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630. Gebt mir mehr Daumen! (TVS 10/19)

Die Welt hat sich gewandelt, so schnell wie bizarr, vor allem in den Köpfen der Bewohner jener ironischerweise so genannten ‚zivilisierten Welt’.  Ohne Not gaben die Menschen das hohe Gut auf, das man früher unter dem Namen ‚Privatleben’ kannte. Jener gemütliche Teil der eigenen Existenz, in dem man tun und lassen konnte was man wollte, ohne dabei beobachtet oder dafür bewertet zu werden – banale Tätigkeiten wie Mittagessen, Morgentoilette oder Gammeln im Garten. Das machte man einfach nur so für sich, ohne Bekannte, Verwandte und Restwelt darüber zu informieren. Dann wurde das Handy mit Fotofunktion erfunden, dazu das Internet, die App und diverse Plattformen der Massenkommunikation. Theoretisch alles hübsche Ideen, hätte man früh genug die genetisch verborgene Gier nach Ruhm und Anerkennung sowie die Dummheit des Einzelnen in der großen Masse in die Gleichung einbezogen. Denn niemand hätte damals geahnt, welch Tsunami der Selbstdarstellung zuzüglich der damit verbundenen Neuausrichtung der menschlichen Psyche daraus erwachsen würde,

Heute existieren Millionen von eigentlich intelligenzbegabten Wesen, die ihr Seelenheil darin zu finden suchen, die unwichtigsten ihrer intimen Momente bildlich im virtuellen Nichts zu veröffentlichen und mit Rauf-Runter-Däumchen, Herzen und dusseligen Smiley-Fratzen valutiert zu bekommen. So zB den gebräunten Arsch vor dem Hotelzimmerspiegel, Knutschmund-Entenfresse mit Hintergrund aus Irgendwo oder Lecker Fressen auf Teller. Wenn die natürliche Scheißegaligkeit der nutzlosen Knips-Aktion dann mit ein bis vielen Symbolen von meist Unbekannten geadelt werden, badet sich der postende Poser kurzzeitig in einem irrwitzig irrelevanten Balla-Balla-Bad der vorgetäuschten Bedeutsamkeit. Und kriegt das verwackelte Restaurant-Futterfoto genügend erigierte Daumen, geht man wieder dort essen, selbst wenn es scheiße geschmeckt hat.

Der psychologisch Interessierte fragt sich derweil verwundert, wie dieser absurde Trend in so kurzer Zeit so lebenswichtig werden konnte. Erinnern sich Ältere doch kaum daran, dass es früher mal wünschenswert gewesen wäre, wenn täglich Dutzend Male das Telefon geklingelt, jemand kurz ‚Find dich klasse!’, ‚Dein Essen heute sah gut aus!’ oder ‚Dein Arsch ist zu dick!’ in den Hörer gebrüllt und wieder aufgelegt hätte. Selbst hunderte von Postkarten pro Woche mit aufgemalten Bildzeichen hätten weder Empfänger noch Briefträger erfreut. Vor allem aber hätte es keine Bedeutung für die eigene Existenz gehabt. Es reichte, wenn man echte Freunde plus Bekannte hatte, und wenn man jemand nicht mochte, ging man ihm aus dem Weg oder es gab kurz und höflich in die Fresse. Noten gab es in der Schule, das nervte genug, man brauchte sie nicht auch noch im Alltag. Selbst amtliche Überwachungs-Apps wie zB die Stasi, eine Art frühzeitliches Staats-Instagram für Negativ-Bewertungen, kam nicht wirklich gut beim Publikum an. Fragt man sich also, wieso Menschen mit intakter Privatsphäre den Drang verspüren, sich ohne Zwang zu Fake-Medienstars unter Dauerdruck psychisch bedrückender Bewertungs-Beobachtung zu machen. Ich geb dem HomoSapiens-Hirn einfach mal drei Daumen runter mit Kotze-Smiley und zwölf Ausrufezeichen!

Losing Leipzig

Eine Träne Richtung Osten: RTL2 hat dem dritten Doofdoku-Scripted-Stümper- Hohlbirnen-Soap-Serienformat aus den deutschen Hauptstädten eine Absage erteilt. Es bleibt bei BERLIN – TAG & NACHT und den KÖLN 50667 -Knallköppen, ‚LEBEN. LIEBEN. LEIPZIG.’ allerdings wird erst mal wieder in die Mülltonne zurück gedrückt. Also keine neuen Abenteuer der lustig unlustigen Weiber-WG und ihrem schwulen Freund Jeremy zwischen der pinken Würstchenbude ‚Fritty in Pink’ und dem coolen Club ‚L1’ in Leipzig. Da würd ich doch mal sagen: war knapp, aber Schwein gehabt!

Beauty Battle

Es rennen einfach zu viele hässliche Leute in der Gegend herum, bzw. zu viele die sich einfach zu wenig schick machen und nicht das perfekte Outfit am Body tragen. Zum Glück hilft denen jetzt Pro7 mit ALL ABOUT YOU – DAS FASHION DUELL, wo jeweils zwei Promi-Model-Blogger-Wichtigtuer-Mentoren einen Beauty-defizitären Normalo umstylen und diesen dann im Catwalk-Battle gegeneinander schaulaufen lassen. Der Walk-Winner bekommt dann einen Shopping-Gutschein zum Selber-Anziehsachen-Kaufen. Da rutscht mir vor Aufregung doch glatt die Hose in die Kniekehlen!

Sturm-Rosen Nachschub

Na Gottseidank, im Ersten kommt  so bald keine unerwünschte Kreativität am Nachmittag auf, für die Zukunft bleibt erst mal noch schön beruhigend lange Zeit alles beim Alten. Die Ideen-Wirbelwinde im ARD-Gremium haben zumindest je flotte 400 neue Folgen von jeweils STURM DER LIEBE und ROTE ROSEN geordert, das reicht bis mindestens Ende 2021. Dann hat jeder der Serien-Saurier um die 3700 Episoden auf dem Buckel – da lohnt sich eine Absetzung dann auch nicht mehr. Geplant ist derzeit, dass beide Serien bis mindestens drei Jahre nach dem Weltuntergang weiter laufen.

630. Gebt mir mehr Daumen! (TVS 10/19)2019-05-14T16:58:58+02:00

607. Abschalten zur Sommerpause (TVS 13/18)

Abschalten zur Sommerpause

Jedes Jahr das gleiche: kaum kommt die Sonne raus, legt sich das Fernsehen faul auf den Rücken und verfällt in stinfkaule Sommerstarre! Was soviel heißt wie: circa drei Monate keine neuen Programme, keine großen Shows, kaum Stars – nur jede Menge Wiederholungen, Wiederholungen der Wiederholungen und mittelmäßiger Murks, der schon ewig zu Recht im Giftschrank der Produzenten vermodert, aber jetzt schnell noch mal unauffällig versendet werden kann. Heidi Klum entführt plötzlich keine Möchtegern-Model-Hungerhaken mehr aus den Klassenräumen und checkt lieber ein im Tokio Hotel. Dieter Bohlen lässt sein aufgespritztes Gesichtsleder grinsend von der Mallorca-Sonne gerben statt hoffnungslose Hobbysänger zusammenzuscheissen. Alle sonst so geschwätzigen Talk-Tanten lassen ihre Stühle leer und tausende brennend unwichtiger Fragen ungestellt. Berge von Leichen faulen in der Sonne, da kein einziger Tatort-Kommissar mehr auf Streife ist. Zahllose potentielle Neu-Millionäre bleiben arm, weil RTL Günter Jauch irgendwo heimlich für seinen Aldi-Wein Trauben treten lässt. Sogar der Welke macht sich ein paar Wochen lang die Haare schön und lässt
das Volk mit dem politischen Alltagswahnsinn unkommentiert allein.

Welch schändlicher Müßiggang und feiges Verpissertum! Und wir müssen darunter leiden. Niemand der TV-Verantwortlichen gibt sich mehr Mühe, das ohnehin schon träge Hirn stellt sich von Leerlauf auf Chill-Modus und lieblos wird Dienst nach Vorschrift aus den müden Anwesenheitskörpern gewrungen. Schuld daran ist allerdings wie immer nur das undankbare Publikum selbst, das in den heißen Monaten seiner Zuschau- und Einschaltpflicht wegen warmer Temperaturen oder vorgeschobenem Familienurlaub nicht wirklich ernsthaft genug nachzukommen scheint. Bleibt die Glotze kalt, wird sie halt auch nicht gefüttert.

Dieses Jahr allerdings liegt die gesamte Verantwortung im Bereich Unterhaltung allein auf den Schultern der Nationalelf. Wie alle vier Jahre herrscht wieder einmal der WM-Ausnahmezustand und es interessiert sich eh keine Sau für irgendwas anderes als Fußball. Wobei unsere Jungs diesmal als amtierender Weltmeister aufs Feld ziehen, was soviel bedeutet wie: kaum Luft nach oben! Alles außer Universumsmeister oder mindestens nochmaliger Weltmeister gilt da als Enttäuschung – keine wirklich entspannte Ausgangslage, die bei Jogi Löw sicherlich für einige nass geschwitzte Kaschmirpullis sorgen dürfte.
Nutzen wir, die sonst nur zum kommentar- und kritiklosen Kacke-Konsum verdonnerten User-Loser, doch einfach diese Zeit der medialen Muße einmal für etwas ganz anderes als immer nur dieses blöde Fernsehen! Die Welt hat so viel zu bieten. Netflix zum Beispiel. Oder Amazon Video, Sky, i-tunes und all die anderen Streamingdienste. Keine Angst, man muss wirklich nicht gleich aus Verzweiflung zum Buch greifen, wenn das Fernsehen einen mal verlässt – gerade für jüngere Menschen könnte das schnell den gesellschaftlichen Tod bedeuten. Und keine Angst: spätestens ab September wird wieder alles besser – bzw genau so furchtbar wie immer!

Ohrenfolter

Impro-Comedy ist immer gern gesehen im Privat-TV: man holt die üblichen Schmunzelstars aus der Schublade, spart ein echtes Drehbuch und lässt sie ohne Plan irgendwas machen, seit SCHILLERSTRASSE am liebsten via Ohrknopf-Ansage. Wenn dem Publikum vorher gesagt wird, dass das lustig sein soll, lacht es meist brav mit, und selbst das schlechteste Ergebnis ist immer noch unterhaltsamer als die beste Scripted Reality vom Nachmittag. Jetzt versucht es auch RTL noch mal mit einer SAT1-Kopie und Kichermaschine Ralf Schmitz in HOTEL VERSCHMITZT – AUF DIE OHREN, FERTIG, LOS! Ich jedenfalls verspüre schon allein beim Titel intensives Hirnjucken.

Kuchenschlacht

Dass Kochen im Fernsehen ganz gut funktionieren kann, haben sämtliche Sender ja schon bis zum Erbrechen in allen Variationen durch exerziert. So langsam wird es allerdings langweilig an den Töpfen, daher wird nun immer öfter das Backblech gebuttert. Neuerster RTL-Kaffeeklatsch-Coup in puncto nachmittägliche Verzehrformate:  HAUTSACHE SÜSS, wo jeweils vier Profi- und Hobbybäcker sich ihre Tortenschlacht um die leckerste Backware liefern. In der Jury wechselnde begeistere Kuchenfresser und Süßspeisenvernichter aus der Region. Schon mal den Schnaps zur intellektuellen Verdauung bereitstellen!

Märchenmord

Schon vor über Ewigkeiten abgedreht, dann verschämt versteckt und jetzt zur Sommerversendung wieder aus der Gruft der Absonderlichkeiten zurückgeholt: ES WAR EINMAL… AUF IBIZA. Der mehr als gruselig klingende Versuch von RTL2, in gewohnt minderwertiger Qualität Märchenklassiker als moderne Scripted Reality zu verhunzen. So wie SCHNEEWITTCHEN UND DIE SEXY SEVEN, in dem eine dösige BERLIN – TAG & NACHT – Stammelschwester auf der Flucht vor der Schwiegermutter bei einer Gruppe sexy Mottoparty-Betreiber untertaucht. Klingt alles nach dem sehr fiesen Fluch einer besonders dummen Fernseh-Hexe – für das Publikum auf jeden Fall ohne Happy End.

607. Abschalten zur Sommerpause (TVS 13/18)2018-06-26T19:50:52+02:00

601. Die gescheiterte Revolution (TVS 07/18)

Unsere scheinbar so nett neutralen Nachbarn in der Schweiz haben es faustdick hinter den Ohren: während sie uns seit Jahren vorgaukeln, ihr Leben bestünde hauptsächlich aus harmlosem Schokoladerühren, Käselöcherbohren und Schwarzgeldkonten-verstecken, planten sie erst kürzlich in nassforschem Übermut eine kecke gesellschaftliche Revolution, von der wir braven Spießergermanen nur träumen können. Unter lauten NO BILLAG! – Protestrufen forderte man dort allen Ernstes die Abschaffung der nicht ganz so freiwilligen Rundfunkgebühren für die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten (bzw. lud zuerst einmal zu einem danach angedachten Volksentscheid darüber auf).

Bevor Sie jetzt mühsam googeln oder ohne Bildungsgewinn weiterlesen: BILLAG ist die schweizerische Erhebungsgesellschaft für die TV-Abgabe – also der Name jener staatlich gebilligten mafiösen Vereinigung, die das erpresste Medienschutzgeld einsammelt, an die Senderbarone verteilt und ungehorsam zahlungsdementen Bürgern gelegentlich notfalls ein paar  breitschultrige Inkasso-Beamte zur freundlichen Verwarnung mit Nasenbruch vorbeischicken, falls die zwanglos vereinbarte Überweisungsmoral absinken sollte. Eine ähnliche Aktion hätte also früher bei uns NO GEZ! geheißen – da es inzwischen allerdings keine Gebührenfahnder und Geräte-Stasi wie früher mehr gibt, sondern bloß einen kundenfreundlichen Einzugs-Service with a smile, müsste eine solche Bewegung in unserem Land jetzt korrekterweise NO ARD ZDF DEUTSCHLANDRADIO BEITRAGSSERVICE heißen, was für jede Form von Demo-Plakaten viel zu lang wäre. Womit sich die Frage erledigt haben dürfte, ob so eine impertinente Aktion denn nicht auch in diesem Land mal eine denkbare Option wäre.

Um das Ende jedoch gleich vorweg zu nehmen: auch in der Schweiz war dieser Versuch der medial-monetären Aufmüpfigkeit nicht von Erfolg gekrönt, mehr als zwei Drittel der stolzen Eidgenossen verweigerten sich dem Aufruhr und sprachen sich für die Erhaltung der von Gott gegebenen Gebührenordnung aus. Diese freudige Nachricht ließ hüben wie drüben den entsprechenden Programmverantwortlichen felsengroße Steine vom Herzen in die Hose rutschen, war dies doch nicht nur ein Sieg für Informations- und Pressefreiheit, sondern vor allem auch für die persönlichen Pensionskassen, den Erhalt der bräsigen Popeligkeit und der kreativen Innovationsausbremsung. Nur wie immer bleibt zu befürchten, dass der Schuss zwar gehört, aber nicht verstanden wurde. Denn im Grunde ist gegen eine Gebühr für eine öffentlich-rechtliche mediale Grundversorgung ja gar nichts einzuwenden – wenn sie nur etwas mehr für Inhalte ausgegeben würde statt für die Aufrechterhaltung des selbst aufgeblähten Apparats aus heißer Luft und markierter Bedeutsamkeit. Ganz ehrlich: ich würde sogar freiwillig zahlen, gern sogar – wenn man mich nur ließe! Nur dann halt nicht einfach so für alles ohne Widerworte und ohne Wechselgeld. Wenn ein Straßenräuber mir die Brieftasche klaut, sag ich ja auch nicht Danke, selbst wenn er noch so höflich ist und behauptet er darf das! Aber wie heißt es doch? That’s Entertainment!

Spiegelstars

Es gibt viele so genannte Promis, die sich selbst gar nicht oft genug in der Öffentlichkeit sehen können, obwohl viele Zuschauer das vermeintliche Geschenk der vermehrten Präsenz in Wirklichkeit lieber ablehnen würden. Um sich selbst besser kennenzulernen, müssen nun der dickeierige Wendler, die Großglockenbewahrerin Sophia Vegas-Wollersheim und andere dubiose Berühmtheitsdarsteller zu STARS IM SPIEGEL bei RTL, wo sie ihre Selbsteinschätzung mit der des Studiopublikums abgleichen müssen. Könnte die öden Bumsnasen ausnahmsweise sogar mal interessant machen!

Kopierkette

Viele Jahre nach dem Erfolg von GENIAL DANEBEN und diversen ähnlichen ‚So-ungefähr-wie’-Formaten dachte die ARD, dass man doch auch mal so was in die Richtung machen könnte und fuhr fette Erfolge ein mit WER WEISS DENN SOWAS – woraufhin man beim ZDF blitzschnell erkannte: na wenn sogar die alle das schaffen, müssten wir doch auch so ungefähr was ähnliches hinbekommen! Daher überraschten uns die müden Mainzelmützen mit dem auch schon so ähnlich klingenden DA KOMMST DU NIE DRAUF! – was jetzt wieder belebt wird. Die Dritten planen derzeit sicherlich DAS GLAUBST DU NIEMALS!, DAS WEISS DOCH ICH NICHT! und SCHLAU VORBEI.

Bayerndoppel

Apropos Kopie – der Bayerische Rundfunk beweist: man kann hochwertig und teuer auch in billig und rumsig nachmachen! Denn selbst wenn DAS DUELL UM DIE WELT mit Joko & Klaas bereits mehrfach auf ebenfalls relativ kostspielig-aufwändige Art imitiert wurde, so doch bisher noch nie so harmlos-simpel wie bei MANNSBILD & PFUNDSKERL – DAS DUELL DURCH BAYERN. Ein Moderator und ein Volksmusikant batteln sich spaßig-spießig durch die bajuwarische Dörflichkeit. Des braucht koa Schwein – pfiat di!

601. Die gescheiterte Revolution (TVS 07/18)2018-03-27T00:09:14+02:00

586. Abschieben und einsperren! (TVS 18/17)

Der Sommer ist da und somit befindet sich die alljährliche Promi-Landverschickung wieder einmal in vollem Gange. Nachdem Pro7 im Juni bereits eine Gruppe besonders verhaltensauffälliger Popularitätsdarsteller der besonders schwer erträglichen Pocher-Pietro-Larissa-Kategorie als GLOBAL GLADIATORS in die Wüste geschickt hatte, eröffnete nun auch RTL sein SOMMERHAUS DER STARS und SAT 1 das berüchtigte PROMI BIG BROTHER – Bekloppten-Bootcamp.  Eine Blödenbutze schlimmer als die andere, jede von ihnen ein emotional bedrückender Tummelplatz der temporär Bekannten, längst Vergessenen und nie Wahrgenommenen, umgeben von der Aura der Verzweiflung, Aggression und teuer vermarkteten Egomanie durch existentielle Bedeutungslosigkeit. Für gewöhnliche Menschen zudem nicht ungefährlich, da die umweltbelastenden Narzissmus-Ausdünstungen, Dummheits-Emissionen und Arschloch-Abgaswerte so lebensbedrohlich hoch sind, dass selbst VW in seinen besten Tagen sie nicht hätte schönschummeln können. Für das gemeine Publikum allerdings eine angenehme und größtenteils sichere Zeit. Man weiß wo sich die meisten Doofen aufhalten, kann die Programmplätze weiträumig umzappen und sich relativ gefahrlos durch die Kanäle schalten.

Kurz vor der Bundestagswahl hat die Große Koalition deshalb schnell geschaltet und ein weitreichendes Abschiebungsprogramm für extrem nervende Prominenz-Behaupter auf die Beine gestellt. Im Stile der oben beschriebenen TV-Unterhaltungs-Wohneinheiten sollen in Kürze überall in Deutschland so genannte ‚Promihäuser’ entstehen, in denen besonders anerkennungsgeile Aufmerksamkeits-Asylanten der Boulevard-Medienwelt unter psychiatrischer Kontrolle in sicherem Gewahrsam gehalten werden können. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Prominenten bzw. Patienten durch Kamera-Attrappen und Pfleger mit gefakten Aufnahmegeräten unter dem subjektiven Eindruck der pausenlosen Dauerbeobachtung stehen. Der behandelnde Arzt sollte nicht persönlich, sondern nur mit verstellter Stimme als ‚Spielleiter’ in Erscheinung treten und dafür sorgen, dass die Insassen durch tägliche Game-Duelle regelmäßig verspottet, gedemütigt und gegeneinander aufgebracht werden. Alle paar Tage muss nach einem gewissen Rotationsprinzip unter dem Vorwand ‚das Publikum hätte ihn rausgewählt’ ein Patient entlassen bzw. in eine andere Station überführt werden. Um teure Psychotherapie-Stunden einzusparen  empfiehlt es sich, in einer unbenutzten Abstellkammer eine nicht mehr funktionsfähige alte Kamera aufzustellen, vor der sich die Arrestanten an imaginäre Zuschauer und ‚Fans’ richten und all ihr uninteressantes Gedankengewölle von der Seele labern können, ohne dass jemand es wirklich hören muss.

Man hofft durch diese Maßnahmen sowie die von der CSU geforderte ‚gesetzliche Obergrenze für Pseudo-Prominente’ das Problem der unkontrollierten Überpromisierung unseres Landes und der damit verbundenen wiederholten Anschläge auf unseren gesunden Menschenverstand noch in dieser Legislaturperiode in den Griff zu bekommen. Sollten RTL, SAT1, Pro7 und RTL 2 nicht in letzter Sekunde doch noch als ‚Sichere Herkunfts-Sender’ eingestuft werden, dürfte aber eigentlich nichts schiefgehen!

Reibereien in Farbe

50 Jahre Farbfernsehen – das ist ein Grund zum Feiern. Man stelle sich nur vor, wir müssten den ganzen inhaltslosen Scheiß von heute auch noch in muffigem Schwarz-Weiß ertragen! Diesen Tag der Augenfreude zelebrieren der BR und ARDalpha nun ausführlich Ende August mit diversen nostalgischen Rückblicken und lassen dazwischen sogar TV-Ansage-Legende Carolin Reiber noch einmal das R katzenhaft durch die Vibrations-Gurgel rollen. Endlich eine Gelegenheit zum persönlichen Vergleichs-Check: War früher wirklich alles besser? Wahrscheinlich nicht. Nur weniger. Und nicht so bunt.

Hütchenspiel mit Haufen

Neues der Reihe ‚TV-Verzweiflungstaten, die nichts verbessern und gar keiner mitbekommt’. Im endlosen Bemühen, das Publikum mit furchtbarstem Scripted Reality-Dreck komplett zu verblöden, hatte RTL jüngst Quotenprobleme mit den popeligen Polizei-Pseudo-Pupereien vom BLAULICHT-REPORT und setzte das Format deshalb erfreulicherweise schon zweimal wieder ab. Da die genauso beschissenen VERDACHTSFÄLLE jetzt aber noch schlechter laufen, holt man den müffelnden BLAULICHT-Gammel noch mal zurück aus der Restmülltonne. Allerdings: wenn man einen Kackhaufen durch einen anderen austauscht, muss man sich nicht wundern, warum es immer weiter stinkt!

Kuppeln ohne Gnade

Schon lange angedroht, soll es im September auf RTL2 jetzt wirklich losgehen und anscheinend wird es noch furchtbarer als befürchtet! LOVE ISLAND – eine Ladung Singles wird auf eine kameraüberwachte Insel gekippt und soll dort die gegenseitige Begattungsbereitschaft eruieren. Mit dem ausgewählten Partner müssen dann Traumpaar-Aufgaben bewältigt werden, während immer frisches Knattermaterial nachgeliefert wird. Danach wird getrennt oder zusammen geblieben, betrogen oder belogen – wie im echten Leben. Nur viel schlimmer und mit freudvoller Bosheit inszeniert. Aber mit viel Sonne und wenig Sachen an!

586. Abschieben und einsperren! (TVS 18/17)2017-08-31T13:35:19+02:00

SchleFaZ zum Advent

Von wegen besinnliche Vorweihnachtszeit: „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ zum Advent – vier brandneue SchleFaZe ab 27.11. auf TELE 5.

Gerade erst haben sie gemeinsam mit Finn in „SchleFaZ: Sharknado 3“ den US-Präsidenten und die Welt vor bösen, fliegenden Haien gerettet – jetzt retten Oliver Kalkofe und Peter Rütten die Zuschauer vor allzu langweiligen TV-Advent-Abenden! Die beiden Wichtelmänner präsentieren ab 27.11. vier brandneue „schlechteste Filme
aller Zeiten“, die „uns allen als altes Adventsgebäck auf dem kerzenscheinheiligen Konsum-Basar weihnachtlicher Glückseligkeit auf TELE 5 präsentiert und die krachenden Kronen aus den glühweingetränkten Gebissen reißen werden“. Immer freitags auf TELE5.
27. November: „SchleFaZ: Knight Rider 2000“
Tele5_SchleFaZ_Advent_pressetext_151014-03Los geht es am 27.11. bereits um 20.15 Uhr mit „The Hoff“. Er war seiner Zeit schon immer voraus, hatte bereits in den 90ern ein Auto, das alleine fahren und sprechen konnte und sehr schnell war – ganz ohne Diesel und auch nicht von VW. DAS Auto hieß K.I.T.T. und die Serie war so erfolgreich, dass David Hasselhoff und K.I.T.T. nochmal ran mussten. Unglücklicherweise glaubt Olli zunächst an „eine wundervolle Weiterentwicklung eines unsterblichen TV-Serien- Klassikers“ …
Und direkt im Anschluss um 22:15 Uhr: „SchleFaZ: Die Reportage – Hinter den Kulissen von Beschissen“, Teil 3. Dazu gibt es für alle SchleFaZianer noch die Möglichkeit, Olli und Peter alles rund um SchleFaZ zu fragen: bit.ly/t5-schlefazchance. Die beiden werden die brennendsten Fragen dann in Teil 3 beantworten! Zu Teil 1 & 2 geht es hier: SchleFaZ | Die Reportage

 

 

4. Dezember, 22:00 Uhr: „SchleFaZ: Hentai Kamen“

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Man könnte denken, diese Story kommt aus Absurdistan – stimmt aber nicht, sie kommt aus Hongkong. Genau, sie hat etwas mit Martial Arts zu tun. ABER jetzt kommt’s! Der Held Kyosuke hat ein Geheimnis: Er trägt gerne
Frauenunterwäsche und sorgt als mit Unterhose maskierter Superheld „Hentai Kamen“ für Recht und Ordnung. UND es
kommt noch dicker: Mit dem Höschen einer Schülerin gewinnt der Superheld noch „superere“ Fähigkeiten, die er
NATÜRLICH dazu nutzt, die Kleine vor einem bösen Lehrer zu beschützen!
11. Dezember, 22:00 Uhr: „SchleFaZ: Jules Vernes – Planet der Dinosaurier“
Nach Autos und Unterhosen, nehmen sich Olli und Peter heute endlich mal wieder richtig tollen Sci-Fi-Trash aus
dem Jahr 1977 vor! Das Raumschiff Odyssey nähert sich einem unbekannten Planeten – und explodiert! Der 9-
köpfigen Besatzung gelingt es aber, sich – Gott sei Dank – auf den Planeten zu retten. Doch zu früh gefreut, denn hier warten schreckliche Monster aus einer vorsintflutlichen Zeit auf sie. Es kommt wie es kommen
muss: Auf der Suche nach einem sicheren Zufluchtsort sterben drei Männer und eine Frau wird von einer Riesenspinne angegriffen … Neun weniger vier – bleiben fünf „Verschollene, die wie eine behämmerte Burnout-Selbsthilfegruppe durch die beschissene Botanik wackeln“. Ah ja!
18. Dezember, 22:00 Uhr: „SchleFaZ: Snow Sharks“
In wenigen Tagen ist Weihnachten – und da werden auch Oliver Kalkofe und Peter Rütten ein wenig sentimental,
lassen das Jahr Revue passieren … und woran denken die beiden da? Natürlich an DAS HAIlight. Deshalb beschenken sie die Zuschauer heute mit Haien im Schnee! Auf die wartet im Twin Pines Ski Resort am „Bikini Snow Day“ ein leckeres Vorweihnachts-Menü. Doch da haben die Haie die Rechnung ohne den ausgebufften Sherriff und die KNALLHARTE Snowboarder-Crew gemacht!
Natürlich präsentiert auch der „Gernsehclub” in Berlin, Deutschlands erster TV-Live-Club Event, die „SchleFaZe zum Advent“ parallel zur TELE 5 Ausstrahlung wieder als gemeinschaftlichen Live-Event!

Weihnachtsgeschenk gefällig? Die SchleFaZ-DVD-Collection mit „SchleFaZ: Sharknado“, „SchleFaZ: Knochenbrecher im Wilden Westen“, „SchleFaZ: Zwiebel-Jack räumt auf“ und „SchleFaZ: Sumuru – Die Tochter des Satans“ gibt es im Tele 5 Shop online!

SchleFaZ zum Advent2016-11-15T04:35:15+02:00