KalkBlog2022-09-02T20:28:08+02:00
209, 2022

Kalk & Welk

2. September 2022|

Die Legenden kehren zurück! Kalk & Welk – Die fabelhaften Boomer-Boys! Nicht alle alten weißen Männer sind doof. Okay, sie sind vielleicht kalk und auch welk – aber Oliver Kalkofe & Oliver Welke sind unterhaltsam, kritisch, witzig – und das nicht nur im Fernsehen.

Ab dem 19.09.2022 werden Kalkofe und Welke immer montags in diesem Podcast Aktuelles aus Fernsehen, Politik, Kultur und Gesellschaft sowie ihre Lieblingsthemen aus den 70er, 80er und 90er-Jahren sezieren.

Sie werden das Gestern preisen und sich darüber lustig machen, sie werden das Heute reflektieren und einen Blick in die Zukunft wagen.

Die Hörer können und sollen die Themen mitbestimmen, die beiden haben schließlich wenig Zeit. Zum Beispiel per Mail an kalkundwelk@radioeins.de

KALK & WELK – DIE FABELHAFTEN BOOMER-BOYS | Ab 19.09. exklusiv in der ARD-Audiothek.

1009, 2022

Bereit zur Revolution

10. September 2022|

716 | TVS 19/22

 

Die Öffentlich-Rechtlichen haben neuerdings ein Problem. Also im Grunde nicht nur eins und auch nicht erst seit kurzem, aber jetzt ist die selbst auf den Herd gestellte Kacke nun mal nicht mehr nur am Dampfen, sondern mit lautem Knall ins Gesicht explodiert. Schuld ist natürlich die Causa Schlesinger, der tiefe Fall der vorher so hoch sitzendenden wie auch trabenden RBB-Intendantin. Alles begann mit anfangs noch amüsant-absurd anmutenden Feten-Quittungs-Mauscheleien und dekadenten Luxus-Artikeln wie eine atmende Tapetenbegrünung, sich selbst massierende Bürosessel und vierlagiges Toilettenpapier aus handgefaltetem Blattgold. Schnell aber weiteten sich die Vorwürfe aus zu einem handfesten strafrechtlichen Verdacht auf Vorteilsnahme und Veruntreuung bis hin zum Betrug – von ethisch- moralischen Fehltritten wie Verschwendung, Vetternwirtschaft und Lobbyismus mal ganz abgesehen. Bevor aber noch das Verb ‚schlesingern‘ als neues Synonym für ‚geizig-gieriges Ausnutzen öffentlicher Gelder für das private Wohlbefinden‘ in den Duden aufgenommen werden konnte, wurde sie fristlos entlassen, um weiteren Schaden von der sich empört schämenden ARD abzuwenden.

Okay, so weit, so alltäglich. Was bei allem rechtmäßigen Zorn jedoch vergessen wird, ist die Tatsache, dass Patricia S. bei weitem kein Einzelfall sein dürfte. Und dass man bei den Öffis über die meisten Vorwürfe durchaus Bescheid wusste, sie sogar offiziell billigte oder aber – aus Angst vor Kritik von außen – lieber den filzigen Mantel des Schweigens über die sumpfigen Auffälligkeiten ausbreitete. Denn der Kern des Problems sind nicht die singulären Verfehlungen einzelner Personen, vielmehr ist es das System an sich, das seit Jahrzehnten den Erhalt seiner eigenen Strukturen über Inhalt und das Programm stellt. Natürlich wäre es schon längst nicht nur möglich, sondern auch dringend notwendig, den gigantomanisch aufgeblasenen und jegliche Kreativität verhindernden Verwaltungsapparat zugunsten des Programms zu renovieren und zu verkleinern – nur möchte das gar keiner, denn Innovation und Revolution sind schließlich die gefürchtetsten Endgegner der Beständigkeit.

Bitte nicht falsch verstehen: ich plädiere keineswegs für die Abschaffung der Öffentlich-Rechtlichen, wie so manch ideologisch rechtsdrehender Staatsfunk-Skandierer – eine radikal ehrliche und grundlegende Reform erscheint mir zu ihrer Rettung allerdings als unvermeidbar.

Daher mein Vorschlag: Abschaffung aller überflüssigen Gremien zur inhaltlichen Einmischung und stattdessen die Errichtung eines neuen Super-Gremiums, das bei jedem auszugebenden Verwaltungs-Euro überprüft, ob man diesen nicht wesentlich besser ins Programm stecken könnte. Und der ohnehin in jeglicher Beziehung am Boden liegende rbb wird zur offiziellen Innovations-Spielwiese der ARD-Anstalten, auf der ohne Rücksicht auf Quoten oder bestehende Strukturen einfach mal im wilden Kreativitätstaumel geiles Programm aus der Hauptstadt produziert werden darf. Wäre selbst im schlimmsten Fall ein Fortschritt. Die gefrusteten Mitarbeiter und die enttäuschten Zuschauer wären jedenfalls mehr als dankbar. Na, wie wär’s, ARD?

Liebesdienst

Gar nicht leicht, die Absurdität in ihrer Komplexität mit wenigen Worten zu erklären. Ich versuch‘s trotzdem: Lieselotte, 66, bekannt aus Heidi Klums Jung-Nutzvieh-Suche bei GNTM in ihrer ersten Randgruppen-Political-Correctness-Staffel, bekommt nun die Möglichkeit zur Partnersuche als DokuSoap auf SAT1 im Rahmen der täglichen NachmittagsLiveShowSause VOLLES HAUS, mit der klaren Absicht, so die selbst erwählte, unpassende Klientel der 14-49jährigen zu überzeugen. Eine Aufzählung, bei der wirklich so gar nichts zueinander passt. Egal, wird bestimmt super, so viele Profis können ja nicht irren!

Spaßbremse

Oops, da ist den Machern vom DEUTSCHEN COMEDYPREIS nach 25 Jahren wohl endgültig der Spaß vergangen! Denn nachdem ein Vierteljahrhundert lang die vermeintlich größten Erfolge der nationalen Mainstream-Lach-und-Schenkelklopf-Industrie mit mafiös-masturbatorischer Selbstliebe als German-Humor-Oscar-Gala ohne erkennbare Quotenerfolge in der Primetime verliehen wurden, geht es jetzt zurück zum Ursprung, das heißt: kein langweiliger Schmunzel-Event mehr, stattdessen werden die Preise wie gewohnt unter den üblichen Verdächtigen einfach so verteilt und irgendwo vermeldet. Win-Win-Hurra!

Fickelfilmereien

Absurd, aber wahr: auf der Suche nach den bescheuertsten neuen Reality-Formaten wurde DISCOVERY+ fündig und startet nun SEX TAPES V.I.P., wo selbsternannte Pseudo-Promis wie Ennesto Monté und Julian F.M. Stoeckel mit ihren Partnern und Innen über ihre jeweiligen GV-Praktiken sprechen und diese dann auch filmen sollen. Diese Live-Bums-Bänder werden dann in der Gruppe offen ausdiskutiert, um so den anderen Hobbyvöglern ‚Impulse oder Ratschläge für eine lebendiges Liebesleben‘ zu geben. Klingt verfickt ehrlich!