427. Chefsache Gottschalk (TVS 15/11)

///427. Chefsache Gottschalk (TVS 15/11)

427. Chefsache Gottschalk (TVS 15/11)

Die Ansage Thomas Gottschalks, nach diversen noch folgenden ‚Best ofs‘ in wenigen Jahren wahrscheinlich doch erst mal wirklich mit Wetten, dass… aufzuhören, hat die Medienwelt erschüttert. Sämtliche Feuilleton-Journalisten, die ihn stets ignorierten und/oder verachteten, knien nun im Staub vor Bewunderung und fordern, dass er für immer bleiben müsse. Unter den Sendern herrscht große Verwirrung.
Bei RTL hat man die Rollos runtergelassen und geht nicht mehr ans Telefon aus Angst, er könne bei ihnen wieder eine Late Night moderieren wollen. In dem verzweifelten Versuch, das komplette Programm der Neunziger nachzuspielen, würde SAT1 ihn gern für Gottschalks Hausparty wieder zu sich holen, aber ärgerlicherweise gibt es Finanzierungsprobleme, da weder Kerner noch Pocher freiwillig ihre Gagen zurückgeben wollen. Die 16-jährige Schulpraktikantin von Pro7 gab auf Nachfrage bekannt, keiner dort in der Pressestelle würde diesen Gottnochwas überhaupt kennen, aber wenn er groß und blond sei, könne er sich gern bei Top-Model bewerben.

Bei der ARD hingegen wurde das Thema Gottschalk in Interviews nun offiziell zur ‚Chefsache‘ erklärt. Der Schwager der ukrainischen Putzhilfe, der bislang dafür zuständig war, zeigte sich dadurch persönlich getroffen. Beim ZDF ließ sich der bisherige Chef sogar extra zum Intendanten befördern, um die Verhandlungen zur ‚Oberchefsache‘ machen zu können.
Unklar ist immer noch, was Gottschalk aber überhaupt machen soll. Die ARD hätte ihn gern täglich am Vorabend, egal für was. Er könnte die Börsennachrichten als Event-Show moderieren, sämtliche Rollen bei Verbotene Liebe übernehmen oder für die älteren Zuschauer als Einschlafhilfe Gummibärchen zählen, die über einen Zaun springen. Beim ZDF bastelt man gerade an einer großen neuen Samstagabend-Show für Thommy, bei der ganz normale Menschen behaupten, etwas total Irrwitziges tun zu können und Prominente raten müssen, ob sie das auch wirklich hinbekommen, Arbeitstitel ‚Rate ob…!‘ Ebenfalls unsicher ist seine Nachfolge bei Wetten, dass…
Anscheinend wollen fast alle Zuschauer Kerkeling, aber das wäre dem ZDF zu einfach und zu nahe liegend, deshalb wird zuerst mit ein paar deutlich unpassenderen Kandidaten verhandelt. Plan B wäre, für ein knappes Jahr Wolfgang Lippert zurückzuholen, bis Gottschalk doch wieder Bock hat und man den Ersatz-Zoni wie damals problemlos entsorgen kann. Es bleibt spannend.

STARS AM ENDE

1. Nachgefettet

Die Öffentlich-Rechtlichen können den Fernsehgöttern auf Knien danken, dass es die Privaten gibt. So können sie sich weiter gemütlich anschauen, was die so Verrücktes machen, und sollte dort mal etwas mehrfach funktionieren, kann man es ganz gemächlich selbst noch mal müde kopieren und den betagten Restzuschauern als neue Idee verkaufen. Nach diversen Abspeck-Dokus der Kommerziellen lässt deshalb jetzt auch das ZDF ein paar Moppelärsche die Plauze weghungern. Zwinker-Zwinker-Titel: Fett weg! Und die faulen ZDF-Redakteure lassen sich in der Zwischenzeit weiter das Hirn absaugen und den Arsch verbreitern.

2. Nachgelegt

Niemand kann SAT1 vorwerfen, nicht kreativ zu sein! Also nicht kreativ im eigentlichen Sinne, aber darin ausgelutschte Formate aus den Zeiten wieder aufzubrühen, als man wenigstens so mittelerfolgreich war. Jetzt kommt nach 5 Jahren Pause und 173 Folgen Wolffs Revier zurück, was für den ollen Wolff besonders schön ist, weil er eigentlich in der letzten Folge gestorben ist, es ihm nun aber anscheinend wieder besser geht. So ein Tod ist ja ne unangenehme Sache, wenn man ihn nicht auskuriert. Aber in einem toten Sender ist der Zombie König, sagt der Volksmund. Also keine Panik, wenn Sie nachts auf dem Friedhof unheimliche Männer sehen, die alte Gräber ausheben und Särge öffnen – sind wahrscheinlich nur Redakteure von SAT1!

3. Nachgemacht

Da es wirklich viel zu wenig Castings gibt und sich viel zu wenig kleine Kinder in Erwachsenenfummel werfen, hilft uns RTL2 jetzt mit der heiter-popeligen Möchtegern-Imitatoren-Show My Name Is. Schlagervogel Michelle, BMG-Chef Steinkamp und Pocher-Gattin Allessandra (laut Sender hauptberuflich ‚Stil-Ikone‘ und ‚Glamour-Queen‘) imitieren dabei eine kompetente Jury und alle müssen so tun als wäre es eine unterhaltsame Sendung. Was leider nicht klappt, aber zum Glück gibt es ja noch keine Jury, die schlechte Jury-Shows nach Hause schickt!

2017-02-10T01:40:11+00:00
Hier schreibt der Chef.

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