Kalkofes Klartext – SPOTT ÜBER DANIEL KÜBLBÖCK – Nachtrag

Da meine Worte zum (mutmaßlichen) Suizid und der daraus resultierenden Tsunami-Welle an (meiner Ansicht nach) gefühl- und geschmacklosen Witz-Posts und Häme-Meldungen dazu eine derart große und nicht enden wollende Resonanz hervorgerufen haben, muss und möchte ich mich dazu noch einmal abschließend zu einigen Punkten äußern.

ACHTUNG – es wird ein langer Text!
Könnte daher anstrengend werden – aber manchmal braucht man halt ein paar Worte mehr, um Dinge differenzierter zu erklären.

1.
Zahlreiche Menschen warfen mir Heuchelei vor und meinten, ich würde mich mit meinen Zeilen nur reinwaschen wollen, da ich selbst ja der schlimmste Hetzer sei.
Dazu ganz klar und eindeutig:
Von mir ein klares Nein.
Aber jeder darf natürlich denken und glauben, was er möchte.
Ich stehe aber weiterhin zu jedem Scherz, Spruch und Witz, den ich selbst über Küblböck oder andere Künstler in meiner langen Karriere als Satiriker und Humorist gemacht habe.
Ja, sicherlich haben einige davon einige der ‘Opfer’ auch getroffen, vielleicht auch verletzt, das liegt in der Natur der Sache.
Das tut Kritik irgendwie immer, weiß ich ja selbst.
Aber trotz allem sind meiner Ansicht nach Humor und Satire wichtig und notwendig (dazu aber gleich noch mehr in Punkt 2).
Allerdings habe ich mir immer die größte Mühe gegeben, nicht die Menschen an sich und auch nicht ihr Privatleben als Zielscheibe zu nehmen, sondern ihre Performance und ihr öffentliches Auftreten.
Klar, dazu gehören auch Aussehen, Attitüde, Stimme, etc etc – aber zwischen Privatperson und Bühnenmensch besteht trotzdem ein sehr großer Unterschied.
Deshalb versuchen wir in der Mattscheibe auch bei Casting-Formaten und Scripted Reality fast immer herauszuarbeiten, wer hinter den Kulissen für das Vorführen der Personen verantwortlich ist und beschränken uns nicht nur auf das offensichtlich Lächerliche, auch wenn es natürlich dazu gehört und nicht komplett davon getrennt werden kann.
Auch das wird jetzt wieder nicht jeder glauben und das genaue Gegenteil behaupten (davon vor allem die meisten Menschen die gleichzeitig angeben, meine Sendung nicht anzuschauen – es aber trotzdem genau wissen) – und das darf auch jeder gerne tun oder lassen.
Dies ist trotzdem genau so meine Einstellung und Meinung.

2.
Gleichzeitig zeigten die Kommentare zwei weitere Lager zum Thema HUMOR und SATIRE an sich:
A) Man sollte überhaupt nicht über jemand Witze machen, denn das könnte der Person wehtun
B) Witze über den Tod von Daniel sind freie Meinungsäußerung, auch nicht schlimmer als das was ich oder andere Comedians gemacht haben
Auch hierzu versuche ich noch einmal eine differenzierte Klarstellung.
PUNKT A –
Meiner Ansicht nach ist das absolut falsch.
Humor und Satire sind wichtig und müssen sein.
Jeder Künstler, Schauspieler, Sänger, Komiker, Politiker und jede sonstige Person des öffentlichen Lebens darf und muss kritisiert werden dürfen, sowohl mit Seriosität als auch mit Spott.
Es hat sogar jeder ein Recht darauf.
Allerdings hat auch jeder Mensch der Öffentlichkeit ein Recht auf sein Privatleben, auf seine Probleme und sein persönliches Schicksal – hier sollten sich sowohl Kritiker wie auch Komiker, die Boulevardpresse oder private Internet-Poster besser raushalten.
Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass man sehr wohl Witze über Menschen der Öffentlichkeit machen und ihnen den Spiegel vorhalten kann und ihnen dennoch respektvoll gegenübertreten.
Achim Mentzel war und ist das beste Beispiel – ich habe nicht an Spott über ihn gespart, aber er hat verstanden damit umzugehen, den Spieß umgedreht und stand am Ende stets als Gewinner da.
Und wir wurden persönlich sehr enge Freunde.
So habe ich zu vielen der Prominenten, die ich mir vorgenommen habe, durchaus gute Kontakte und bin mit einigen sogar befreundet – genau so wie mich selbstverständlich viele dafür auch hassen.
Das darf und muss jeder selbst entscheiden.
Dennoch kann ich auch den Menschen gegenüber, deren Auftritte ich parodiert oder kritisiert habe, sowohl im Leben wie auch nach ihrem Tod respektvoll gegenüber treten.
Ich bedaure keineswegs meine Witze zu Moik, Heck oder Küblböck zu ihren Lebzeiten – und kann trotzdem oder genau deswegen ihr Ableben und ihre persönlichen Schicksale betrauern und ernst nehmen.
Ist vielleicht nicht für jeden verständlich, aber ja, das ist möglich!
PUNKT B –
Schwarzer Humor ist gut und wichtig.
Ja, man darf über den Tod Witze machen. Sollte man sogar, dann ist er leichter zu ertragen.
Auch über Tote an sich darf man sich humorvoll äußern, denn allein durch ihren Tod werden sie nicht zu besseren, schlechteren oder unangreifbaren Menschen.
Der Unterschied besteht darin, dass es keinen Grund und keine Rechtfertigung gibt, sich darüber lustig zu machen DASS jemand tot ist oder WIE er gestorben ist.
Der Tod einer Person an sich, die dazu gehörigen Umstände und das Leid der Angehörigen sollten niemals die Zielscheibe für Spott und Witze sein.
Zu sehen wie jemand leidet, warum auch immer, und sich daneben zu stellen und HA-HA! zu rufen ist immer falsch und unmenschlich.
Die Posts zu Küblböcks (mutmaßlichem) Suizid empfinde ich persönlich als empathielos, boshaft und menschlich einfach widerwärtig.
Der Unterschied zwischen schwarzem Humor und Sarkasmus zu boshaftem Zynismus und Herzlosigkeit ist für viele leider anscheinend nur schwer zu verstehen, dennoch existiert er.

3.
IN EIGENER SACHE.
Es sollte im Grunde allen klar sein: auch als Comedian/Satiriker/Kritiker/wasauchimmer stehe ich selbst jederzeit im Kreuzfeuer der Kritik, des Spotts und der Anfeindungen.
Ob ich meine Meinung sage, mich politisch äußere oder einfach nicht lustig bin – überall und gerade im Internet werde ich dafür rund um die Uhr nicht nur gelobt, sondern auch kritisiert, übel beschimpft und beleidigt.
Äußere ich mich beispielsweise politisch, komme ich noch nicht mal bis zum D hinter der Af und habe bereits Dutzende Kommentare, in denen ich als ‘ekelhaft linksgrünrechtsversiffter Merkelbückling vom verlogenen Staatsfernsehen und fettes dummes Judenschwein’ etc beschimpft werde – obwohl ich gar nicht fett bin!!!!
Na und?
Wenn ich mich mit einer Gefühlsäußerung melde, bin ich ein selbstgerechter Heuchler.
Ganz generell mache ich ja eh alles nur für Kohle und Klicks, da ich ja sonst nicht mehr in den Medien stattfinde.
Und ja, früher war ich mal lustig, jetzt schon lange nicht mehr.
Stimmt alles. Für irgendwen.
Und auch, wenn viele dieser Äußerungen böse, bescheuert und verletzend sind – ich nehme sie eher als Zeichen dafür, die richtigen getroffen zu haben.
Deshalb gönne ich mir jedesmal, die schönsten/bösesten/dümmsten/orthografisch kühnsten davon als Screenshot noch einmal zu veröffentlichten, im Original zu löschen und den Schreiber ggf zu sperren.
Ein wunderbares und sehr befreiendes Gefühl.
Und nein, für mich ist das Veröffentlichen kein ‘an den Pranger stellen’, denn alle diese Äußerungen waren öffentlich und meist dennoch hinter falschen Namen feige versteckt – also ist es nur legitim, diese erneut würdig zu präsentieren und die Poster mit ihren Äußerungen noch einmal zu konfrontieren.
Deshalb auch hier im Anhang
einige der herausragenden Posts zu meinem Küblböck-Statement, um vielleicht einmal zu zeigen, wie die ‘Fifty bzw Fivethousand Shades of Hate and Stupidity’ so aussehen können – damit keiner sagen kann:
ach so schlimm hab ich mir das gar nicht vorgestellt….
ABSCHLIESSEND:
So, das war ein langer Text.
Sorry für die Mühe.
Schon jetzt lese ich vor dem geistigen Auge die zahlreichen Kommentare, die mir hier erneut Dummheit, Heuchelei, Rechtfertigung, generelle Fettheit, linksgrünrechtsverseuchte Staatstreue oder was auch immer vorwerfen.
Bitte schön – die Kommentarleiste ist geöffnet.
Ich werde mich jetzt nicht mehr weiter dazu äußern, denn ich habe erst mal mehr als genug gesagt.
Wer es verstehen möchte, findet im Text genügend Ansätze.
Wer es falsch verstehen möchte, der wird es eh tun.
Viel Spaß dabei.

Gepostet von Oliver Kalkofe am Donnerstag, 13. September 2018

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2018-09-13T15:44:14+00:00