430. Moderner Journalismus (TVS 18/11)

Journalismus ist ein mühsames Geschäft, vor allem im Zeitungsgewerbe. Wenn man als durchschnittlicher Leser so ein krickeliges Käseblatt um den Fisch wickelt oder auf dem Scheißhaus in die Tonne drückt, sieht immer alles so einfach aus. Aber in Wirklichkeit muss man als Journalist ganz viel schreiben, immer wieder, und dann soll das alles auch möglichst noch stimmen, muss aber trotzdem auch voll interessant sein, aber bloß nicht zu anspruchsvoll und mit Foto.

Im Fernsehen bei TAFF!, PIFF!, PUFF!, RED!, BLITZ!, KOTZ!, BRISANT!, REDUNDANT!, und all den anderen Promiwatch-Magazinen kann man wenigstens noch mit arroganter Süffisanz überheblich grinsen und so tun, als stünde man über den Dingen anstatt mit beiden Beinen im Dreck.
Aber dieses ganze langweilige recherchieren und Leute fragen ist so öde, sogar mitunter richtig anstrengend und viel weniger cool als man denkt.
Die Engländer sind uns da wie so oft um einiges voraus. Während bei uns höchstens mal ein wenig aufgebauscht oder höflich genötigt wird, wurden im Vereinten Königreich im Auftrag zahlreicher Murdoch-Blätter einfach ein paar tausend private Telefone von wichtigen Personen abgehört. Simpel, aber effektiv! Fragt man sich, warum darauf nicht schon früher einer gekommen ist. In Deutschland wurde diese Methode kurzzeitig auch ausprobiert, aber schnell wieder fallen gelassen. Die Politiker-Telefonate waren einfach zu langweilig, die von der FDP zudem völlig unverständlich, und die meisten Promis hatten ohnehin schon vorher freiwillig angerufen.

Zudem kam der Großteil der Redakteure nicht mit der Technik zurecht. In England jedoch war diese Strategie höchst erfolgreich und man bekam ohne all zu viel Mühe ein paar zünftige Storys und Skandale, die man auf ehrliche Weise nicht erhalten hätte. Da man sich allerdings nach einigen gerichtlichen Anhörungen noch etwas unsicher ist, ob dieses Vorgehen nicht vielleicht doch an der Grenze der Legalität liegen könne, plant man für den internationalen Markt bereits neue Methoden.
Ab einem bestimmten Bekanntheitsgrad könnte einfach ein Klatschreporter oder Au Pair-Spitzel zur Untermiete einziehen. Einige Promis wie z.B. Boris Becker, Gina Lisa und Lothar Matthäus plädieren für freiwillige Komplett-Verwanzung und ein GPS-Implantat im Rektum, das würde ihnen viel Zeit ersparen, die Paparazzi immer über ihren aktuellen Aufenthaltsort zu informieren. Der schönste Skandal macht schließlich keinen Sinn, wenn ihn keiner bemerkt!

STARS AM ENDE

1. Operation am Herzen

Da wollte man beim ZDF mal richtig kreativ sein und eine supi-tolle Daily Soap präsentieren, wie man sie noch nie zuvor gesehen hat: Herzflimmern. So mit Ärzten und Liebe und so, und das auch noch täglich mit ganz viel Herz und noch mehr Flimmern. Doch irgendwie schien das für die Zuschauer doch zu verrückt am frühen Nachmittag und nun droht der vorzeitige Quoteninfarkt. Da hilft nur eine sofortige Darsteller-Transplantation! Raus mit fast allen bisherigen Schauspielern, neue Organspender rein plus etwas mehr Kitsch & Crime. Und dann hoffen, dass der provisorisch zusammengeflickte Patient wenigstens die bestellten Folgen lang überlebt ohne am Kaffeetisch auseinander zu fallen!

2. Rose aus der Hose

Eine der Gurkensendungen, die wir stets in unser Nachtgebet nahmen, auf dass sie ja niemals wiederkehre, war selbstverständlich Der Bachelor. Nun hat RTL unser Flehen erhört und sich entschlossen, es zu ignorieren. So wird sich demnächst in Südafrika erneut ein schmierig grinsender Schleimbolzen zwanzig willige Weiber vor den Lümmel stellen lassen, um zu sehen, für welche Luder-Lady das ‚Herz’ am meisten ausschlägt. Wer verliert, muss mindestens eine Runde mit dem gruseligen Grinser zwangspoppen und sich sein Leben lang auf der Straße auslachen lassen. Viel Erfolg!

3. Überdosis Pflaume

Wenn die ARD schon mal mutig ist und etwas ausgedörrtes Frischobst zu sich holt, dann wird es auch ausgequetscht und ins Programm gesuppt, bis der Zuschauer Durchfall davon bekommt. Nichts gegen Kai Pflaume, aber jetzt wird nach Star Quiz, Klein gegen Gross und Dalli Dalli schon die vierte große Show mit ihm angekündigt: Drei bei Kai (weil sich das reimt). Klingt eindeutig nach ungesunder Überpflaumung! Aber noch als Tipp, falls nach noch ein paar lustig klingenden Show-Projekten mit Mr. Plum gesucht wird: auf Kai reimt sich auch noch Toast Hawaii, Linkes Ei und Kartoffelbrei!

2017-02-10T01:40:11+00:00

Über den Autor:

Hier schreibt der Chef.

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