Kalkofe live & direkt – Der einzig wahre Oliver Kalkofe schreibt hier selbst. Live, direkt und in Farbe.

Virale Worte zum Virus

Tja, was soll ich sagen? Warum soll ich überhaupt etwas sagen? Ich bin kein Virologe, kein Politiker, kein Experte, ich kann nicht mal ein Instrument spielen…

Aber ich mache mir natürlich auch meine Gedanken – und habe gerade kaum jemand, mit dem ich sonst sprechen kann.

Denn wie die meisten von uns werde ich momentan isoliert von der Welt, auf der ich wohne, und sehe zu, wie diese komplett umgekrempelt und innerhalb weniger Wochen so verändert wird, wie noch niemals zuvor in meiner oder unserer Realität.

Denn ich denke mal, fast wir ALLE hier Geborenen unter 60 kannten solche Szenarien höchstens aus unserer Geschichte, der Zeit nach dem Krieg, oder aus dystopischen Zukunftsvisionen aus Büchern oder Filmen – nur die waren immer relativ schnell wieder vorbei, man kehrte zurück in den Alltagund sagte sich: Wie gut dass wir das nicht miterleben mussten – oder: na so furchtbar wird es hoffentlich nie werden, solange ich noch lebe.

Gut, jetzt sind wir auf einmal mittendrin in so einem Film, dessen Ausgang wir nicht kennen und den wir nicht einfach anhalten können.

Und da müssen wir alle gemeinsam durch – und das ist ja gerade das Absurde, denn auch wenn wir gerade körperlich voneinander getrennt werden, so können wir diese ganze Krise nur überstehen, wenn wir andererseits mit unseren Gefühlen, unserem Verstand und unserem Verständnis füreinander ganz nah beieinander sind.

Auch wenn wir durch die Kontaktsperre zur Isolation gezwungen werden – allein kann das keiner überstehen. Wir brauchen einander mehr denn je – und mehr denn je sind wir darauf angewiesen, dass wir uns umeinander kümmern.

Nicht nur im Krankheitsfall, sondern in allen Belangen unseres Lebens –denn so seltsam das klingen mag: ohne eine funktionierende Gemeinschaft funktioniert auch kein Existieren in der Isolation.

Das war uns bislang nicht wirklich immer bewusst. Aber jetzt ist definitiv nicht mehr die Zeit für Egoisten, Pauschalisten, Betrüger, Abzocker, egomanische Instagram-Models, Internet-Trolle, Lügner, Fake-News-Verbreiter, Realitätsverweigerer, Impfgegner, Verschwörungstheoretiker, Rassisten, Reichsbürger, Zyniker, Misanthropen, Hetzer und Arschlöcher aller Art.

Die enttarnen sich gerade selber, schneller denn je – denn ganz plötzlich wird unser Hirn neu kalibriert, wir müssen uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren und haben einfach keine Zeit mehr für Leute, die Scheiße reden oder sich Scheiße verhalten.

Ehrliche und fleißige Kassiererinnen, Bäcker und Krankenpfleger sind für uns alle wieder wichtiger als grinsende Top-Models, erfolgreiche Börsen-Makler und mit dem Schicksal anderer zockende Finanz-Spekulanten.

Wie schön eigentlich. Dieser Prozess ist zwar noch lange nicht abgeschlossen und auch noch nicht überall angekommen, aber er ist in Gang gesetzt. Und der lässt sich auch nicht ganz so schnell wieder umkehren. Auch wenn irgendwann hoffentlich das Schlimmste überstanden ist und die Menschen wieder langsam zu ihrer gewohnten Realität zurückkehren können – es wird nie wieder so sein wie vorher.

Und das meine ich keineswegs negativ, im Gegenteil. Ein großer Teil von uns wird anders mit sich, seiner Zeit, anderen Menschen, den eigenen Prioritäten und Werten anders umgehen als vorher,wir werden vieles, was wir bisher als selbstverständlich ansahen, anders wertschätzen.

Dinge, die wir sonst als zwingend notwendig empfanden, werden uns völlig unnötig erscheinen, einiges wird es vielleicht gar nicht mehr geben, vieles werden wir uns nicht mehr leisten können, eine ganze Menge wird uns einfach nicht mehr interessieren, was uns vorher wichtig war – und umgekehrt.

Wer schon immer ein egoistisches Arschloch war und keinen gedanklichen Neuanfang zulässt, der bleibt wahrscheinlich auch eins – kann uns aber vielleicht nicht mehr ganz so leicht davon überzeugen, dass er eigentlich eintoller Typ ist. Mit etwas Glück werden wir einfach wieder etwas aufmerksamer, bewusster und – altmodisch gesagt – dankbarer und demütiger.

Oder pauschalisierend simpler ausgedrückt: vielleicht sind wir dann einfach nicht mehr ganz so egoman, ignorant und blöd wie vorher.

Und hören auch mal wieder zu und denken nach, bevor wir lautstark unsere Meinung sagen, noch bevor wir sie überhaupt bilden konnten.

Das ist jedenfalls meine ganz große Hoffnung. Nicht, dass alles ganz schnell vorbei ist, sondern dass es gut endet und uns zu etwas Positivem führt.

Dass wir daraus lernen, und nicht nur so bald wie möglich wieder die gleichen Fehler wie vorher von neuem beginnen.

Und ja – lasst uns ehrlich sein – es wird keine leichte Zeit werden, und es wird dauern, der Film hat gerade erst begonnen – und ich befürchte, er hat Überlänge.

Vielleicht wird es sogar ein Mehrteiler, oder es kommen einige unerwartete Spin-Offs. Wer weiß. Denn auch das ist neu: wir wissen es nicht. Wir alle haben keine Ahnung.

Aber wir sehen einmal mehr, wie wichtig es ist, wenigstens zu versuchen, Dinge so gut es geht zu verstehen.

Denn dass wir alle auf der ganzen Welt, genauso wie ich, noch vor so wenigen Wochen unsere Situation so vollkommen anders eingeschätzt und verharmlost haben, lag zum größten Teil daran, dass wir sie einfach nicht richtig verstanden haben – und erst mal auch gar nicht verstehen wollten.

Ich hielt es für übertriebene Panik, eine Krankheit, die uns als starke Form der Grippe vorgestellt wurde – und es hat lange gedauert, bis ich begreifen konnte, dass gar nicht die Auswirkungen des Virus an sich sondern seine aggressive und schnelle Verbreitung die größte Gefahr darstellt.

Aber wir alle müssen gerade täglich lernen, die aktuelle Situation immer wieder neu zu realisieren und gegebenenfalls auch wieder komplett neu einzuordnen.

Auch wenn wir vielleicht manchmal das Gefühl haben, nur immer wieder das Gleiche zu hören.

Ja, und ich bin ganz ehrlich, das kann einem irgendwann auch auf den Sack gehen.

Ich habe schon mehrfach gedacht: der nächste, der mir sagt ich soll nicht vergessen, die Hände zu waschen, der kriegt eins in die Fresse!

Aber mach das mal mit zwei Meter Abstand… Ist allerdings auch egal – denn in der jetzigen Situation höre ich selbst das lieber zehnmal zu oft als einmal zu wenig.

Im Moment gilt ‚Kuss in die Armbeuge‘ nun mal mehr als ‚Fick dich ins Knie!‘

Und auch wenn man irgendwann befürchtet, es sei nur noch eine Plattitüde – nein, man kann den vielen Menschen momentan gar nicht oft genug Danke sagen, die gerade ihren Job machen und für uns andere da sind.

Alles andere wäre einfach falsch. Punkt. Deshalb: Danke, Danke, Danke!

An alle, die für uns da draußen arbeiten und ihre Gesundheit riskieren – undauch an alle, die für uns einfach zuhause bleiben.

Hey, ist doch auch cool – einfach mal mit dem Arsch auf dem Sofa bleiben war noch nie so heldenhaft wie heute, man muss immer das Positive sehen!

Und das sollten wir uns vielleicht zum Abschluss auch einfach alle zu Herzen nehmen:nämlich aus der jetzigen Krise zu versuchen, selbst im Schlechten die Möglichkeit zum Guten zu erkennen und das Beste daraus zu machen.

Ehrlich gesagt ist das sogar unsere einzige Chance.

Denn ja, die Situation ist Scheiße – darüber müssen wir gar nicht diskutieren, und wer was anderes sagt, der lügt – aber: wir können sie gerade auch nicht ändern.

Jedenfalls nicht kurzfristig, nicht allein und nicht indem wir uns darüber aufregen.

Aber wir können versuchen, die unfreiwillig geschenkte Zeit und Ruhe sinnvoll zu nutzen, für uns und – bevor man sich langweilt – ruhig auch mal für andere.

Wenn man nichts anderes zu tun hat, einfach mal überlegen, wie man denenhelfen kann, die dringend Hilfe brauchen, egal ob Kranke, Ältere, Obdachlose, oder wer auch immer.

Wie man denen unter die Arme greifen kann, die gerade um ihre Existenz kämpfen – wie zB Theater, Künstler, Friseure, Dienstleister aller Art, Restaurants, usw, die alle unser Leben immer wie selbstverständlich angenehmer und schöner gemacht haben und jetzt unsere Unterstützung brauchen.

Oder ganz allgemein, was kann man tun für diese ominöse ‚Gesellschaft‘, dieeinem eigentlich immer nur etwas schuldete und an allem schuld war, aber von der man andererseits jetzt auch selbst Hilfe erwartet und zu der man ganz plötzlich auch wieder selber gehört. Komische Situation das Ganze – aber andererseits in vielen Aspekten auch gar nicht so schlimm wie es sich auf den ersten Blick anhört.

Nur halt ungewohnt. Und das ist ja das wirklich Tolle bisher: es ist teilweise unglaublich, wie viele Menschen auf einmal wieder aktiv und kreativ werden, ihr träge schlummerndes Hirn wieder anschmeißen und entdecken, zu was sie alles fähig sind. Großartig. Weiter so.

Das macht nämlich Mut und Hoffnung. Und die sollten wir niemals verlieren – genau so wenig wie unseren Humor.Niemand kann alles leisten und allen helfen, aber JEDER kann IRGENDETWAS und kann versuchen, diese Fähigkeit zu benutzen, für sich und für andere.

Im Grunde ganz einfach, aber machbar.So, und das ist dann auch schon das Ende meiner kleinen Predigt.

Sorry, hat leider etwas länger gedauert – aber Zeit haben wir ja gerade. Nutzen wir sie deshalb.

Denn auch wenn wir viel Trauriges in den nächsten Wochen leider nicht werden verhindern können – es liegt in unseren Händen, wie es danach weitergeht.

Danke fürs Zuhören, bleiben Sie alle gesund und helfen Sie anderen, es auchzu bleiben. Ach ja – und Hände waschen nicht vergessen!

Ganz wichtig… Tschüß.

Oliver Kalkofe – Virale Worte zum Virus

Virale Worte zum VirusEin paar persönliche Gedanken zur momentanen Situation. Muss keiner gucken oder teilen, darf man aber sehr gerne! #COVID19 TELE 5

Gepostet von Oliver Kalkofe am Samstag, 28. März 2020

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Virale Worte zum Virus2020-03-31T22:29:51+02:00

Kalkofes Tweets – Eurovision Song Contest 2019 Finale

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Kalkofes Tweets – Eurovision Song Contest 2019 Finale2019-05-31T12:20:00+02:00

Kino Kalk – AVENGERS: ENDGAME

Was soll ich sagen?  Kurz gefasst:

für mich persönlich der wohl perfekteste Abschluss (bzw. Zwischenstopp) einer Kino-Ära,

die ich bisher erleben durfte.

Okay, bei TV-Serien haben wir zumindest ansatzweise schon mal so etwas gesehen,

aber noch nie im Kino.

22 Filme über 11 Jahre – alle in großen und kleinen Verknüpfungspunkten miteinander verwoben,

dennoch alleinstehend und sich doch irgendwie zu einem großen Ganzen fügend.

Das haben mit funktionierender Continuity nicht mal Winnetou oder James Bond geschafft.

ENDGAME allerdings verbindet wirklich alle Teile derart geschickt, charmant, fulminant und dennoch liebevoll,

dass man sich als Fan zwischen Lachen, Weinen, Schreck, Glück, schierer Begeisterung und fachlicher Perfektion nur bedanken möchte.

Es gelingt, wirklich fast jedem wichtigen Charakter der letzten 22 Filme zumindest einen kurzen Cameo-Moment oder sehr viel mehr zu gönnen…

das bisherige Netz wird auf das Wunderbarste noch einmal neu erobert, gewoben und gestärkt.

Selten habe ich über meine Helden so lachen können oder überhaupt große Leinwand-Legenden mit derartiger Selbstironie agieren sehen –

ohne dass auch nur einer dabei seine Würde verliert oder ins wirklich Lächerliche abgleitet, im Gegenteil –

sie werden mit jedem Lacher nur stärker.

Drei Stunden ganz großes Kino – wesentlich weniger Action als im Vorgänger,

dafür umso mehr Fokus auf den Charakteren.

Mehr muss ich eigentlich nicht sagen…

wer Marvel-Fan ist und die bisherigen Filme kennt und mochte, der müsste ENDGAME lieben.

Wer sich im M-Universum nicht auskennt, der sollte besser erst mal das Vergangene nachholen,

um dieses Finale genießen und überhaupt verstehen zu können.

Kein Film für Neueinsteiger, aber ein Fest für Fans.

Ich persönlich verbeuge mich vor dieser Leistung und sage einfach nur Danke,

als Fan wurde ich selten mehr ernstgenommen als hier.

Chapeau – für mich ergibt das seltene aber absolut gerechtfertigte 10 von 10 Incredible Kalks.

Den Rest klären wir dann bei #SchleFaZ…

Oh Captain, My Captain… schön dass Du noch mal die Kurve gekriegt hast!

PS:

Aus diesem Anlass das wirklich leider geile #JimmyFallon Video mit dem Avengers-Cast:

WE DIDN’T START THE FIRE!

Nuff said!

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Kino Kalk – AVENGERS: ENDGAME2019-04-25T09:04:37+02:00

WENN’S DENN SEIN MUSS: FROHES FEST! – LIVE 2019

Oliver Kalkofes besinnlich-böse „Jubiläums”-Weihnachts-Show

25 Jahre Kalkofes Mattscheibe – Live, in Farbe und auf großer Leinwand… 

Adventswahnsinn

#LIVE #Mattscheibe #München #Berlin #Tickets #Trashwichteln"Wenn’s denn sein muss: Frohes Fest!"Oliver Kalkofes besinnlich-böse Weihnachts-Show 2016Mo. 19.12.2016 20 UhrTheater am Kurfürstendamm BerlinTickets ➡ http://bit.ly/2ccsFlMDi. 20.12.2016 20 UhrMathäser Filmpalast München(einzige Show im Süden)Tickets ➡ http://bit.ly/2c2qOJRKalkofes Mattscheibe Rekalked – Live, in Farbeund auf großer Leinwand!

Gepostet von Oliver Kalkofe am Samstag, 29. Oktober 2016

 
Die schönste Bescherung von und mit Comedy-Star Oliver Kalkofe, einmalig im Schiller Theater Berlin und Mathäser Kino München! 
Kalkofe mag Weihnachten nicht nur, er liebt es wirklich aus vollem Herzen. Darum lässt der X-Mas-Kalk uns wieder an dieser verflixten Obsession als Leinwand-Spektakel teilhaben. Feiern Sie also mit dem selbsternannten Furunkel am Arsch der Unterhaltung die wohl schrägste Weihnachtsfeier aller Zeiten – im Jubiläumsjahr zu einem ganz besonders festlichen Anlaß:
25 Jahre Kalkofes Mattscheibe.
Der TV-Terminator und Christbaum-Nerd Kalkofe beschenkt Sie mit einem bittersüßen Best-of seiner grandiosesten „Mattscheiben“ zum Fest der Feste. Erleben Sie seinen brandneuen, persönlichen Jahresrückblick mit zum Teil bisher ungesendeten Clips der beliebt-bösartigen TELE 5-Satire-Show „Kalkofes Mattscheibe“ auf großer Leinwand. Auf dem bunten Teller kalkofesker Unterhaltung gibt es zudem kleine Stand up-Einlagen als Lametta und so manchen Kult-Clip aus 25 Jahren Kalkofes Mattscheibe. Und Sie können auch was tun: Bringen Sie zum legendären Trash-Wichteln ungeliebte Geschenke mit. Dann kann endlich Weihnachten werden – wenn’s denn sein muss: Frohes Fest! 

 

 Montag, 16. Dezember 2019, 20 Uhr  Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater Berlin   

Tickets  hier klicken!

 

 Dienstag, 17. Dezember 2019, 20 Uhr Mathäser Kino München  

Tickets  hier klicken!

 

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WENN’S DENN SEIN MUSS: FROHES FEST! – LIVE 20192019-06-24T05:46:33+02:00

Kalkofes Klartext – SPOTT ÜBER DANIEL KÜBLBÖCK – Nachtrag

Da meine Worte zum (mutmaßlichen) Suizid und der daraus resultierenden Tsunami-Welle an (meiner Ansicht nach) gefühl- und geschmacklosen Witz-Posts und Häme-Meldungen dazu eine derart große und nicht enden wollende Resonanz hervorgerufen haben, muss und möchte ich mich dazu noch einmal abschließend zu einigen Punkten äußern.

ACHTUNG – es wird ein langer Text!
Könnte daher anstrengend werden – aber manchmal braucht man halt ein paar Worte mehr, um Dinge differenzierter zu erklären.

1.
Zahlreiche Menschen warfen mir Heuchelei vor und meinten, ich würde mich mit meinen Zeilen nur reinwaschen wollen, da ich selbst ja der schlimmste Hetzer sei.
Dazu ganz klar und eindeutig:
Von mir ein klares Nein.
Aber jeder darf natürlich denken und glauben, was er möchte.
Ich stehe aber weiterhin zu jedem Scherz, Spruch und Witz, den ich selbst über Küblböck oder andere Künstler in meiner langen Karriere als Satiriker und Humorist gemacht habe.
Ja, sicherlich haben einige davon einige der ‘Opfer’ auch getroffen, vielleicht auch verletzt, das liegt in der Natur der Sache.
Das tut Kritik irgendwie immer, weiß ich ja selbst.
Aber trotz allem sind meiner Ansicht nach Humor und Satire wichtig und notwendig (dazu aber gleich noch mehr in Punkt 2).
Allerdings habe ich mir immer die größte Mühe gegeben, nicht die Menschen an sich und auch nicht ihr Privatleben als Zielscheibe zu nehmen, sondern ihre Performance und ihr öffentliches Auftreten.
Klar, dazu gehören auch Aussehen, Attitüde, Stimme, etc etc – aber zwischen Privatperson und Bühnenmensch besteht trotzdem ein sehr großer Unterschied.
Deshalb versuchen wir in der Mattscheibe auch bei Casting-Formaten und Scripted Reality fast immer herauszuarbeiten, wer hinter den Kulissen für das Vorführen der Personen verantwortlich ist und beschränken uns nicht nur auf das offensichtlich Lächerliche, auch wenn es natürlich dazu gehört und nicht komplett davon getrennt werden kann.
Auch das wird jetzt wieder nicht jeder glauben und das genaue Gegenteil behaupten (davon vor allem die meisten Menschen die gleichzeitig angeben, meine Sendung nicht anzuschauen – es aber trotzdem genau wissen) – und das darf auch jeder gerne tun oder lassen.
Dies ist trotzdem genau so meine Einstellung und Meinung.

2.
Gleichzeitig zeigten die Kommentare zwei weitere Lager zum Thema HUMOR und SATIRE an sich:
A) Man sollte überhaupt nicht über jemand Witze machen, denn das könnte der Person wehtun
B) Witze über den Tod von Daniel sind freie Meinungsäußerung, auch nicht schlimmer als das was ich oder andere Comedians gemacht haben
Auch hierzu versuche ich noch einmal eine differenzierte Klarstellung.
PUNKT A –
Meiner Ansicht nach ist das absolut falsch.
Humor und Satire sind wichtig und müssen sein.
Jeder Künstler, Schauspieler, Sänger, Komiker, Politiker und jede sonstige Person des öffentlichen Lebens darf und muss kritisiert werden dürfen, sowohl mit Seriosität als auch mit Spott.
Es hat sogar jeder ein Recht darauf.
Allerdings hat auch jeder Mensch der Öffentlichkeit ein Recht auf sein Privatleben, auf seine Probleme und sein persönliches Schicksal – hier sollten sich sowohl Kritiker wie auch Komiker, die Boulevardpresse oder private Internet-Poster besser raushalten.
Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass man sehr wohl Witze über Menschen der Öffentlichkeit machen und ihnen den Spiegel vorhalten kann und ihnen dennoch respektvoll gegenübertreten.
Achim Mentzel war und ist das beste Beispiel – ich habe nicht an Spott über ihn gespart, aber er hat verstanden damit umzugehen, den Spieß umgedreht und stand am Ende stets als Gewinner da.
Und wir wurden persönlich sehr enge Freunde.
So habe ich zu vielen der Prominenten, die ich mir vorgenommen habe, durchaus gute Kontakte und bin mit einigen sogar befreundet – genau so wie mich selbstverständlich viele dafür auch hassen.
Das darf und muss jeder selbst entscheiden.
Dennoch kann ich auch den Menschen gegenüber, deren Auftritte ich parodiert oder kritisiert habe, sowohl im Leben wie auch nach ihrem Tod respektvoll gegenüber treten.
Ich bedaure keineswegs meine Witze zu Moik, Heck oder Küblböck zu ihren Lebzeiten – und kann trotzdem oder genau deswegen ihr Ableben und ihre persönlichen Schicksale betrauern und ernst nehmen.
Ist vielleicht nicht für jeden verständlich, aber ja, das ist möglich!
PUNKT B –
Schwarzer Humor ist gut und wichtig.
Ja, man darf über den Tod Witze machen. Sollte man sogar, dann ist er leichter zu ertragen.
Auch über Tote an sich darf man sich humorvoll äußern, denn allein durch ihren Tod werden sie nicht zu besseren, schlechteren oder unangreifbaren Menschen.
Der Unterschied besteht darin, dass es keinen Grund und keine Rechtfertigung gibt, sich darüber lustig zu machen DASS jemand tot ist oder WIE er gestorben ist.
Der Tod einer Person an sich, die dazu gehörigen Umstände und das Leid der Angehörigen sollten niemals die Zielscheibe für Spott und Witze sein.
Zu sehen wie jemand leidet, warum auch immer, und sich daneben zu stellen und HA-HA! zu rufen ist immer falsch und unmenschlich.
Die Posts zu Küblböcks (mutmaßlichem) Suizid empfinde ich persönlich als empathielos, boshaft und menschlich einfach widerwärtig.
Der Unterschied zwischen schwarzem Humor und Sarkasmus zu boshaftem Zynismus und Herzlosigkeit ist für viele leider anscheinend nur schwer zu verstehen, dennoch existiert er.

3.
IN EIGENER SACHE.
Es sollte im Grunde allen klar sein: auch als Comedian/Satiriker/Kritiker/wasauchimmer stehe ich selbst jederzeit im Kreuzfeuer der Kritik, des Spotts und der Anfeindungen.
Ob ich meine Meinung sage, mich politisch äußere oder einfach nicht lustig bin – überall und gerade im Internet werde ich dafür rund um die Uhr nicht nur gelobt, sondern auch kritisiert, übel beschimpft und beleidigt.
Äußere ich mich beispielsweise politisch, komme ich noch nicht mal bis zum D hinter der Af und habe bereits Dutzende Kommentare, in denen ich als ‘ekelhaft linksgrünrechtsversiffter Merkelbückling vom verlogenen Staatsfernsehen und fettes dummes Judenschwein’ etc beschimpft werde – obwohl ich gar nicht fett bin!!!!
Na und?
Wenn ich mich mit einer Gefühlsäußerung melde, bin ich ein selbstgerechter Heuchler.
Ganz generell mache ich ja eh alles nur für Kohle und Klicks, da ich ja sonst nicht mehr in den Medien stattfinde.
Und ja, früher war ich mal lustig, jetzt schon lange nicht mehr.
Stimmt alles. Für irgendwen.
Und auch, wenn viele dieser Äußerungen böse, bescheuert und verletzend sind – ich nehme sie eher als Zeichen dafür, die richtigen getroffen zu haben.
Deshalb gönne ich mir jedesmal, die schönsten/bösesten/dümmsten/orthografisch kühnsten davon als Screenshot noch einmal zu veröffentlichten, im Original zu löschen und den Schreiber ggf zu sperren.
Ein wunderbares und sehr befreiendes Gefühl.
Und nein, für mich ist das Veröffentlichen kein ‘an den Pranger stellen’, denn alle diese Äußerungen waren öffentlich und meist dennoch hinter falschen Namen feige versteckt – also ist es nur legitim, diese erneut würdig zu präsentieren und die Poster mit ihren Äußerungen noch einmal zu konfrontieren.
Deshalb auch hier im Anhang
einige der herausragenden Posts zu meinem Küblböck-Statement, um vielleicht einmal zu zeigen, wie die ‘Fifty bzw Fivethousand Shades of Hate and Stupidity’ so aussehen können – damit keiner sagen kann:
ach so schlimm hab ich mir das gar nicht vorgestellt….
ABSCHLIESSEND:
So, das war ein langer Text.
Sorry für die Mühe.
Schon jetzt lese ich vor dem geistigen Auge die zahlreichen Kommentare, die mir hier erneut Dummheit, Heuchelei, Rechtfertigung, generelle Fettheit, linksgrünrechtsverseuchte Staatstreue oder was auch immer vorwerfen.
Bitte schön – die Kommentarleiste ist geöffnet.
Ich werde mich jetzt nicht mehr weiter dazu äußern, denn ich habe erst mal mehr als genug gesagt.
Wer es verstehen möchte, findet im Text genügend Ansätze.
Wer es falsch verstehen möchte, der wird es eh tun.
Viel Spaß dabei.

Kalkofes Klartext – SPOTT ÜBER DANIEL KÜBLBÖCK – Nachtrag2018-09-13T15:44:14+02:00