378. Bild der Frau (TVS 17/09)

378. Bild der Frau (TVS 17/09)

Gott sei Dank, dass endlich diese ganze blöde Emanzipationsscheisse vorbei ist und die Weiber nicht mehr darum kämpfen, ernst genommen oder respektiert zu werden! Mann, das war echt Stress, sich immer anhören zu müssen, Männer und Frauen seien doch schließlich irgendwie gleich, und die Mädels seien nicht nur zum Angucken und Heiraten da, sondern auch als Individuum was wert und all dies intellektuelle Blablabla. Dank dem Fernsehen ist das zum Glück vorüber und die Frauenzimmer wissen endlich wieder, was ihre Bestimmung ist: dem Manne zu gefallen und zu tun, was dieser befiehlt!

Denn schlendern wir einmal quer durch die aktuellen Programme, so erkennen wir, dass sich ein Großteil der überhaupt noch stattfindenden Eigenproduktionen um die Frauen und ihre neue Rolle in der Gesellschaft dreht. Pro7 beispielsweise bläst zur schmierig-stumpfsinnigen Jagd nach dem Sommermädchen, was übersetzt so viel heißt wie ‚jung, geil und ohne Widerworte’. Schwanzerfreuende Doofenspiele ohne Sinn und Verstand für willige Bikiniluder, die aus Mangel an anderen Fähigkeiten durch einen Auftritt im Fernsehen auf den kurzzeitigen Anstieg ihres Marktwerts in der Dorfdisco hoffen. Hübsch aussehen, tun was einem gesagt wird und bereit sein für Demütigung – so war man als Frau auch vor hundert Jahren schon eine sehr gute Partie! Das gleiche Prinzip, das auch Formate wie Germanys Next Top Model vorleben, nur dass einem dort noch die lächerliche Illusion von Glück durch Ruhm und Reichtum vorgegaukelt wird. Wie auch bei Mission Hollywood, dem glücklosen Schweiger-Schnitten-Casting, in dem durch Strippen, Fake-Orgasmen und Zungenküsse nach der nächsten internationalen Superschauspielerin gesucht wurde, allerdings mehr Richtung Gina Wild als Meryl Streep. Präziser auf den Punkt bringt es natürlich der Sat1-Weibchen-Flohmarkt Gräfin gesucht, wo sich erneut jede Menge Schwächergeschlechtlicher auf die Stelle als Lebensabschnittsgefährtin eines allein gebliebenen Adelsarmleuchters bewerben. Ist ja auch schon was, so ein Graf, denn ein Arsch mit von ist immer noch besser als einer ohne Präposition.

Wenn eine junge Dame des dritten Jahrtausends im Fernsehen nicht lukrativ verpartnert werden soll und stattdessen zur Hauptdarstellerin wird, ist das allerdings fast noch gruseliger. Denn wer möchte schon, dass sich junge Mädchen jemand wie z.B. Giulia Siegel als Vorbild aussuchen. Die glauben dann, feminine Selbständigkeit und Erfolg wären gleichzusetzen mit arroganter Zickigkeit, doofer Selbstverliebtheit und blonder Blödlaberei. Und einen Typen zur gelegentlichen Begattung findet man auch dann nur, wenn man aus der eigenen Schlüpferstarre ne Doku-Soap macht. Wie auch immer – darf man den Sendern Glauben schenken, sind Frauen jedenfalls deutlich primitiver und anspruchsloser als wir Männer es uns je zu glauben trauten. Und da heißt es immer, im Fernsehen würde man nichts Vernünftiges lernen!

STARS AM ENDE

1. Doof für Deutschland

Endlich Schluss mit der Politikverdrossenheit und den ganzen doofen Inhalten: Kader Loth, die knuddeldoofe Intelligenz-Allergikerin mit der künstlichen Blusenfüllung, wird Frauenbeauftragte der Freien Union! Sie wissen schon, von dieser aufmüpfigen CSU-Splittergruppe um Gabriele Pauli in Bayern, die eigentlich keiner kennt und niemand braucht. Aber die sich scheinbar für keine Peinlichkeit zu schade ist, um überhaupt bemerkt zu werden. Kein Programm trifft Kein Gehirn – eigentlich eine schöne Verbindung. Das Auge wählt schließlich mit!

2. Tanzen für die Pflaume

Stimmt, es wird viel zu wenig getanzt im deutschen Fernsehen! Und dabei gibt es ja wirklich nichts Lustigeres auf der Welt, als irgendwelchen uninteressanten B- bis Z-Promis beim unbeholfenen Nachwackeln berühmter Dance-Moves zuzuschauen. Genau wie bei RTL, jetzt aber in SAT1 und mit Kai Pflaume als Hupfdohlen-Dompteur. Voll innovativ und total crazy, vor allem der Titel: Yes we can dance! Da lacht selbst Mr. President und ich schlafe glatt ein vor Aufregung. Meine empfohlene Erwiderung auf die gloriose Tanz-Fun-Idee: Yes we can abschalten!

3. Hui Buh für Arme

Manchmal bleibt es einfach nicht nachvollziehbar, wie unfassbar schweinedoof einige Fernsehmacher zu sein scheinen. Und erst recht nicht, für wie absolut granatenblöd und hirntot sie ihr Publikum halten. Nach dem gigantischen Flop von Uri Gellers vierstündigem R-Gespräch ins Weltall dachte man ja, vielleicht würde irgendwer daraus etwas lernen. Doch bei Super RTL pisst man auf die Hoffnung der Zuschauer und schickt jetzt Geisterjäger Ross Antony in vermeintliche Spukschlösser, um den hibbeligen Ex-Dschungelkönig dort so sinnlos wie ironiefrei nach Gespenstern suchen zu lassen. Mögen dafür alle Verantwortlichen nach ihrem Tode auf ewig durch die Scheißhäuser der Sendeanstalten spuken!

2017-02-10T01:40:16+00:00
Hier schreibt der Chef.

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