380. SEX! SEX! SEX! (TVS 19/09)

Schön dass Sie auch mal wieder lesen! Subtile Titel sind halt oft sehr nützlich. Wenn man berühmt war oder zumindest einmal ganz kurz am Arsch des Prominentendaseins riechen durfte, dann ist es für die Psyche oft verdammt schwer, eines Tages plötzlich nicht mehr von jedem angequatscht oder begafft zu werden. Vor allem wenn man kein übermäßiges Talent hat, sich an der eigenen Intelligenz nicht gerade einen Bruch hebt und der Welt im Grunde rein gar nichts zu sagen hat. Wenn man sich dann in absolut jedem Z-Promi-Doofen-Magazin prostituiert hat und wirklich all das Blabla-Bloggen, Unfug-Twittern und Event-Posing ohne Erfolg geblieben ist, oder aber auch wenn man ganz generell vor lauter Promigeilheit beim eigenen Spiegelbild in den automatischen Masturbations-Modus verfällt – dann hilft nur noch eines, um wieder beachtet zu werden: SEX! Hose runter und Geschichten aus dem eigenen Schlüpfer erzählen, egal ob wahr oder erfunden oder vom Nachbarn, Hauptsache SEX! Will keiner hören, wird aber überall gedruckt und gesendet! Selbst Heino überraschte uns letztens mit der höchst unerbetenen Information, dass er noch dreimal wöchentlich über die Hannelore rubbelt. Danke. Und jetzt im themendürren Sommer sprießen die Pillermann-Storys aus den Pseudo-Promi-Lenden wie schorfige Herpes-Furunkel im Herbst. Heidi Klum prahlt mit ihrer Dauerriemigkeit und ‚Humpty-Dumpty’ nach Pimperfahrplan mit Seal. Präsenzpestilenz Giulia Siegel hat sich nach eigenen Angaben bereits so oft erfolgreich durchnudeln lassen, dass sogar ein ganzes Buch mit Sex-Tipps für GV-Anfänger dabei herauskam. Und Existenz-Exhibitionist Boris Becker hat seine frisch geschwängerte Lilly im Erotik-Interview stolz über ihr (vormals leider viel zu) geheimes Sex-Leben schwärmen lassen. Wow, Bum-Bum-Boris, der alte Pimmelschwinger hat’s echt drauf, Respekt, ich bin beeindruckt!

Damit ich nicht auch noch vollkommen in Vergessenheit gerate, hier ein paar pikante Auszüge aus einem höchst intimen Geschlechtsverkehrs-Interview, das ich kürzlich mit mir selber führte: „Mein Sex-Leben mit mir ist immer noch prickelnd. Oft überrasche ich mich selbst im Badezimmer, z.B. beim Fußnägelschneiden oder Zöpfeflechten im Intimbereich, mit ganz verrückten Ideen und denke dann ‚Wow, wie originell, wo hab ich das nur wieder her!’ Man muss die Beziehung zu sich immer am Knistern halten, deshalb spiele ich oft den ‚Agent Provocateur de Popo’ und ziehe mir aufregende Sachen an, zum Beispiel Anglerhosen mit Strapsen drunter oder ganz alte gebrauchte Unterhosen. Oder ich wickle mich ganz in Klopapier ein und schaue was passiert. Wenn ich unterwegs bin, spreche ich mir einfach ein paar versaute Sachen auf die mailbox. Ich denke, wenn man reifer ist, fallen einfach alle Hemmungen. Als mein Liebhaber gebe ich mir eine Eins plus plus in Gold mit Sternchen. Ich glaube, ich besuch mich gleich noch mal im Bad und schreibe mir einen Liebesbrief. Und später noch schnell ein Buch.“  Abdruck kostenfrei!

STARS AM ENDE

1. Nerviger Nachmittag

Das deutsche Fernsehen hat trotz Finanzkrise seine Kreativität nicht aufgegeben! Jetzt bringt Pro7 nachmittags sogar stolz ein ganz neues Genre auf den Markt: die Dokunovela! Statt mit Laiendarstellern gescripteter Murks, jetzt mit (noch billigeren) Normalos ungeschriebener Käse, basierend auf ihren eigenen (und etwas TV-kompatibel zurechtpolierten) Erlebnissen… oder was sie mal im Film gesehen haben oder so. Kurz gesagt: genau so schrottig und auf-die-Eier-gehend wie der ganze sonstige Dreck, aber halt mit ganz neuem Namen drüber! Könnte allerdings auch Kotzonovela oder Täglichedreckspampenserie heißen. Es bleibt Kacke im neuen Mantel.

2. Kalter Preis

Oh Manno! Da konnte die Nation kaum noch schlafen aus lauter Vorfreude, weil es hieß, die Supershow Der Preis ist heiss würde zurückkommen! Aber weil das ganze mal wieder bloß eine verfrühte Bild-Sommerloch-Ejakulation war, bleibt der Preis wohl doch eher kalt. Beziehungsweise lauwarm, denn im Grunde wäre es nicht unmöglich, heißt es. Die Sendung war schließlich laut, schlecht, blöd und vor allem billig – so gesehen das perfekte Programm für die jetzige Zeit. Und traurigerweise trotz aller Megadoofheit sogar noch besser als der Müll von heute.

3. Raumschiff Anus

Noch eine Ente aus dem Boulevard-Mediendschungel: nein, Pro7 sperrt keine Gammelpromis in Knast-Einzelhaft! Wäre ja auch keine Strafe, sich frei im Programm bewegen zu müssen ist viel grausamer. Dafür plant man, einige auf den Mond zu schießen. Leider nicht wirklich, man steckt sie lediglich in nachgebaute Raketen-Isolationskabinen im Raumschiff Cubus (Arbeitstitel), in denen sie ganz alleine superulkige Aufgaben lösen müssen, wie z.B. ganz schnell 99 T-Shirts übereinander ziehen. Oh Mann, ich muss jetzt schon lachen… Endlich das passende Programm für den luftleeren Raum zwischen den Ohren.

2017-02-10T01:40:16+00:00

Über den Autor:

Hier schreibt der Chef.

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