Sleep well in your Bettgestell

Erscheinungsdatum: 10. September 2012. Die besten TV-Sprüche im O-Ton – präsentiert von Oliver Kalkofe! Jeder, der auch nur eine Pause auf einem Schulhof verbracht hat, weiß: Man muss mitreden können. Beziehungsweise: nachquatschen.

Ob in den Siebzigern, den Achtzigern oder heute: Was im Fernsehen am Vortag geredet wird, beschäftigt am nächsten Tag Millionen von Menschen, jung und alt. Früher waren es vor allem die coolen Sprüche unserer TV-Heroen (der Stuntman Colt Seavers, die Miami Vice-Cops oder ganz zu Beginn: Pipi Langstrumpf), die wir, kaum hatten wir sie verinnerlicht, in unseren Alltagsjargon übernahmen.

Doch auch andere lieferten uns Material: Von Ilja Richters “Licht aus, Spot an” oder Hans Rosenthals “Das war spitze!” über Didi Hallervordens “Palim, palim!” bis hin zu der coolen Synchronisation der  Terence Hill/Bud Spencer-Filme. Von Werner Enkes “Das wird bös’ enden” in “Zur Sache, Schätzchen” über “Schwarzeneggers “Hastalavista, Baby” oder Eastwoods “Make my day” bis zu “Sleep well in your Bettgestell”, einem von unzähligen Synchro-Kalauern aus der Serie “Die Zwei”: Vieles, was damals über den Bildschirm flimmerte, wurde bald zum geflügelten Wort – und ist es bis heute geblieben.

Später prägten  Pressekonferenzen die Alltagssprache (etwa der berühmte “Ich habe fertig”-Auftritt Trapattonis oder Wowereits “Ich bin schwul – und das ist auch gut so”-Rede). Doch egal ob Fiktion oder Realität: Was man im Fernsehen hört, wird bald zum Alltagsjargon.

 “Sleep well in your Bettgestell ” erzählt anhand unzähliger unvergesslicher Redewendungen, Floskeln, Signatursätze, Phrasen und Sprüche vom Aufwachsen mit dem Medium Fernsehen. Und von den Geschichten hinter dem Geplauder: Etwa der vom Rainer Brandt, der etliche Italowestern, die oben zitierte Serie “Die Zwei”, aber auch Jean-Paul Belmondo synchronisierte und auch vor dem Verjuxen todernster Vorlagen nicht zurückschreckte. Oder vom ehemaligen Stotterer Dieter-Thomas Heck, der zum Schnellsprecher der Nation avancierte und bald seinen eigenen Abspann in Sekundenschnelle herunterrattern konnte und die ZDF-Hitparade stets mit der Wendung “19 Uhr 30 – Hier ist Berlin!” eröffnete. Oder davon, dass Horst Tappert entgegen landläufiger Meinung den Satz “Harry, hol schon mal den Wagen” kein einziges Mal gesagt hat.  Wohl aber manch anderes.

“Sleep Well In Your Bettgestell” ist eine so komische wie nostalgische Reise in die Welt der TV-Plapperei und zeigt anhand von unzähligen Beispielen und Anekdoten, wie sehr der gute alte Glotzkasten – vielleicht mehr noch als unsere Sehgewohnheiten – unsere Art zu sprechen beeinflusst hat.

Infos & Hörproben:

2017-02-10T01:40:08+00:00

Über den Autor: