CINEMA SHOW abgesetzt und weichgespült

Land unter beim KLASSIK RADIO: Und wieder hat es eine der letzten individuellen Radio-Sendungen erwischt, die es noch Spaß machte, sich anzuhören: die CINEMA-SHOW mit Florian Schmidt und Holger Wemhoff. Denn glücklicherweise hat nun auch bei KLASSIK RADIO die moderne Marktanalyse der Hit-Rotation-Superhit-Sender Einzug gehalten und soll durch Abschleifen der individuellen Eigenständigkeiten zu leichterer ‘Durchhörbarkeit’ verhelfen. Nach massiven Protesten der Fans wurde stattdessen nun – unter gleichem Namen – eine formatierte Kinoshow aus der Retorte eingesetzt, glatt und langweilig, seelenlose Massenware wie überall… aber eben schön durchhörbar und zum Nicht-Beachten gut geeignet.

Nachdem die Beschwerden der Fans zu massiv wurden, entschied man sich bei KR, die Posting-Funktion auf der Facebook-Seite abzuschalten. Das ist natürlich keine Zensur, aber die Seite soll ja schön durchlesbar bleiben. Und wenn man schon eine gloriose Fehlentscheidung im Dienste der Hörer gewaltsam durchgeboxt hat, möchte man nicht andauernd darauf hingewiesen werden.

Christian Becker, Produzent

“In der Vergangenheit war ich stets so begeistert von Ihrem Sender, dass ich meine Filmverleih-Kollegen immer animiert habe, für unsere und andere Produktionen auf Klassik Radio Werbung und Werbetrailer zu schalten. Jedoch ist mir in den letzten 24 Stunden so viel Kritik in verschiedenen Foren und auf Facebook zugetragen worden dass ich Ihnen einfach mal kurz schreiben muss: Wir alle sind, wie Sie vielleicht vor der unglaublichen Zensur auf der Klassik Radio- Facebook-Seite gesehen haben, besorgt über die Einstellung der CINEMA SHOW, der einzigen bundesweiten großen (echten) Kinosendung im Radio.”Christian Becker ist Produzent von “Wickie und die starken Männer”, “Die Welle”, “Vorstadtkrokodile” der “WiXXer”-Filme u.v.a.

Leider kenne ich dieses Vorgehen aus meiner Zeit bei Radio ffn und der damaligen Absetzung des FRÜHSTYXRADIOs nur all zu gut. Das Ignorieren und Aussetzen der Hörerproteste bei gleichzeitigem Verschanzen hinter fadenscheinigen MA-Ergebnissen, das Abschaffen der programmlichen Individualität zugunsten massenkompatibler Durchhörbarkeit – es hat sich leider nichts geändert. Damals allerdings ließen sich die Hörer weder einschüchtern noch ignorieren und durchbrachen die Mauern der Sturheit, sodass das FSR zurückkehrte. Wie schön wäre es noch einmal erleben zu dürfen, dass das reale Publikum (nicht das imaginäre einer – das wissen wir alle – höchst irrwitzigen Marktanalyse!) von einem Sender ernst genommen wird. Und dass Qualität und Individualität der eigenen Programme wieder geschätzt statt abgeschafft werden.

Wahre Klasse erreicht man nicht durch Abschleifung und Anpassung, sondern durch eigene Größe. Gerade das Klassik-Radio sollte hier nicht als schlechtes Beispiel dienen.

2017-02-10T01:40:10+00:00

Über den Autor:

Hier schreibt der Chef.

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