366. Ich will nicht mehr Papst sein! (TVS 05/09)

Wie glücklich waren wir alle doch noch vor wenigen Jahren, da wurden wir auf einmal alle Papst. Ganz Deutschland war im Ratzi-Fieber und genoss die kollektive Heiligsprechung. Doch plötzlich ist das alles vorbei, und niemand will mehr Papst sein, nicht mal der Papst selber. Wie konnte es dazu kommen? Routinemäßig begnadigte der Heilige Vater eine Herde sündiger Schäfchen, die mal irgendwann wegen irgendwas exkommuniziert worden waren. Darunter auch Richard Williamson, ein durchgeknallter Bischof aus England, der unter anderem die Thesen vertritt, dass die Protestanten von Satan gelenkt werden und Frauen weder Hosen tragen noch an Universitäten zugelassen werden sollten. Da das alles soweit ja ganz vernünftig klang, holte ihn der Papst gütig zurück in den Schoß der katholischen Kirche. Dummerweise wurde dabei übersehen, dass Bischof Braindead darüber hinaus auch noch lauthals vermeldet hatte, es hätte den Holocaust im Dritten Reich nie gegeben. Selbst nach Aufforderung des Pontifex nahm er diese Aussage nicht zurück, da er ‚erst noch mal die historischen Fakten prüfen’ und sich ein paar Guido Knopp-DVDs bestellen müsse. Es folgten internationale Proteste, hohe Würdenträger sprachen von einer Papst-Falle samt Verrat, und unser geliebter Ratzebär verwandelte sich auf einmal in den Kurt Beck des Vatikan.

‚Okay, hat der Kollege Pontifex halt nen Fehler gemacht, soll er sich kurz entschuldigen, den irren Schweinepriester wieder in die Pampa schicken und Schwamm drüber!’ würde unsereiner da wohl sagen. Blöd halt nur, wenn man der Papst ist, denn der macht nun mal keine Fehler, weil er ja laut Arbeitsvertrag generell unfehlbar ist. Doofe Sache. Und so wirklich leicht ist es für ihn auch nicht, eine andere Ausrede für den Fauxpas zu finden. ‚Ich war halt jung und unerfahren!’ zieht bei dem knackigen 81jährigen nur so mittel. ‚Ich komme aus Deutschland, da wissen wir nicht so viel über das Dritte Reich!’ klingt auch konstruiert. Und als Vertreter Gottes wäre es ebenso falsch zu behaupten ‚Na ja, mein Chef ist halt ein Idiot!’, selbst wenn das im normalen Berufsleben fast immer zieht. Echt verzwickt. Da bleibt nur stures Aussitzen, sich dumm stellen und hoffen, dass in ein paar Jahrzehnten Gras über die Sache gewachsen ist. Und natürlich ab und zu mal ein paar Würdenträger von der Leine lassen, die sich lautstark darüber empören, dass es weltliche Kleingeister wie die Kanzlerin überhaupt wagen, ihre Meinung über den Unantastbaren zu äußern, denn das stünde nun einmal niemandem von uns zu. Wobei ich mir bei allem Respekt erlaube, dies doch zu tun. Denn Scheiße bauen ist ja im Grunde nicht schlimm, aber den eigenen Haufen heilig zu sprechen, nur um die eigene Göttlichkeit zu untermauern, macht aus dem Dödel noch keinen Goldklumpen. Aber das ist halt der Vorteil, wenn man einen Vorgesetzten hat, dessen Existenz noch nicht eindeutig bewiesen ist – man kann auch nicht von ihm entlassen werden!

STARS AM ENDE

1. Watten Schiss!

Chapeau, das war ohne Frage die kreativste Wetten dass – Wette aller Zeiten: am frisch abgedrückten Kackhaufen erriechen, welches Tier ihn geschissen hat! Und das im züchtigen ZDF zur besten Sendezeit – da hat das Gespräch von Gottschalk und Reich Ranicki ja doch echt was gebracht! Wenn Ihnen diese Idee gefallen hat, schreiben Sie bitte nicht, sondern kacken Sie einfach dem ZDF vor die Tür oder schicken Sie eine kleine Probe Ihres Morgenstuhls. Absender ist nicht nötig, den riechen die Experten schon raus!

2. Klinik im Koma!

Eigentlich ne tolle Idee: weil auf allen Sendern so viele wirklich gut gemachte Arzt-Serien aus Amerika laufen, die auch noch richtig klasse produziert sind, könnte man doch selber auch noch eine drehen! Also genau so wie die aus den USA, halt nur nicht ganz so gut, weniger clever, einfacher erzählt, nicht so hochwertig gedreht, schlechter geschrieben und ohne großartige Schauspieler. Das braucht zwar eigentlich kein Mensch… und ist gerade davor schon einmal gescheitert… aber durch reine Logik sollte man sich von doofen Ideen niemals abhalten lassen! Also schnell noch mal Klinik am Alex einschalten – bevor vom Quotendoktor die aktive Sterbehilfe praktiziert wird.

3. Kahn gekentert!

Für mich persönlich die erschütterndste Nachricht der Woche: Achim Mentzels Kahn der guten Laune wurde vom mdr einfach so abgesetzt! Und das nicht etwa, weil die Sendung plötzlich gut oder die Sketche lustig geworden wären, nein, das war alles wie immer. Einfach nur wegen schwächelnder Quoten! Pfui! Ein mdr ohne Achim, das ist wie ein Sommer ohne Regen, Fußpilz ohne Juckreiz oder Cappuccino ohne Sprühsahne! Gebt uns unseren Achim wieder – sofort! Egal ob als Kalauer-Kapitän, singendes Sex-Symbol, Moderator der Tagesthemen oder Hauptdarsteller in irgendeiner Tier-Serie – Hauptsache, unser Schnauzbart der Herzen kehrt ganz schnell zurück!

2017-02-10T01:40:17+00:00

Über den Autor:

Hier schreibt der Chef.

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