Papa? Sohn? Tournee!

TV-Terminator Oliver Kalkofe und Schunkelmonster Achim Mentzel gehen jetzt gemeinsam auf die Bühne

11.10.2011 | Von Andreas Kutz | Foto: Christian Schulz

Wenn man zwei menschliche Wesen auf der Suche nach Ähnlichkeiten nur lange genug betrachtet, wird man mit großer Sicherheit fündig. Das funktioniert auch beim Komiker Oliver Kalkofe und der singenden Stimmungskanone Achim Mentzel.
Seit Jahren haben beide immer wieder die Vermutung geäußert, sie seien Zwillinge, die bei ihrer Geburt getrennt wurden. Dagegen sprachen schon immer die für eine Zwillingsgeburt doch arg weit auseinanderliegenden Geburtsdaten: Kalkofe kam im September 1965 auf die Welt, Mentzel schon im Juli 1946. Deshalb versuchen beide, nun eine plausiblere Erklärung für ihre Ähnlichkeit und ihr inniges Verhältnis zu liefern. Vielleicht hat Mentzel ja einfach bloß den Überblick über seinen Nachwuchs verloren? Bisher anerkannt sind acht Mentzel-Kinder. Kalkofe: „Aber die Dunkelziffer ist riesig.“ Vielleicht ist er selbst ja auch ein Balg des Schunkelmonsters? Kalkofe versuchte das zu ergründen: „Ich habe meine Mutter gefragt …“

Gemeinsame Gesangsnummer

Dass die sich an keine Begegnung mit Mentzel erinnern kann, ist für ihren Sohn noch kein Grund, von dieser Theorie abzulassen. Seine Erklärung: „Wenn man ein furchtbares Erlebnis hat, dann löscht das Gehirn das ja oft.“
Auf jeden Fall gehen beide jetzt auf gemeinsame Tournee mit der Show „Großes Gernsehen“, bei der sie vom 31. Oktober an (Tourstart ist im „Waschhaus“ in Potsdam) ihre gemeinsame Fernsehgeschichte auf die große Leinwand bringen. Sie werden dabei auch am 7. November im Theater am Kurfürstendamm auftreten (Tickettelefon 88 59 11 88), und Kalkofe ist sich völlig bewusst, dass er um mindestens eine gemeinsame Gesangsnummer mit Mentzel wohl nicht herumkommen kann. Also bietet er schicksalsergeben schon mal eine an: „Ich wäre bereit, mit Achim einen Teil seines ,Spreewaldgurkensongs‘ zu singen. Der berührt mich immer sehr emotional.“
Um ein anderes Lied beneidet Kalkofe den Kollegen richtig: „Brandenburg“, die inoffizielle Hymne des Bundeslandes, in der Rainald Grebe beschreibt, wie Achim Mentzel das Autohaus nicht findet, in dem er einen Auftritt hat. Mentzel versteht, warum ihn nun auch Grebe verspottet: „Wenn einer oben ist, dann hängen sich alle wie die Kletten ran.“ Und gibt nebenbei zu, dass er wirklich in Autohäusern auftritt: „Autohäuser, Möbelhäuser, Dorffeste. Ich nehme alles an. Das ist kein Gag. Wirklich!“ Dabei müsste er gar nicht mehr arbeiten, denn er bekommt seit August eine üppige Altersrente: „Ich habe sehr gut eingezahlt.“
Kalkofe begann 1995 Mentzel in seiner TV-Sendung „Mattscheibe“ böse als den „Johannes Heesters des östlichen Neandertals“ zu verspotten und bescheinigte ihm, ein Mann zu sein, der einfach alles kann: „Nicht Singen, nicht Tanzen, nicht Sprechen.“ Bei hitzigeren Gemütern würde das für eine lebenslange Feindschaft reichen, in deren Verlauf sich Heerscharen von Rechtsanwälten die Nasen vergolden könnten. Nicht so bei Mentzel. Der begann 1996, in seinen Sendungen mehr oder weniger versteckte Grüße an Kalkofe unterzubringen. So stand einmal bei „Achims Hitparade“ im Hintergrund an einer Schultafel „Kalki ist doof!“

Sofort per Du
Kurz darauf telefonierte man miteinander, war sofort per Du und vereinbarte immer wieder gemeinsame Sendungen und Filme wie die Ostfernseh-Spezialausgaben der „Mattscheibe“ und die Kinofilme „Der Wixxer“ und „Neues vom Wixxer“.
Gerade ist es mal wieder besonders schwierig, für Filme die Finanzierungen zu organisieren. Genau das bremst auch Oliver Kalkofe und seine Kollegen Bastian Pastewka und Oliver Welke, die gern sobald wie möglich den dritten „Wixxer“-Film realisieren würden. Kalkofe: „Ich würde gern nächstes Jahr drehen.“
Ob das klappt ist nicht klar. Eine Besetzungsfrage gilt allerdings als sicher. „Achim wird natürlich wieder dabei sein. Muss ja. Sonst gibt es keine Fördergelder. Er wird als ,Aufbau Ost‘ abgerechnet …“

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2017-02-10T01:40:10+00:00

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