff, der sanftmütige Sheriff von Valium-City (Hannover), und der frühere Stasi-Jäger Gauck. Die Linken haben pro forma auch wieder eine Kandidatin aufgestellt, die streng nach ihren bisherigen Kriterien keiner kennen darf, garantiert keine Chance hat und als Frisur ein explodiertes Vogelnest tragen muss. Schade, dass alle drei mit wenig Kreativität und Fingerspitzengefühl ausgewählt wurden. Im Bereich Fernsehen könnte man Personen finden, die das Lebensgefühl der Bürger wesentlich besser repräsentieren würden.

Achim Mentzel zum Beispiel wäre perfekt: keine Ahnung, aber gute Laune! Trifft auf die Hälfte der Bevölkerung zu. Oder aus dem anderen Lager Frank Plasberg: nicht blöd, aber immer scheiße drauf. Der Moik hat Zeit, redet gern viel dummes Zeug und kann auch schnell beleidigt sein, würde passen. Jürgen Drews ist fürs Amt zu schön, der Wendler zu bescheiden, Silbereisen zu jung und die Wildecker Herzbuben passen nicht durch die Türen vom Schloß Bellevue. Gottschalk wäre natürlich ein Knaller, keiner kann weniger zuhören und mehr labern, dazu gäbe es freie Gummibärchen für alle. Lothar Matthäus hätte sicher Interesse, Kader Loth macht für Geld alles und die Linkspartei sollte sich mal Nina Hagen durch den Kopf gehen lassen, aber die ist vielleicht doch zu bekannt. Uri Geller könnte bei einer Krise die Probleme einfach wegzaubern, seine außerirdischen Freunde rufen oder Löffel verbiegen, aber er ist kein Deutscher. Vincent Raven auch nicht, vielleicht sein Rabe. Und bevor mich einer fragt: Nein danke, ist ein Scheißjob! Dann geh ich doch lieber zum Promi-Schiffe-versenken.

STARS AM ENDE

1. Heidi Forever

Schlimme Nachrichten, getarnt als tolle Neuigkeit: Casting-Hexe Heidi Klums nervtötende Laufsteglatscher-Nachwuchs-Show wird um gefühlte hundert Jahre verlängert! Um wie viele genau wird von Pro7 noch nicht verraten, aber es wird wehtun. Babyface ‚Q’, der Modelbewerter mit dem Charme eines angelutschten Kinderlollies, wird allerdings schon mal aus der Jury fliegen, aber keine Angst, er wird nicht der letzte bleiben. Wappnen wir uns also für zahllose weitere Stunden falschen Grinsens, gespielter Herzlichkeit, quäkigen Gequakes, zelebrierter Dummheit, sinnloser Jungmädelfolter und egomanischen Rumgezappels der best-of-the-allerbesten Top-Arschgranaten der Supermodel-Megawelt von NY bis LA. Für mich kein Foto, bitte!

2. Jauch zum Ersten!

Wer hätte das gedacht! Nur knapp dreieinhalb Jahre nach dem mehrjährigen ersten Versuch, Günter Jauch zur ARD zu holen, hat es doch noch geklappt! Also sagen wir mal nach (stark abgerundet) fünf Jahren Verhandlung. Ja, wenn die ARD etwas wirklich will, dann kann sie schon auf die Tube drücken, der Jauch-Transfer wird intern verbucht unter verrückte Spontan-Käufe. Dem RTL-Millionärs-Sessel bleibt Günter treu, nur Stern TV wird eingetauscht gegen den neuen Job auf dem bisherigen Anne Will-Platz, die wiederum in irgendeine andere Sendelücke geprokelt wird. Bleibt also alles beim Alten, außer dass er wahrscheinlich im Ersten nicht mehr so viel im Stehen moderieren muss wie bei Stern TV, um das ARD-Publikum nicht zu sehr aufzuregen.

3. Fun-Freitag am Mittwoch

Super, bei SAT1 darf endlich wieder gelacht werden! Allerdings nicht am Mittwoch, denn das wird der neue Fun-Freitag, und das bedeutet: leicht angegammelte Comedy-Reste und Sketch-Wiederholungen von „Hausmeister Krause“ bis zu den „Dreisten Drei“ in Endlosschleife. Die Erfahrung mit dem ulkigen Spaßfreitag zeigt allerdings, dass selbst gute Formate im Umfeld der Zwangsbespaßung gnadenlos in die Hose gehen können, weil sich das Publikum eben nicht immer ganz so leicht auf mehrere Stunden tagesbezogene Lachparade mit Kichernötigung festnageln lassen möchte. Da sagt man dann allerdings nicht „Ich habe abgeschaltet“ sondern „Ich hab mich weg gelacht!“.

2017-02-10T01:40:14+00:00

Über den Autor:

Hier schreibt der Chef.

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