351. Die Jugend als Strafe (TVS 16/08)

Okay, älter zu werden hat seine Nachteile, definitiv. Das unaufhaltsame Bewegen auf das wenig erstrebenswerte Lebensendziel ‚Alter Sack’ hat gewiss auch etwas Deprimierendes. Aber trotzdem bin ich froh, dass ich momentan nicht mehr jung sein muss. Nicht nur dass der geile Affe Pubertät einem viel zu viele Jahre lang wie ein sexuell erwachendes Damoklesschwert in der Hose hängt und den gesamten Hormonhaushalt durch den Mixer der Emotionen püriert, nein, man muss sich auch plötzlich noch mit so einem Pimpelkram wie Lebensplanung oder Zukunft Gedanken machen. Die so genannten ‚Erwachsenen’ sind dabei wenig hilfreich, im Gegenteil. Meist nehmen sie die jungen  Vollmensch-Azubis gar nicht ernst oder fühlen sich von ihrer Vitalität belästigt, zudem erscheint die Mehrzahl der alten Arschgeigen als positives Beispiel für die Schönheit des Erwachsenseins nur bedingt geeignet.

Das Fernsehen macht es den Jungmenschen auch nicht gerade leichter. Einerseits tut es, als würde man gerade die Heranwachsenden ganz besonders schätzen, ja ob ihrer ungebremsten Kauffreudigkeit gepaart mit ansteigender Liquidität gar lieben und verehren, andererseits zeigt es inhaltlich weder Respekt noch Verständnis. Programmtechnisch gesehen wird auf die jungen Zuschauer geschissen! Ein großer Haufen mit Krönchen, und das übergreifend von allen Sendern.

Als ich mich einst in dieser Altersstufe befand, damals, vor den Kriegen, als alles noch so viel weniger und dennoch besser war, und die Sonne so viel heller, länger und gesünder schien, ja damals sah die Welt noch anders aus. Sogar als es nur zwei TV-Stationen gab, die stets dachten, Unterhaltung sei der Feind der Bildung, existierten gar prächtige Sendungen speziell für die Menschenwesen zwischen 6 und 16 oder so. Man konnte sogar fast sagen: der Nachmittag gehörte den Rentnern und den Jugendlichen, die ihn mehr oder weniger fair unter sich aufteilten. Heute interessiert das keine Sau, Hauptsache es schalten noch genug nicht so alte Humpel aus Mangel an Alternativen ein, egal zu was. Da kotzt man ihnen bei den Privaten dann halt einfach menschen- und intelligenzverachtende Doku-Soap-Schmonzetten und Richter-Shows aus der Hölle der Amöbenmenschen vor die Füsse, die letztendlich nichts als Angst vor der eigenen Zukunft machen. Denn welcher Heranwachsende möchte schon so enden wie all die lebensunfähigen Versager, in deren Wohnlöcher die fetten Umräum-Monstern einmarschieren und die den Schuldenberater brauchen, damit er ihnen den Unterschied zwischen Plus und Minus erklärt? Und da wo die Öffentlich-Rechtlichen einst noch um ein kompetentes Kinder- & Jugendprogramm bemüht waren, laufen heute Kaffeekränzchen, Boulevard-Banalitäten und lebensfremd verkitschte Telenovela-Luftblasen für Omas und brave Enkel, die für Schokoladengeld jeden Scheiß mitglotzen. Der einzige Trost: die Redakteure, die die nachwachsende Generation ohne Skrupel zu derart emotionslosen Pissnelken erziehen, werden später einmal selbst unter ihnen zu leiden haben! Haha! Großer Nachteil: alle anderen leider auch!

STARS AM ENDE

1. Ärger auf dem Flaggschiff

Okay, einmal besoffen am Grafik-Computer die Balken der Deutschland-Fahne verdrehen, das kann ja mal passieren, selbst bei den untadeligen Immerallesrichtigmachern von den Tagesthemen. Aber wenn die Natural Born Streber dann gleich eine Woche später noch grundlos eine Zusatzkante unter die US-Flagge klöppeln, dann macht einem das doch Angst. Die Amerikaner sind auch schon für weniger einmarschiert! Ist das nun einfach simple temporäre Blödigkeit oder alles ein groß angelegtes Aprilscherz-Training zum Beweisen der Comedy-Kompetenz der ARD? Den verrückten Schelmen vom Ersten ist ja alles zuzutrauen!

2. Hornauer Reloaded

Wahre Visionäre wissen: die beste Rückkehr ist immer noch, wenn man einfach dableibt! Und so sendet der schwäbische Schwafelmessias Thomas G. Hornauer unverändert weiter vom Orange Table des Erweckungs-Wahnsinns, auch wenn er eigentlich gerade die Sendelizenz für seinen Kanal Telemedial verloren hat. Holt man halt irgendeine andere alte Lizenz aus der Schublade, nennt sich jetzt Primetime und geht ins Nachbarstudio. Hauptsache der inhaltliche Irrsinn ändert sich nicht. Wäre auch zu schade – ein (leider unfreiwillig) lustigeres Programm gibt es im ganzen Universum nicht! Unbedingt anschauen, solange es noch da ist!

3.  Max vs. Bono

Coole Nummer: da will der alte Dauerlächler Max Schautzer schon seit geraumer Zeit seinen neuen Sender BONO-TV für Über-50jährige on Air bringen, aber jetzt hat sich dann doch U2 wegen der Namensähnlichkeit zu ihrem Sänger beschwert. Maxe sagt allerdings, er hätte sich inzwischen friedlich mit Bono geeinigt und etwas ähnliches gefunden. Was mag das sein? Momo? Homo? Bobo? Popo? Bimbo? Oder ein anderer Künstlername? So Richtung Elvis-Eins, Kanal Carpendale oder Rammstein-TV? Wir dürfen gespannt sein!

2017-02-10T01:40:19+00:00

Über den Autor:

Hier schreibt der Chef.

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