399. Schicksal ohne Gnade (TVS 13/10)

Manchmal meint es das Schicksal nicht gut mit einem, oft sogar noch schlechter mit einer ganzen Nation. So fies wie uns gerade hat es schon lange kein Land mehr erwischt, dagegen ist die Ölpest in Amerika ein launiges Pinkeln ins Nichtschwimmerbecken. Ganz kurz vor der WM springt irgendein tätowierter Brutalo-Kicker unserem allseits geliebten Kapitän Ballack so fies von hinten in die Mauke, dass der sich aus Schreck alle Innenbänder reißt, die den Fuß an der Wade halten, weshalb er jetzt nicht mit nach Südafrika darf und wir nicht Weltmeister werden. Dieser schwäbische Trainer, der immer so leidend guckt als hätte er Bleigewichte an den Hoden, versucht seitdem pausenlos, neue Spieler ins Team zu holen, aber kaum hat er einen angerufen, fällt der beim Gardinen aufhängen von der Leiter, kriegt ganz doll Herpes oder bricht sich beide Füße beim Zehennägel schneiden. Man gewinnt den Eindruck, unsere Nationalelf bestünde inzwischen nur noch aus den Zivildienstleistenden verletzter Ex-Spieler oder deren spätpubertären Nachbarskindern, die Fußball nur von der Playstation kennen. Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, trat auch noch Hessens Rechtsaußen-Rüpel Roland Koch zurück, und zwar nicht nur aus dem DFB, sondern zusätzlich aus der CDU, dem BND, CVJM und allen anderen Parteien.

Einige sagen, er hätte ein Angebot aus der Wirtschaft (Clearasil) oder wäre von Merkel übel gefoult worden, die meisten vermuten allerdings, die Einwohner des Hessenlandes hätten ihr Bembelgeld gespart und zusammengelegt, bis sie ihm endlich ein Zugticket kaufen konnten. Ohne den charismatisch-mauligen Unsympathen Koch allerdings, da sind sich die Experten einig, wird Deutschland niemals Weltherrscher. Gleich danach schmiss auch noch Bundesligapräsident Hotte Köhler nach einem verstolperten Eigentor beleidigt der Nation die Brocken vor die Füße, ohne selbst so richtig zu verstehen, wieso eigentlich. Etwas viel auf einmal, so langsam muss Deutschland ja das Gefühl gewinnen, dass es wirklich keiner mehr mag, nicht mal seine eigenen Vertreter. Der klassische erste Schritt zu einer zünftigen Depression! Die ganze Hoffnung liegt nun auf Guido-Boom-Boom-Westerwelle auf allen Außenministerpositionen, allerdings hat der bereits gefordert, dass ausschließlich deutsch gespielt wird, wenn er den Rasen betritt. Machen wir es also wie immer: Realität ignorieren, beten und Wimpel ans Auto!

STARS AM ENDE

1. Behämmerter Betrugsversuch

Unglaublich: in unserem Lieblingsmedium wird neuerdings betrogen! Im Grunde ja nur noch, aber blöd ist, wenn man vorher so tut als ob doch nicht und dann herauskommt, dass die so schön gezeigte Pseudo-Realität komplett erstunken und erlogen war. Wie jetzt bei Renovierbrocken Tine Wittlers neuer Häuser-Verscherbel-Show Unterm Hammer! Da stimmte nämlich nüscht vom angeblichen Happy End, und die angeblich so glückliche Family ist immer noch am Arsch. Wahrscheinlich ist die Moderatorin noch nicht mal wirklich dick! RTL zeigte sich amüsanterweise entrüstet und setzte den Moppelmurks schnell ab. Bescheißen ist im Grunde prima, aber man darf sich nicht erwischen lassen!

2. Plötzlicher Schwulenschwund

Das ist schon ein Problemchen: da ging irgendwann der sehr ambitionierte Schwulensender Timm irgendwo auf Sendung, mühte sich redlich und erntete zum Dank nur den eigenen Insolvenzantrag. Autsch! Jetzt wird allerdings tapfer weiter gekämpft – nur keiner weiß, wo eigentlich! Denn angeblich verlässt zwar ein einsames Signal den Sender, bloß auf den Bildschirmen erscheint es nicht. Wo ist es gelandet? Im schwarzen Loch des Kabelnetzes? Am anderen Ufer des Äthers? Im Darkroom der Randgruppenkanäle? Na hoffentlich taucht es noch auf, bevor Schwester Insolvenzverwalter den Stöpsel aus der Wanne zieht! Ich drück die Däumchen!

3. Landesweite Lenaritis

Eine von Herzen kommende Gratulation und ironiefrei respektvolle Verbeugung vor Lena und Raab: Dank Euch ist nicht nur das 28 Jahre alte angemuffte Grand-Prix-Friedens-Siegel geplatzt, sondern auch der seltene Beweis gelungen, dass ungezwungene Natürlichkeit und ehrliche Freude an der Sache sehr wohl siegreich sein können! Wer hätte gedacht, dass diese Botschaft eines Tages ausgerechnet mal von Deutschland aus gesendet würde… Hoffen wir nur, dass die ARD und alle anderen Sender daraus lernen, sich in Zukunft nicht mehr ganz so häufig aus vorauseilender Schissigkeit die eigenen Eier in der Hose abzuschnüren. So wunderbar können Mut und Spaß an der eigenen Arbeit schmecken!

2017-02-10T01:40:14+00:00

Über den Autor:

Hier schreibt der Chef.

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