About Oliver Kalkofe

Hier schreibt der Chef.

Der Fressesprecher – Echo-Beef 2018 : Zwischen Kunstfreiheit und Kommerzkacke

Sehr verehrte Damen & Herren, liebe Freunde der gepflegten Unterhaltung, Bros & Bitches,
Chefs & Schlampen, hallo Kinder. Als inoffizieller Fressesprecher der Preisevergebenden
Entertain-ment-Industrie möchte ich mich kurz und ungewohnt ehrlich in unser aller Namen
zum sogenannten Echo Skandal äußern.

Was ist eigentlich passiert? Fahrid Bang und Kollegah, zwei derzeit schwer erfolgreiche Rüpel-Rapper,
bekamen den Echo 2018 für ‚Hip Hop national’, was so viel bedeutet wie: deutsche ‚IschfickdeiMudda’-Sprechgesänge. Und obwohl vorher deutlich darauf hingewiesen wurde, merkten die Verantwortlichen leider erst Tage NACH der Verleihung und den daraus resultierenden Kulturkrawallen, dass man Textzeilen wie‚Mein Körper definierter als Auschwitz-Insassen’ sehr wohl auch kritisch sehen kann. Bzw. sollte. Oder besser gesagt: sogar muss.
Lassen Sie uns trotzdem kurz einiges klarstellen. Hip Hop ist eine eigene Kunstform, eine Musikrichtung aus dem afro-amerikanischen Ghetto, die sich dadurch definiert, zu provozieren, zu pöbeln, übertrieben gewalttätige Drohungen und Mega-Beleidigungen aus der frustrierten Kehle zu kotzen.
Vergleichbar vielleicht mit einer AfD-Wahlkampf-Rede – allerdings mit mehr Reim und Rhythmus, gewöhnlicherweise auch nicht ganz so ernst gemeint und künstlerisch dann doch meist wertvoller.War diese Zeile nun geschmacklos? Ja. Ohne Frage. War sie antisemitisch? Kann man nicht eindeutig sagen.Eher generell aggressiv menschenfeindlich.
So wie der ganze Rest des Songs ‚08-15’, aus dem sie stammt. Da findet man sogar fast noch Schlimmeres.
Weniger ein Zeichen von bewusst artikuliertem Judenhass, vielmehr von fehlender persönlicher und emotionaler Intelligenz ganz allgemein.
Musikalisch verpackte Aggression jedem Lebewesen gegenüber, das nicht man selber oder sein Kumpel ist.
Aber wie gesagt: Das ist nun mal so beim Hip Hop. Wie bei Gorillas, die sich brüllend auf die Brust
schlagenoder Affen, die sich gegenseitig mit Kot bewerfen.
Kann man mögen, muss man nicht. Gehört aber zu ihrer Natur, bzw. Ausdruckskunst.
Aber je mehr einem so genannten ‚Künstler’ Hintergrundwissen und Mitgefühl fehlen, desto leichter gehen ihm halt solch gedanken- wie geschmacklose Zeilen über die Lippen. Vor allem auch wenn man weiß, dass viele Schul-Kids oder Großhirn-Kleinanleger, die einen abfeiern, eh gar nicht wissen worüber man hier überhaupt rappt.
Denn ohne dumme Fans gibt es nun mal auch keinen Erfolg für dumme Texte. Man kann sich seine Kunden nun mal nicht aussuchen, und solange sie brav zahlen, kann man eine Menge Ignoranz verzeihen.
Auch als Plattenfirma, wenn man gut daran verdient – aber schnell den Stecker zieht, wenn die Luft zu dünn oder zudick wird. Der Grat zwischen Kunstfreiheit und Kommerz-kacke ist nun mal fast so schmal wie zwischen Provokation und Verletzung oder Haltung und Heuchelei. Der Schlüssel zu allem bleibt letztendlich immer nur der eigene Verstand. Doch egal wie gut oder schlecht, cool oder ekelhaft man solch lyrische Absonderungen nun findet, lassen Sie uns feststellen – aufgrund nur einer Zeile ohne Zusammenhang eine immer wilder werdende Wut-Debatte zu führen, ist so wenig sinnvoll wie einst im Falle des Böhmermann-Schmähgedichts die Reduzierung auf eine Diskussion ums Ziegenficken. Und wenn es sogar so weit kommt, dass die Geissens – selbst die mediale Personifikation von Geldgier, Geltungssucht und gigantischer Dusseligkeit – fassungslos faselnd ihrer Empörung auf Facebook ebenso ausländer- wie auch Grammatik-feindlich Ausdruck verleihen, und sich die biedere Boulevardpresse dann auf diesen billigen Beef der beidseitig bekloppten Schwätzer stürzt wie ein ausgehungerter Kampfhund –
spätestens dann weiß man, dass die Absurdität das Ruder übernommen hat und am Ende nur die Dummheit gewinnen wird.
Egal auf welcher Seite. Aber zurück zur Anfangsfrage: war es richtig, Fahrrad Bums und seinem Kollegen
den Echo zu geben?
Spätestens jetzt wissen wir: Nein. Sorry… Aber den Echo für die Amigos damals hat auch nicht jeder verstanden. Wir konnten ja nicht ahnen, dass Leute wirklich zuhören und sich aufregen! Hätte man diesen Eklat verhindern können? Auf jeden Fall. Wenn nur einer der Verantwortlichen vorher mal die Texte gehört oder gelesen hätte – anstatt nur erotisch elektrisiert auf deren Verkaufszahlen zu starren.
Aber lassen Sie mich zur Verteidigung meiner Kollegen sagen – Sie wissen es selbst:
Nachdenken macht weder schöner, noch wird es extra bezahlt. Haben Sie bitte Verständnis.Die Frage allerdings,
ob der Echo durch diese Aktion seine Seele verloren oder die eigene Kunst verraten hat, ist absolut albern.
Denn er hatte noch nie etwas mit Seele oder Kunst zu tun. Nur mit Kommerz.
Der Rest war uns schon immer scheißegal. Wer gut verkauft, der kriegt die abgebrochene Zielscheibe
mit dem Hühnerei in der Mitte – fertig, Tschüß, bitte schön.
Der Echo ist quasi das Pendant zum eingerahmten eigenen Kontauszug über dem Kamin.
Die geknüllte Socke in der Hose des Kleinpimmeligen vor dem ersten Date.
Aber das Ergebnis zählt! Wie bei den meisten Preisen der deutschen Unterhaltungs-Industrie zählten
bei uns stets weder Kunst noch Kreativität, Inhalt oder sonst irgendsoein unnützer Scheiß, sondern nur,
wer die meiste Kohle in den Stall gebracht hat. Kollegah ja schon zum dritten mal übrigens,
wie auch schon zwei mal Bushido, Preisträger des sagenumwobenen ‚Integrations-Bambis’!
Entschuldigung, aber die alten Rehkitz-Wämser sind einfach ungeschlagen, das sind die
besten, da muss so ein Echo noch lange für stricken! Auch unvergessen: der Mut-Bambi für Tom Cruise,
weil er einen mutigen Menschen gespielt hat.
Und der Kommunikations-Bambi für Joseph Goebbels, weil er durch seine mitreißenden Reden…
nee, ich glaub das hab ich nur geträumt. Mein Fehler.
Wir müssen es an dieser Stelle ehrlich und reumütig zugeben: der Echo hat sich komplett enteiert.
Weil er die eigene Gedankenlosigkeit und das schon lange fehlende Herz durch arrogante Ignoranz
selbst offenbart hat.
Unser Fehler. Statt die eigene behauptete Würde ernst zu nehmen, setzten wir auf ‚An den Erfolg anbiedern
um jeden Preis’ – und ließen dadurch Preisträger, Publikum
und die gesamte Musikindustrie blindlings in das vorher selbst aufgeklappte Messer laufen.
War aber vorher immer gut gegangen!

Wir müssen es zugeben: egal was er mal war – der Echo ist inzwischen nichts mehr als der traurige, klangliche Widerhall der eigenen inhaltlichen Leere. Das handgeschriebene Armutszeugnis einer in der untergehenden
Erfolgs-Sonne schmelzenden Branche, die ihre Seele verkauft, um sich zumindest noch eine kurze Zeit lang für so wichtig fühlen zu dürfen, wie man sich früher mal hielt. Deshalb dürfen Sie uns ihren Echo auch gern zurückgeben. Uns ist im Grunde danach alles genau so egal wie vorher. Und wir sparen! 7 Stück zurück von Marius Müller Westernhagen – mit Eding den Namen durchstreichen, zack, haben wir fast die Jahresration für Helene Fischer zusammen.

Sollten Sie also noch irgendwo alte Echos zwischen den Goldbarren liegen haben, die Sie loswerden möchten, stellen Sie sie einfach in einem gekennzeichneten Sack für Sondermüllan die Straße. Der örtliche Echokot-Wagen wird ihn so schnell wie möglich abholen und spätestens bei der nächsten Verleihung entsorgen.
Vielen Dank.

Hier geht es zur offiziellen Fanseite von Oliver Kalkofe bei Facebook.

Getwittert wird unter @twitkalk!

Kalkofes Mattscheibe Rekalked - Reboxed! (Staffel 1-4) [18 DVDs]
  • Alive - Vertrieb und Marketing/DVD (27.11.2017)
  • DVD, Freigegeben ab 16 Jahren
  • Laufzeit: 1560 Minuten
Der Fressesprecher – Echo-Beef 2018 : Zwischen Kunstfreiheit und Kommerzkacke 2018-04-21T00:45:23+00:00

602. Das neue Promi-Kabinett (TVS 08/18)

Falls Sie es noch nicht bemerkt haben sollten: nach Monaten des politischen Wachkomas, wohligen Suhlens in endlosen Sondierungsverhandlungen und kuriosen Im-Kreis-Koalierens haben wir seit einigen Wochen wieder eine theoretisch funktionierende und praktisch sogar operierende Regierung. Der Wow!-Effekt hielt sich bislang jedoch in Grenzen. Heimat-Horst Seehofer im Provozier- und Parteispaltermodus, wirres Gefasel von Jens Spahn über vermeintliche Abtreibungswerbung, Dorothee Bärs fantastische Flugtaxi-Visionen – die bisherigen Leistungen des neu geschuffelten Kabinettsmitglieder-Mixed-Bags punkteten höchstens in der Kategorie Schwachsinn-Schwafeln auf der nach oben offenen Peinlichkeits-Skala. Nach so vielen Jahren seltsamer Gestalten in eigentlich doch irgendwie wichtigen Funktionen und dem daraus ungebrochen resultierenden Mangel an Veränderung, geschweige denn Verbesserung, stellt sich den Bürgern langsam die Frage: kann man da nicht bessere Darsteller für das absurd langweilige Polit-Theater finden? Wenn es schon kein ordentliches Drehbuch gibt, wieso lässt man dann nicht wenigstens Profis an die Improvisationen statt dieser meist untalentierten und unbekannten Laienschauspieler?

Übermutter Beimer, Katy Karrenbauer oder Traumschiff-Hostess Heide Keller als Kanzlerin würden sicherlich etwas mehr Verve und Dramatik in die Performance bringen als die gelangweilte alte Frau, die diese Rolle in den letzten zwölf Jahren im Auto-Pilot gespielt hat, und ein Udo Kier, Karl Dall oder Helmut Berger als Bundespräsident wären vielleicht auch nicht ganz so dröge wie die alte Eule, die jetzt im Schloss hockt. Dann vielleicht noch Sky Dumont als Außenminister, Veronica Ferres statt von der Leyen, Ralph Möller für Finanzen und Til Schweiger für Action und Soziales – fertig wäre die perfekte Unterhaltung für die ganze Familie. Und inhaltlich sicherlich kein Rückschritt.

Sollten ausgebildete Schauspieler sich als zu teuer oder sperrig erweisen, kann man natürlich auch ganz generell in die große Promi-Kiste greifen und statt Parteien gleich Sender an die Macht lassen, am besten gleich durch Quoten statt Wahlen. Eine Regierungs-GroKo aus RTL und ZDF mit Vera Int-Veen oder Bohlen als Kanzler, Kerner als Vize im Heimatministerium und einem Kabinett aus beispielsweise Carmen Nebel, Walter Freiwald, Inka Bause, Andrea Kiewel, Horst Lichter, Pietro Lombardi, den Geißens und Motsi Mabuse würde ungefähr den aktuellen Qualifikationen in Berlin entsprechen, wäre allerdings wesentlich amüsanter. Statt zäher Bundestagsansprachen müssen die Reden vorgetanzt werden in der großen Beschluss-Voting-Show LET’S RULE!, man diskutiert über gesellschaftliche Missstände beim neuen Regierungssprecher in seiner Sendung MARIO BARTH DECKT AUF oder richtet sich an die Bevölkerung via VERZEIH MIR!

Klar, das klingt alles irgendwie trivial und beliebig, bei längerem Nachdenken jedoch wird man Schwierigkeiten haben, sich die Ergebnisse schlechter oder nichtiger vorstellen zu können als in der Realität. Wenn schon schlechte Unterhaltung – warum dann nicht von Leuten, die sich damit auskennen? Da könnte man notfalls sogar abschalten!

Aufräumhilfe

Wir Deutschen sind zu doof für alles. Egal ob warmes Essen kochen, Wohnung artgerecht einrichten, passenden Pimperpartner finden oder nicht-pleite-gehen – ohne TV-Hilfe kriegen die Bürger einfach nichts gebacken! Deshalb hilft jetzt RTL den Müll rauszubringen, damit es im Wohnzimmer nicht mehr so müffelt: WENIGER IST MEHR – ENDLICH PLATZ UND GELD! Ein Experten-Duo unterstützt hilflos dahin vegetierenden Familien zuerst beim Entrümpeln und später dabei, den ganzen Dreck dann anderen Idioten zu verscherbeln. Der ewige Kreis von Nutzlosigkeit und Irrsinn.

SoKo-Overkill

Schön dass bei den öffentlich-rechtlichen Sendern noch ordentlich fiktionale Formate produziert werden. Noch schöner wäre es allerdings wenn es nicht zu 95% Krimis wären – und davon beim ZDF fast ausschließlich SoKo-Formate. Denn gefühlt gibt es bald keinen Ort in Deutschland mehr, dem nicht mindestens eine eigene SoKo-Reihe spendiert wurde, wenn nicht sogar noch mit Ablegern ‚Süd’, ‚Nord’ und ‚Abfahrt Stadtmitte’. Neu im Programm: SoKo Hamburg und demnächst auch endlich SoKo Potsdam. Aber keine Angst vor neuen Inhalten: bleibt alles wie immer, nur mit anderen Ermittlern aus einer anderen Stadt, aber genauso langweilig wie gewohnt. Fresh!

Haarspaltereien

Mehr als 15 Jahre ist es her, dass RTL versuchte uns mit einer pfiffigen Reality-Soap aus dem Frisör-Salon zu begeistern, was allerdings gepflegt ins Beinkleid ging. Jetzt aber hat Trash-Trüffelschwein RTL2 die angetrockneten Ideenreste vom Mülltonnenboden gekratzt und beschert uns die neue Coiffeur-Pseudo-Doku EINFACH HAIRLICH – DIE FRISEURE mit total emotionalen Geschichten rund um spannende Haarprobleme mit Happy End. Waschen, Schneiden, Gähnen!

602. Das neue Promi-Kabinett (TVS 08/18) 2018-04-13T01:26:05+00:00

Kalkofes Matscheibe Rekalked – Opas letzter Wille |

Na, schon mal überlegt, was mit dem vielen Geld passieren soll, wenn man mal abnibbelt?
Also BIBEL TV wäre unter Umständen bereit, euch einige dieser Sorgen abzunehmen…
das nennt man christliche Nächstenliebe!

Hier geht es zur offiziellen Fanseite von Oliver Kalkofe bei Facebook.

Getwittert wird unter @twitkalk!

Kalkofes Mattscheibe Rekalked - Reboxed! (Staffel 1-4) [18 DVDs]
  • Alive - Vertrieb und Marketing/DVD (27.11.2017)
  • DVD, Freigegeben ab 16 Jahren
  • Laufzeit: 1560 Minuten
Kalkofes Matscheibe Rekalked – Opas letzter Wille | 2018-04-12T08:40:50+00:00

Kalkofes Mattscheibe Rekalked – Rand weiß – Pfanne heiß!

Zwischendurch mal was aus dem Bereich Produkt-Information!
Denn ist der Rand weiß, dann ist die Pfanne…..
ach, ich kann’s mir einfach nicht merken!
Noch jemand die Pfanne heiß?

Hier geht es zur offiziellen Fanseite von Oliver Kalkofe bei Facebook.

Getwittert wird unter @twitkalk!

Kalkofes Mattscheibe Rekalked - Reboxed! (Staffel 1-4) [18 DVDs]
  • Alive - Vertrieb und Marketing/DVD (27.11.2017)
  • DVD, Freigegeben ab 16 Jahren
  • Laufzeit: 1560 Minuten
Kalkofes Mattscheibe Rekalked – Rand weiß – Pfanne heiß! 2018-04-11T11:48:12+00:00

600. Wie geht es Vera? (TVS 06/18)

Die Medienwelt macht sich ernsthafte Sorgen um den mentalen Gesundheitszustand der fleischig-fröhlichen Fernseh-Facharbeiterin der vorgetäuschten Freundlichkeit, Vera Int-Veen. In einem Podcast-Interview behauptete sie kürzlich vollkommen ernsthaft, ihre hochgradig menschenverachtende und nur schwer ertragbare Verkupplungs-Show SCHWIEGERTOCHTER GESUCHT sei ‚kein Trash, sondern sehr gut gemachte Fernsehunterhaltung’! Sie machte diese Äußerung in scheinbar nüchternem Zustand, zwinkerte dabei nicht und zeigte kein unterdrücktes Lachen, es folgte nicht einmal eine erklärende ‚War doch nur Spaß!’-Geste. Auch in den Tagen darauf wurde diese absurde These von ihrer Agentur weder berichtigt noch zurück genommen, bis heute ist sie exakt so nachhör- und lesbar. Wie konnte es dazu kommen?
Natürlich möchte niemand dem maliziös-monströsen, mopsig-muttihaften Moderationsmeerschweinchen mit dem manischen Zwang zu affig-albern alliterierenden Alphabets-Aneinanderreihungen eine bewusste und dreiste Lüge unterstellen – bleibt also nur die besorgte Frage, ob hier vielleicht eine Form kurzfristiger Unzurechnungsfähigkeit, einsetzender Demenz oder krankhaften Realitätsverlusts vorliegt. Kein Mensch bei klarem Verstand könnte allen Ernstes eine Behauptung wie diese treffen, ohne sich ihrer hundertprozentigen Unwahrheit bewusst zu sein. Zur Erinnerung: SCHWIEGERTOCHTER GESUCHT ist jenes schamlos schäbige RTL-Vorführ-Format mit Schwefelgeruch direkt aus dem Anus der Hölle, bei dem bedauernswert entwicklungsverzögerte Singles mit beschränkten sozialen Kontakten, die trotz fortgeschrittenen Alters größtenteils noch bei den Eltern wohnen, unter dem boshaft falschen Vorwand der vermeintlich freundlichen Partnersuche einem sich beömmelnden Millionenpublikum zur Befriedigung niederer Triebe zum Auslachen dargeboten werden – meist in unvorteilhafter Kleidung, beim nicht enden wollenden Wurst- und Kuchenverzehr, in ihrer größten Schwäche hervorgehoben und gern zusätzlich mit fiktiven kindlich-naiven Hobbys versehen. Noch deutlich mehr als bei ähnlich blödsinnig-widerwärtigen Verkupplungsformaten wie der familienfreundlichen Farmerfickhilfe BAUER SUCHT FRAU oder dem begattungsbereiten Blumenbumser BACHELOR liegt bei der Schwiegertochter-Suche der Fokus klar erkennbar auf der bewussten Verspottung und Vorführung von Menschen, die in einer humanistisch geprägten Gesellschaft unseren Schutz genießen würden, beim Privatfernsehen allerdings mit herunter gezogenen Hosen als Spottvieh in die Manege der kollektiven Häme getrieben werden. Gäbe es einen Gott, hätte sämtliche Verantwortliche dieser Sendung bereits vor sehr langer Zeit der Blitz beim Scheißen getroffen. Ist jedoch leider nicht geschehen. Vielleicht ist die elektrische Entladung allerdings bloß abgerutscht und traf das Dach des Toilettenhäuschens, von dem aus Vera Int-Veen lediglich ein Ziegel auf die Rübe knallte – was wiederum eine Erklärung für ihre alberne Aussage vom Anfang sein könnte. So schließt sich der Kreis der Scheußlichkeit.

Schwesternhilfe

Ja, schon die Vorstellung allein klingt sehr schlimm: eine RTL2-Daily-Impro-Soap im Krankenhaus mit den dösigsten Dumpfgesichtern aus BERLIN – DINGS & BUMS und Knatterformaten wie LOVE ISLAND. Wird aber wahr, soll SCHWESTERN – VOLLE DOSIS LIEBE heißen und wird testweise erst mal drei Wochen im März auf dem Kanal mit der durchgehenden Brain-Flatline laufen. Aber auch wenn einem bei der Ankündigung übel wird – jetzt bloß nicht krank werden… sonst landet man noch in dem Hornochsen-Horror-Hospital!

Löwenschiss

Es ist soweit: der dubiose Salontiger und zahm chargierende Höhlenlöwe Maschmeyer schleicht mit dem geklauten Formatknochen von VOX rüber zu den Ideen-Mopsern von SAT1, um dort ab Ende März seine ganz eigene Gründer-Show zu veranstalten. START UP! WER WIRD DEUTSCHLANDS BESTER GRÜNDER soll die freche Löwenhöhlen-Kopie heißen, wo am Ende allerdings nach einigen BIG BOSS-artigen Wettbewerben bloß einer von 14 potentiellen neuen Großunternehmern einen Preis erhält und dann mit Maschi gemeinsame Sache machen dürfen muss. Alte Ideen als Copy&Paste-Patchwork, null Kreativität, kein Business-Plan, ein utopisch überbewerteter Gastgeber mit mauem Marktwert – nichts für mich, ich bin deshalb raus.

Wortverlust

Der Trend geht zum Drehbuch ohne Worte. Ist schlanker, wiegt nicht so viel und kostet weniger. Die Handlung einer durchschnittlichen Scripted Reality-Folge passt als krickelige Strichmännchen-Zeichnung auf ein gebrauchtes Papiertaschentuch. Deshalb versucht man das jetzt auch mal mit teilweise richtigen Schauspielern im Hauptabendprogramm bei RTL: TATVERDACHT heißt die Krimiserie, in der echte Fälle pseudo-dokumentarisch mit improvisierten Dialogen nachgespielt werden sollen. Autoren, Handwerk und echtes Können werden doch eh überschätzt!

600. Wie geht es Vera? (TVS 06/18) 2018-03-13T17:45:14+00:00