480. Der Wert eines Menschen (TVS 16/13)

Nicht ohne Entsetzen musste ich kürzlich diversen Berichten entnehmen, dass es bei den aktuellen Vertrags-Verhandlungen zwischen Heidi Klum und Pro7 monetär motivierte Unstimmigkeiten gegeben habe. Anscheinend ginge es dabei um die Summe von popeligen acht Millionen Euro, die sich unsere deutsche Schönheits-Diplomatin in den USA für ihre 28 Tage Arbeit als herzlose Casting-Domina gern (und mehr als verdient!) ins Dekoltee stecken würde, der Geizkragensender ProSeven allerdings habe gerade einen Igel in der Tasche und feilsche mit der armen Frau um jeden Brocken Brot. Während uns humanistisch geprägten Zuschauern daheim dieses unwürdige Geschacher natürlich mehr als übel aufstößt.

Denn wie soll man überhaupt den Wert eines Menschen in Geld aufwiegen? Jedes Individuum ist theoretisch unbezahlbar, Heidi Klum aber natürlich noch viel mehr! Und wie bitte rechnet ProSieben diese Summe von acht Millionen Fleischgeld eigentlich um? Vier Mio für jede Brust? Das wäre ein wahrlich hohes Euter-Entgelt, aber eine Heidi K. besteht ja nicht nur aus obenrum, sondern auch aus unten, hinten und Kopf. Erstellen wir eine Art Schaubild-Diagramm, so wie wir es aus der Metzgerei von den verwandten Säugetierarten Schwein und Kuh kennen, könnte man den Klumkörper in vier waagerechte Regionen aufteilen: Frisurenplattform, Glockenturm, Hüftstreifen, Stelzenbereich. Senkrecht mittig separiert nach Links und Rechts. Würde man nun die insgesamt acht bewertungsrelevanten Klum-Zonen in vier vertikale Arreale aufsplitten und die Gesamtsumme nach Bildschirmrelevanz bewerten, so könnte man sich auf folgende Grob-Kalkulation einigen: Haarhalter/Kopf – 3 Mio, Busella-Beach – 2 M, Schaukelschinken – 1 M, Gebeine 2 M.

Ein Kompromiss könnte nun sein, dass Pro7 sagt: okay, wir verzichten komplett auf Arsch- und Bein-Aufnahmen, für Zwischenschnitte leihen wir uns notfalls von Sat1 Cindy aus Marzahn, wir kaufen Heidi nur OP (Over Pöter) für 5 Millionen. Vom Anus abwärts kann sie alle eigenen Gerätschaften parallel vermieten und gleichzeitig für Designer-Schlübber modeln, sich den ganzen Tag Burger in den Hintern schieben und Weingummis zwischen die Zehen prokeln, das bringt unten Kohle und fällt oben nicht auf. Und notfalls macht man ein paar Folgen für die halbe Gage nur mit der rechten Heidi-Hälfte oben, während sie links für einen US-Werbespot lachend popobiotischen Joghurt löffelt. Mit etwas Disziplin ist alles machbar!

STARS AM ENDE

Bash!-Bashing

Wenn man hört, RTL2 plant ein neues Format, bekommt man prophylaktisch schon mal Angst. Wenn es dann auch noch heißt, es soll ein flippiger Format-Mix aus Scripted Reality und Scripted Live-Musik mit dem Titel Bash! – Die Party Deines Lebens werden, steigert sich die anfängliche Furcht zur blanken Panik. Und wenn das Ganze dann sogar für die beste Sendezeit angekündigt wird, möchte man nur noch das Land verlassen. Aber wenn ganz kurzfristig der Supersendeplatz am Abend gegen mittags 14 Uhr getauscht wird, weil da angeblich ‚so ein toller Audience-Flow’ wäre, hahaha, dann weiß man dass aus dem erwarteten Kackhaufen wohl ein qualitativer Godzilla-Dünnschiss Deluxe geworden sein muss. Senden muss man es leider trotzdem, denn wegschmeißen wäre Sondermüll und das kostet extra.

Britt-Ersatz

Noch vor kurzem moderierte BRITT in SAT1 absolut alles was sich nicht wehren konnte. Jetzt ist sie fort und MEIN MANN KANN wird übernommen von Cindy aus Marzahn und Oliver aus Pocher, was umgerechnet bedeutet, dass die Skrupellosigkeit von Pocher plus die Sexiness von Cindy eine perfekte Britt ergeben. Ihre Dicken-Demütigungs-Show SCHWER VERLIEBT geht an ARD-MUSIKANTENDAMPFER- Superschmierlappen-Kapitän Maxi Arland, der sich nicht entblödete, Fett verknallt als seine absolute Lieblingsshow anzugeben – was für eine teuflisch schwarze Seele und reichlich Zugluft im Frisurenständer spricht. Würde man alle drei aneinandernähen, hätte man eine Art MEGA-BRITT, ein sechsbeinig grinsendes Monster mit Todeslächeln auf drei Mäulern und nichts zu sagen. Das könnte dann ihre alte Talk Show moderieren.

Privat-Verkupplung

Das Privatfernsehen existiert aus dem einzigen Grund, für alle Menschen einen passenden Partner zu finden. Deshalb die hundertfachen Verkupplungsformate von BAUER SUCHT SCHAF bis SCHWIEGERMONSTER GESUCHT. Jetzt aber kommt SAT1 seiner Lebensaufgabe wieder ein Stück weit näher und startet FLIRTEN, DATEN, LIEBEN, ein Coaching-Format zur individuellen GV-Vorbereitung für Begattungs-Anfänger. Wofür sie sogar Ex-Lovelady Erika Berger wieder ausgegraben haben, die uns einst auf RTL die Liebe lehrte. Ohne Privat-TV wäre unsere Art wahrscheinlich schon längst ausgestorben.

2017-02-10T01:40:05+00:00

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